Burg Heinfels: Neues Leben in alten Mauern

Im vierten Teil unserer Miniserie erreichen wir die Gegenwart.

Es hätte eine fulminante Eröffnung werden sollen, heuer im Sommer auf Burg Heinfels im Osttiroler Pustertal. Wie aus einer Ruine ein außergewöhnliches Kulturdenkmal entstand, das sollte einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt werden, flankiert von einem besonderen musikalischen Leckerbissen, den die Musikkapelle Heinfels für dieses Event vorbereitete. Die Pandemie machte den Eigentümern, dem Museumsverein und der Musikkapelle einen Strich durch die Rechnung. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir schildern hier in einer kleinen Serie die Geschichte der Burg, untermalt mit musikalischen Querverweisen auf die eigens komponierte „Burg Heinfels Suite“. Nach dem Sturm der Hunnen, dem Alltag auf der Burg und den dunklen Seiten des Mittelalters führt uns Peter Leiter vom Museumsverein mit einem kurzen Video in die Gegenwart.

In den vergangenen 80 Jahren war die Burg in Privatbesitz, zuletzt war sie Eigentum des Wiener Rechtsanwalts Max Villgrattner. Nach dessen Tod verkaufte die Tochter die Burganlage 2007 an die Unternehmerfamilie Loacker – in Abstimmung mit den Gemeinden Heinfels und Sillian.

2014 wurde der Museumsverein Burg Heinfels gegründet und mit der Planung eines Museums begonnen. Die Restaurierung erfolgte von 2016 bis 2020. Die gemeinsamen Anstrengungen haben es möglich gemacht, dass seit Mitte Juli 2021 die grundsanierte Burg Heinfels nun wieder für alle zugänglich ist. Hier einige Bilder, zur Verfügung gestellt vom Museumsverein:

Der Erfolg und Abschluss des größten profanen Restaurierungsprojektes Tirols der letzten Jahre ist das Ergebnis der gemeinsamen und koordinierten Anstrengung von Seiten des Landes Tirol, des Bundesdenkmalamtes, der Gemeinden des Hochpustertals, der Firma Loacker aber auch der lokalen Bevölkerung und Wirtschaft. Burg Heinfels ist die weitläufigste Burganlage Osttirols und des Pustertales. Der Reiseschriftsteller Beda Weber bezeichnete die Burg als „Königin, die in die Lüfte steigt“. Tatsächlich thront die Höhenburg auf einem markanten Felsen 1130 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Burg ist Sehenswürdigkeit, Museum und Veranstaltungsort. Das Museum bietet ein Gesamterlebnis aus historischem Mauerwerk, herrlichen Ausblicken und lebendig aufbereiteter Geschichte. Enge Wehrgänge und Rundtürme folgen im Wechsel auf weite Rundumsichten. Moderne Architektur erschließt die Ruine und den höchsten Turm für Schwindelfreie.

Die Besucher werden ausschließlich anhand von geschulten Kulturvermittlern durch die Burg begleitet. In jeder Burgkammer, jedem Saal wird ein Kapitel der bewegten Geschichten erzählt. Dabei kommen Burgmodelle, Film- und Audiostationen, Fotografien, originale Objekte und Animationen zum Einsatz. Die Zeitreise beginnt mit der Gründungssage, mit dem Kampf des legendären Riesen Haunold gegen die Hunnen. Sie führt über das alltägliche Leben auf Heinfels, die geopolitische Lage bis zur Erstürmung der Burg während der Bauernaufstände. Verfolgte wie die Hutterer – Anhänger einer Reform der Kirche – kommen ebenso zu Wort wie Thomas Hanns, der verurteilte Mörder der Köchin von Heinfels.


Musikalisch wird das neue Leben in der Burg Heinfels durch eine „Burg Heinfels Suite“ gewürdigt, komponiert von Hansjörg Mutschlechner aus Welsberg, gespielt von der MK Heinfels und mittlerweile auf CD erhältlich. Der letzte Teil der musikalischen Suite reflektiert den mutigen Wiederaufbau der Burg Heinfels. Die anfangs ruhige, erhabene Stimmung baut sich fanfarenartig auf und erinnert nochmals an den Glanz der alten Zeit. Unter dem Motto „ Die neue Burg ist die alte geblieben“ endet das Werk euphorisch. Auf der Website der Kapelle kann man die CD bestellen.

Alle bisherigen Teile der Serie. Fortsetzung folgt.

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1 Posting bisher
senf

vor 10 jahren, am "tag des denkmals" war es nach einem halben jahrhundert erstmals möglich, die burgruine heinfels zu besichtigen. seit dieser zeit sind auf dem burghügel regelrechte wunder geschehen. in dem rund 1500 jahre alten mauerwerk gibt es tatsächlich wieder neues leben und man kommt aus dem staunen nicht heraus, mit welchem ehrgeiz und elan der verantwortliche verein die als "Königin des Pustertales" benannte und geschichtsträchtige burg als kulturgut für die region und gesamttirol revitalisiert hat.

man muss selber dort gewesen sein, um die dimension des gelungenen werkes in symbiose mit alt und der moderne in der kurzen bauzeit von vier jahren einschätzen zu können. sