Marianne Götsch (WWF, links) und Renate Hölzl (VEO) am Kalserbach. Sie sind Initiatorinnen eines Isel-Manifests, das die Ausweisung eines Naturschutzgebietes fordert. Foto: WWF/Urbanek

Marianne Götsch (WWF, links) und Renate Hölzl (VEO) am Kalserbach. Sie sind Initiatorinnen eines Isel-Manifests, das die Ausweisung eines Naturschutzgebietes fordert. Foto: WWF/Urbanek

Breite Allianz gegen die Verbauung der Isel-Zubringer

Umweltschützerinnen geben die Hoffnung auf Kraftwerksstopp nicht auf.

Der WWF und der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol kämpfen seit Jahren Schulter an Schulter gegen den weiteren Ausbau der Wasserkraft an den Zubringerbächen der Isel. Die Argumente sind großteils bekannt und werden auch in den Dolomitenstadt-Foren immer wieder diskutiert. Nun schmieden die Naturschützer eine breitere Allianz und fordern die Ausweisung der gesamten Isel und ihrer Zubringer als Naturschutzgebiet. „Die Lebensadern Osttirols sind bedroht, weil einzigartige Ökosysteme verbaut und ausgebeutet werden sollen. Dennoch sieht die Politik bisher tatenlos zu, wie ein Kraftwerk nach dem anderen geplant und durchgeboxt wird“, sagt WWF-Gewässerschutz-Expertin Marianne Götsch.

Durch die Kraftwerke im Einzugsgebiet der Isel würde der Hauptfluss „geradezu amputiert“ und Wasser über insgesamt 42 Flusskilometer abgeleitet werden, kritisiert Renate Hölzl, Obfrau des Vereins zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol: „Erst wurde das Kraftwerk Lesachbach mittels politischer Weisung bewilligt, dann nach unzureichender Prüfung der Ausbau des Kraftwerks Schwarzach und als nächstes droht eine neue Anlage am Kalserbach. In Summe drohen all diese Kraftwerke unsere einzigartige Wildfluss-Landschaft trotz Schutzgebiet zu zerstören.“

Für ein „Isel-Manifest“ habe man nun mehr als 40 Organisationen gewonnen, betonen die Iselschützerinnen und zählen Naturschutzbund, Alpenverein, BirdLife, die Naturfreunde, den Umweltdachverband, den Österreichischen Fischereiverband und den Österreichischen Kajakverband auf. Dazu kämen weitere Stimmen aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Konkret warnt etwa Zacharias Schähle, Geschäftsstellenleiter des Tiroler Fischereiverbands: „Mehrere Verbauungen im Einzugsgebiet der Isel üben bereits heute großen Druck auf das Gletscherfluss-System aus. Dies führt unter anderem dazu, dass die Fischbestände dramatisch eingebrochen sind, insbesondere jene der gefährdeten Äsche.“

„Wenn die geplanten Kraftwerke an den ökologisch bedeutenden Zubringern tatsächlich umgesetzt werden, belastet dies das gesamte Fluss-Ökosystem der Isel maßgeblich“, unterstreicht Susanne Muhar von der Universität für Bodenkultur als eine der involvierten Wissenschaftlerinnen. „Gletscherfluss-Systeme wie das der Isel sind für die Wissenschaft unentbehrliche Referenzflüsse von internationaler Bedeutung. Diese einmalige, vernetzte Flusslandschaft ist einer der letzten Orte, wo wir hautnah sehen, erleben und erforschen können wie naturnahe, gletschergeprägte Alpenflüsse funktionieren.“

Auch Reinhard Steurer, BOKU-Professor für Klimapolitik, fordert den Schutz der betroffenen Ökosysteme: „Die Abkehr von Erdöl und Erdgas ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Sie rechtfertigt allerdings nicht irreversible Naturzerstörung, schon gar nicht in unmittelbarer Nähe des größten Nationalparks Österreichs. Gerade weil die Klimakrise sensible Ökosysteme gefährdet, müssen wir diese vor weiterer Zerstörung durch die Menschen schützen.“

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wolf_c

natürlich darf sich jeder die hässliche wirklichkeit schönreden; es gibt weder etwas hinzuzutun, noch wegzunehmen; es ist jedoch nicht richtig einen zerstörerischen weg ('' ... diese wirtschaft tötet ... '')weiter- und weiter- und weiter zu spinnen und weiter zu argumentieren und weiter zu führen, und das aus bequemlichkeit und arroganz, womöglich auch aus unwissenheit und angst heraus. die falsche fährte ist endlos. durch immer wieder gleiche behauptungen wird die sache nicht richtiger, der egoismus nicht kleiner. jeder darf strommasten schön finden und bewundern und sich in ihrer nähe ansiedeln, jeder darf 10 computer zu Hause haben und bei amazon bestellen, jeder darf stromautos kaufen und damit fahren und jeder darf heizen und kühlen mit strom. und maschinen kriegen kein -corona-. gut so, aber nicht zielführend. und die strommasten werden davon nicht weniger und die landschaft nicht schöner, die seelen nicht heller, der geist nicht freier. alles in allem wäre dankbarkeit für den gewaltigen luxus gefragt und nicht noch mehr gier und geiz mit den schon bekannten folgen. wir haben immer die wahl.

senf

@le corbusier, anscheinend hab ich mich in ihnen ein wenig getäuscht, aber egal.

es geht in der diskussion nicht um die isel, diese genießt jetzt und in die ewigkeit den schutz von natura 2000. das ist auch gut so, als gemeingut und als markanter gletscherfluss (aber nicht als letzter, wie gerne behauptet wird).

die herren messner und veider haben den fluss bereits zu beginn der achzigerjahre für den wassersport salonfähig gemacht, herr retter etwas später von der naturwerteseite. dass die flußstrecke nun mit vielen freizeit- und erholungseinrichtungen ausgestattet wurde und dem fluss ökologisch laufend mit zusätzlichen aufweitungen nachgeholfen wird, darf man das schon dem baubezirksamt mit herrn hopfgartner zuschreiben - und besonders auch herrn thenius, der die isel nach dem hochwasser 1966 in k e i n korsett gezwängt hat, sondern sie mit wenigen korrekturen großzügig ihrem mäandrierenden flußbett überließ und dafür europaweit beachtung fand. auf die existenz der deutschen tamariske dürfte man recht spät gekommen sein, jedenfalls ist in früheren fachzeitschriften nichts zu finden.

wenn sich jetzt kanuten- und raftingunternehmen mit tollen angeboten bemühen, dann finde ich das ok, denn sie dienen ja auch vielen touristischen betrieben, wie sie ja selber argumentieren.

was ich weniger toll finde, sind die egoistischen äußerungen ("man freut sich, dass die osttirolwerbung nicht erfolgreicher ist ..., das kehrwasser gehört mir allein ..." u.sw. mehr stand dem herrn gegenüber nicht zur debatte.

noch weniger toll finde ich user wolf_c mit seinen sarkastischen rundumschläge gegen uns osttiroler, speziell gegen die lienzer "aber hier in dem iseltal gefallen die strommasten sogar noch vielen und sie empfinden sie als bereicherung ihrer existenz, sie wollen das hässliche! und finden es gut und richtig ..." woher dieser herr diese meinung nimmt, ist mir schleierhaft, anscheinend macht ihm das spass!

am wenigsten toll finde ich die periodisch widerkehrenden und nahezu beinlichen auftritte von "wwf-experten/innen" in der region, die anscheinend genau wissen, was sie nicht wissen (technisch-wirtschaftlich-geografisch) und nach meinem befinden mit inszenierungen lediglich aufmerksamkeit erhaschen wollen.

zu kals: dort gibt es bereits mehrere wasserkraftwerke, zwei davon wurden von der gemeinde (?) errichtet, für ein weiteres läuft ein genehmigungsverfahren. damit haben einige einheimische keine freude, die flussstrecke liegt in natura 2000. man findet dort, dass eine nationalparkgemeinde darauf verzichten soll/muss, man spricht sogar von gier der mandatare und übermut des örtlichen planers! hören sie sich dort um! hier ist der umweltanwalt gefordert, man wird sehen.

ach nein, herr le corbusier, ich bin nicht von der ö-e-wirtschaft für dieses forum engagiert (auch wenn man dort gut geld verdienen könnte). meine motivation hier stundenlang zu recherchieren und zu posten liegt einfach in meinem naturell, ein wenig den tatsachenverdrehern und stänkerern entgegenzuhalten, bin aber auch nicht beleidigt, wenn ich korrigiert werde. ok?

    Hans Mayer

    Ja, lieber Herr Senf, ich freue mich tatsächlich über leere Kehrwasser auf der Isel. Das macht mir das Unterrichten leichter. Und ja, ich erarbeite das Einkommen für mich und meine Familie mit und an der Isel. So wie die Betonbauer der Tiwag ihr Geld mit Beton verdienen. Ich habe in den letzten Jahren viele Hunderte Touristen zum Erlernen unseres wunderschönen Kajaksports nach Osttirol geholt, viele sind Stammkunden geworden und kommen jedes Jahr wieder. Mein von Ihnen zitierter und aus dem Zusammenhang gerissene Satz muss Ihnen keine Sorgen machen. Sowohl ich als auch der Toursmusverband werden auch weiterhin für unseren herrlichen Fluss Werbung machen. Da ich unter meinem Klarnamen poste, konnten Sie sich die Mühe machen, irgendetwas vor vielen Jahren gesagtes zu suchen, mit dem Sie glauben mich, wie bei Ihren Postings üblich, persönlich angreifen zu können. Verfängt nur leider nicht, da ich ja nicht ohne Grund klar Stellung beziehe. In ihrem letzten Satz ihres Versuches ihre Diskussionskultur zu verteidigen, werden Personen, die die Isel schützen wollen, unnötigerweise als Tatsachenverdreher und Stänkerer bezeichnet. Warum? Bleiben Sie doch einfach einmal sachlich. Wir haben eine andere Meinung wie Sie, ob Sie das nun akzeptieren oder nicht. Ich werde mir auch nicht die Mühe machen all die vielen von ihnen geposteten Pro Energiewirtschaft Beiträge zu durchforsten und einzelne sachlich völlig falsche Sätze rauspicken, ihre Einstellung zur Betonbauerfraktion der Energiewirtschaft ist allen hier Mitlesenden hinreichend bekannt. Und nochmals, auch wenn schon tausendmal wiederholt, es geht hier nicht gegen die Wasserkraft an sich, die ist ohne Frage notwendig und wird auch in Zukunft hinreichend genutzt werden. Es geht hier rein um die Isel und dass nicht alles Schöne um des lieben Mammons wegen zerstört werden muss! Sie sind halt nun mal gegen die Erhaltung der Isel und ich und Gottseidank noch viele andere wollen die Isel nicht der Energiewirschaft opfern!

      senf

      herr @mayer, schön, dass ihnen die isel ein einkommen ermöglicht, schön, dass viele freude und erfolg an diesem sport haben. ich hatte sie lange zeit auch - als begeisteter raftingfan und teilnehmer am rafting grand prix mit 42 booten an der isel und am symposium in matrei, wo man bereits vor 35 jahren über interessensabwägung diskutierte und sogar grundlagen für rechtliche festlegungen für diesen boomenden sport mit anderen gewässernutzern (fischer, flöser ...) lieferte (isel, ötztaler ache, inn, salzach ...).

      damals gab es tatsächlich noch ernstzunehmende e-wirtschaftsplanungen um die Isel, speziell im zusammenhang mit dem geplanten stausee im kalser dorfertal. dass die e-wirtschaft ebenfalls interesse an der wassernutzung hegte, ist logisch und nachvollziehbar.

      es war der beginn um den schutz der isel, die heute durch natura 2000 für kraftwerksbauten tabu ist. sie scheinen das nicht zu begreifen oder ernst zu nehmen. brauchen sie auch nicht, ihre einkommensquelle wird daran nicht scheitern! ich freue mich jedenfalls über diesen zustand, so wie dr. retter auch!

      meine vorstellung an die politik war immer eine wasserwirtschaftliche rahmenplanung, die eine energiertechnische nutzung oder nichtnutzung der bäche und flüsse auf jahrzehnte festlegt. "enkeltauglich" nennt sich das zauberwort, vor allem im hinblick auf die leidige klimageschichte. nehmen sie sich die mühe, nutzen sie das momentane niedrigwasser und recherchieren sie in der dolomitenstadt.at. viel spass!

karlheinz

@le corbusier: Sie schreiben hier von erneuerbarer Energie. Ich vermute, dass auch Sie einer von denen sind, welche den Ausbau von Wasserkraftwerke verhindern wollen. Sie führen unter anderem die Windkraft an. Diese wollen vielleicht solche wie Sie nur zum Trommeln gegen die Wasserkraft. Sollte irgendwo bei uns ein Windrad geplant werden, bin ich mir fast sicher, dass Sie einer derjenigen sind, welche sich wieder auf einer Wiese aufrichten und dagegen schreien. Es geht nicht ohne Wasserkraft um die Klimaerfordernisse zu erfüllen!! PS: Welch großer Schaden ist denn durch das Draukraftwerk entstanden ? Denkt man an den Speicherteich, so dürfte das wohl ein Juwel für viele Tierarten geworden sein. Soviel ich weiß, ist der Fischbestand im Fluss auch nicht weniger geworden.

    le corbusier

    es gibt sicher viele Themen über die wir gerne streiten können. Aber beim Thema Natur gibt´s in Osttirol nit solche und jene. Da müssen wir Osttiroler zusammen halten und unsere kostbare Natur als Ressource für unsere Enkel bewahren und schützen. Jeder der das anderst sieht, nimmt am Ausverkauf der Heimat teil. Karlheinz, willst du dir das nachsagen lassen? Dass du unsere Isel für ein paar Netsch oder kWh verhökert hast.

Lucy

@wolf_c Ich bin auch der Meinung, dass man mit der erneuerbaren Energie, aufgrund unseres Fortschritts in nächster Zeit den Bedarf nicht decken kann. Mit welcher Energieform soll man zukünftig die hochgepriesenen E-Cars laden? Was die Leitungen zum Stromtransport betrifft ist es halt so, dass man diesen nicht peamen kann. So schlimm ist die Umweltbeeinträchtigung durch die Freileitungen sicherlich nicht, da uns diese Bilder eh vertraut sind und schon gar nicht mehr wahrgenommen werden. Die Herstellung von Photovoltaikanlagen erfordern auch einen erheblichen Strombedarf u. woher soll die Energie zur Fertigung kommen. Es gibt Gemeinden in Osttirol wo Hänge mit solchen Anlagen verglast wurden. Über dieses Landschaftsbild lässt sich auch streiten.

karlheinz

Für Menschen, welche den Bau von Wasserkraftwerke wegen Beeinträchtigung der Umwelt nicht gut finden, haben es anderseits nicht verstanden, dass es sich bei derartigen Anlagen um "saubere Stromerzeugung" handelt. Verhinderer sollen zurück zum Kerzenlicht, denn wenn es genügend von diesen Konsumenten gibt, kann es sein, dass man ein Kraftwerk damit einsparen kann. Genau diese Leute sind bzw. waren es, was sich auch für sparsamere Glühlampen eingesezt haben um Energie zu sparen. Was ist nun mit den E-Cars ? Diese benötigen ein Vielfaches davon ! Je mehr es von diesen gibt umso mehr braucht es Strom. Erneuerbare Energie dürfte hiefür wohl nicht ausreichen.

    wolf_c

    wer hat denn Ihnen die welt erklärt?, ihre eltern vermutlich ... gerade in salzburg sieht man beim großen enteignungsverfahren was diese -saubere e- für schaden und zerstörung in wald und wiese und umwelt anrichtet, von der besitzwegnahme gar nicht zu reden. da wird einfach im namen der gerechtigkeit über die besitzer die das n i c h t wollen brutalst drübergefahren!!, gedeckt von gesetz und rechtsstaat; dies ist schwer nicht in Ordnung, aber der politik gefällts. die richter entscheiden und der konzern kriegt die kohle und die macht; aber hier in dem iseltal gefallen die strommasten sogar noch vielen und sie empfinden sie als bereicherung ihrer existenz, sie wollen das hässliche! und finden es gut und richtig

      karlheinz

      @wolf-c: Mir braucht niemand die Welt erklären. Ich vermute Sie haben damit ein Problem. Glauben Sie mir, ohne Strom kein Fortschritt in unserer Gesellschaft. Mit Solar-Windkraft- und Photovoltaikanlagen können wir nur einen minimalen Teil unseres Bedarfes decken. Ohne Wasserkraft und Atomstrom werden wir und unsere nächsten Generationen das Auslangen nicht finden. Das ist Realität und keine Träumereien. Was die Freileitungen betrifft, geht es den Grundbesitzern nicht um die Flurschäden, sondern rein ums Geld. Auch ich wäre für Letzteres. Nun noch eine Frage an Sie ? Sind Sie zu Hause stromlos ?? Wenn ja, sind Sie ein Vorbild für mich !

    senf

    @karlheinz, @Lucy: leider gehts nicht mit sachargumenten, wenn träumer und egoisten mit vollen magen sich ausleben und gern herumstänkern.

    wir brauchen immer mehr elektrische energie, auch wenn wir noch einen gutteil sparen könnten oder wollten. windräder, solaranlagen, auch gezeiten- oder wasserkraftwerke und energie aus biomasse werden den ausstieg von atomstrom, kohlekraftwerke oder andere erzeuger nicht vollständig ersetzen können. was dann?

    zur optimalen und sparsamen verteilung und den lastenausgleich dieser neuen energien müssen nun gleichzeitig die teils veralterten regional- und verbundnetze sukzesive verbessert und ausgebaut werden. europaweit! die frage, ob wir das alle wollen oder nicht stellt sich nicht, denn es wird nicht anders gehn, wenn wir gegen den klimawandel ankämpfen und unsere ziele umsetzen wollen.

    wenn im juni in salzburg einige wenige demonstranten gegen den geplanten lückenschluss kaprun-elixhausen des 380 kv-österreichnetzes gedrommelt haben, dann ist das ok, ändern wird es wahrscheinlich nichts, denn es waren ja nicht die grundbesitzer, die aufmarschierten, wie die Bilder zeigten.

    wer in einer älteren ausgabe der bezirkskunde blättert, wird sich an der (einmaligen) enteigungsgeschichte der gemeinde matrei ende der 60ger jahre amüsieren und ältere matreier erinnern sich, wie damals mit der verbundgesellschaft um dem starkstrom-leitungsbau gepockert wurde. die frage, ob die 380 kv leitung entlang des iseltales bis mittersill heute den bewohnern gefällt oder missfällt ist offen, vielleicht würde man heute stellenweise eine andere trassenführung bevorzugen.

    die argumentation von @wolf_c (unten) mit laufend vorwürfe und diffamierung der lienzer- und landbevölkerung ist einfach nur lächerlich und kommt wahrscheinlich deshalb zustande, weil dieser herr wirtschaftliche zusammenhänge leider nicht zu erkennen vermag. wahrscheinlich um zu reizen und pöweln!

      le corbusier

      ach senf, wo soll ich denn anfangen. man könnte doch fast glauben, Sie sind von der österreichischen E-Wirtschaft für dieses Forum engagiert worden.

      Betrachten wir die Sache einmal ganz nüchtern: Österreich ist bei erneuerbarer Energie auf einem guten Weg. Der Großteil durch Wasserkraft, fast alle Flüsse werden bereits irgendwie angezapft, gestaut oder umgeleitet. Sollen wir jetzt alle übrig gebliebenen Flüsse verbauen und dann erst Alternativen andenken? Oder lassen wir im Moment einmal die letzten Naturjuwele sein, konzentrieren uns auf weniger invasive Möglichkeiten (Sonne, Wind und Biomasse). Und wenn wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dann müssen wir eh schauen. Eins ist aber fix, die TIWAG ist in der ganzen Sache ein schlechter Berater, die können NUR Wasserkraft.

      Zum wirtschaftlichen Verständnis, dass sie ja Hans Mayer und wolf_c abschreiben. Überlegen Sie mal in Ruhe, wie viele Jobs in Osttirol direkt von einer intakten (Fluss-) Landschaft abhängig sind? Mayer mag ein einzelner Kayaklehrer sein, aber zusammen mit den Raftunternehmen bildet er einen Baustein im Gesamtangebot des Osttiroler Sommertourismus. Davon profitieren alle Zimmervermieter, Hoteliers, Wirte,... Zusätzlich gibt´s noch Fischer und Isel Trailer. Und abgesehen vom lieben Geld gibt´s da auch noch die Osttiroler Eltern welche mit ihren Kindern die Wanderung der Äschen im Michelbach beobachten möchten.

ganga0815

solche aktivistinnen ist das letzte, was wir in den gemeinden, die versuchen durch naturnah errichtete stromerzeugungsanlagen ihr budget aufzubessern versuchen, brauchen. aber die grünninen haben schon lange den bezug zur realität verloren, aber das liegt vielleicht daran, dass viele nicht auf eine florierende wirtschaft vor ort angewiesen sind.

    unholdenbank

    So lange nicht auf jedem Haus, besonders öffentlichen Gebäuden, ausreichend Photovoltaik-Anlagen montiert sind, ist jedweder Weiterbau von Wasserkraftwerken einzustellen. Aber mit den Ökostromförderungen lässt sich halt bequem wieder ein Bach zumauern. Würde Photovoltaik ebenso extrem gefördert werden wie die Wasserkraft, sähe es anders aus. Aber eine dezentrale Stromversorgung fürchtet die TIWAG und Co. wie der Teufel das Weihwasser. Abhängigkeiten sind halt was Schönes. Und es ist bekannt, dass eine florierende Wirrrrtschaft nicht vom Ausbau der Wasserkraft abhängt. Und immerhin ist der billigste Strom, der eingesparte Strom (irrsinnige Beschneiung inkl. Beleuchtung der Scheekanonen, Geschäftsbeleuchtung in der Nacht, sinnlose Beleuchtung von Kirchen, Burgen, Fassaden, ungedimmte Strassenbeleuchtung die ganze Nacht und vieles mehr). Und wie man sieht, ist es bei Weitem nicht gelungen, mit Gemeindekraftwerken die Bilanz aufzubessern. Im Gegenteil, viele Gemeinden mussten infolge des gesunkenen Strompreises nachschießen bzw. Werteberichtigungen durchführen. Wann hört endlich diese dumme Energielüge auf?

      senf

      ... wen du nicht mehr schreibst!

      senf

      @unholdenbank: Du scheinst einige Dinge nicht zu verstehen. Ökostromförderung gibt es für Kleinstwasserkraftanlagen und für Photovoltaik, für letzeres in unverhältnismäßig hohem Ausmaß - auch entgegen deiner Behauptung. Trotzdem werden in Österreich relativ zögernd PV-Anlagen montiert. Warum wohl?

      Nein, die "florierende Wirtschaft" hängt nicht allein von der Wasserkraft ab. Sie hängt an mehreren Stromquellen: Wasserkraft, Photovoltaik, Atomstrom, Kohle- und Gaskraftwerke, und andere thermische Erzeuger. Ist halt derzeit so. Aber wir haben Ziele.

      Du behauptest, die Tiwag und andere Versorger fürchten die "dezentrale Versorgung"? Stumpfsinn hoch 3! Die Tiwag als Produzent und Verteiler übernimmt tirolweit Solarstrom sämtlicher privaten Erzeuger und wandelt diesen durch ihre Speichermöglichkeiten in Spitzenstrom um und kann diesen nach Bedarf über 24 Stunden pro Tag liefern. Dezantrale Photovoltaik liefert Energie großteils zum falschen Zeitpunkt am falschen Platz. Kapiert? Es steht dir aber frei, deinen Stromanschluss zu kappen und dich selber dezentral zu versorgen, aber bitte nicht mit Gebirgsbächlein (viel Spass!).

      Gemeindekraftwerke: warum nicht? Wärs dir lieber, wenn einzelne auswärtige Privatinvestoren das Gemeingut Wasser in Wert setzen und damit auf jahrzehnte Millionen schäffeln? Muss eine Gemeinde mit Kleinst-wasserkraftwerken Geld verdienen, oder kann eine derartige Einrichtung zur dezentralen Versorgung - auch in Notzeiten - beitragen? Du solltes nicht mit Frau Götsch`ls Argumenten hausieren gehen, sie will ja Naturschutz machen und nicht Wirtschaftsexpertin sein (Götsch hat sich 2019 in ihrer Diplomarbeit dem Thema "Reproduktionserfolg und Fortpflanzungssystem der Adriatischen Riemenzunge" gewidmet und kein Wirtschaftsstudium besucht. Ich mein das nicht böse, gel. Stromsparen: ja, hier gibt es großes Potential, aber schalt uns bitte nicht die Straßenbeleuchtungen und die der Kulturdenkmäler oder nachts das Dämmerlicht der Geschäftslokale oder gar das Kontrollicht der Schnekanonan ab. Das ergibt in der modernen Welt wenig Sinn. Du kannst dich aber gerne ins 18. Jahrhundert versetzen (... Klogang in der Finsternis? Deine Frau wirds dir nach dem dritten mal nicht verzeihen).

      Energiesparen sollte man dort, wo es sinnvoll ist. Der Umstieg auf LED ist noch lange nicht abgeschlossen, ebenso der Einsatz leistungsstarker Elektromotoren der heutigen Generation u. s. w. und vielleicht sollte man auch mehr bei der "Bequemlichkeit" der Leute ansetzen. Aber dazu hast sicher du viele, viele Ideen!

      Hans Mayer

      Ach, wenn der ewig gleiche Tiwagpropaganda Senf doch nur einmal in der Tube bleiben würde! Warum muss es immer gleich so gehässig sein, es geht bei diesem Artikel darum etwas Schönes und mittlerweile eher Seltenes zu erhalten, nicht darum, Andersdenkende polemisch zu übertrumpfen!

      senf

      @Mayer: "es geht darum, etwas Schönes und mittlerweile etwas seltenes" zu erhalten". Ja für dich, denn die Isel als dein Geldbringer soll für andere ja tabu sein, wie man aus früheren Kommentaren von dir erfährt:

      "Im Geheimen, freut er sich, dass die Tourismuswerbung in Osttirol nicht erfolgreicher ist. „Wir brauchen eigentlich nicht mehr Touristen, mir gehört ja jedes Kehrwasser, nicht wie an der Soca, wo schon 20 Leute warten.“ (Mayer, Herbst 2015).

      Übrigens: Das Wasser inmitten von dichten Tamariskenbüschen oben im WWF-Bild hat bereits im Oberlauf siebenmal Energie erzeugt. Eine weitere energietechnische Nutzung hat die Umweltabteilung des Landes vor Jahren abgelehnt. Der Bach wurde zur Natura 2000 ausgewiesen und die Flussbauleitung hat die Gegend tolle Erholungseinrichtungen errichtet . Hier wird niemals ein Kraftwerk möglich sein.

      Die Show, die der WWF und seine Wasserexpertin dort abzieht, sehe ich daher als inszeniert, man sieht sich halt gerne in den Medien.

      Tiwagpropaganda? Wie wärs mit Fakten und nicht Fantasien?

sprühkäse

Ich sag es immer wieder... Frauen sind unsere Zukunft. Die begreifen um was es geht. Ich bedanke mich hochachtungsvoll für euren Einsatz! Die Isel ist ein Naturjuwel!

Talpa

Dank und volle Unterstützung den unermüdlichen Kämperinnen. Die Geschicke des Naturschutzes liegen wie schon beim kalser Dorfertal in Frauenhand. Weiter so! Die Kosten- Nutzenrechnung dieser Kraftwerke ist mehr als Fragwürdig.

Kiew

Trotz Sparmassnahmen (Isolierung, andere und sparsamere Antriebe..) wird man auf zusätzliche Energie nie ganz verzichten können. Atomenergie oder fossile Energie sind verpönt, gegen Windparks oder Zupflasterung mit Solarzellen regt sich Widerstand. Wasserenergie haben wir noch in Österreich. Die gilt es, vernünftig, umweltbewusst und sparsam einzusetzen. Das kann auch bei Wasserkraftwerken Sinn machen, wobei das Speicherkraftwerk Tassenbach/Leisach ein gutes Beisoiel bietet.

    Gertrude

    Wo ist bei Solarzellen das Problem?

    Diese sollten bei allen Neubauten verpflichtend sein.

      Kiew

      Weniger bei einzelnen. Mehr bei grossen Solaranlagen.

      el...

      Woher und wie werden wieder diese Zellen angefertigt? Weit weg von uns, also egal, bei uns sind nur die Zellen am Dach.

wolf_c

''Dennoch sieht die Politik bisher tatenlos zu...'' falsch: die 'Politik' betreibt mit aller ihrer energie diese umweltzerstörung, viele gesetze zu diesem thama werden nicht einmal ignoriert; und viele menschen sind der gehirnwäsche vom 'grünen' strom ziemlich verfallen, es ist so traurig.

    el...

    Woher willst du denn den Strom? Atomkraftwerk? Kohlekraftwerk? Windenergie? Wasserkraft? Jeder braucht immer mehr, aber keiner will ein Kraftwerk. Achja, der Strom kommt ja von der Steckdose.

      r-line

      100% zustimmung dreht denen mal den strom ab mal schauen wie viele dann noch mit den fähnchen dort stehen

      Erich

      .... oder vom Dach, ganz still und leise, wie schon bei vielen Osttirolern - und anderswo noch viel mehr ...☀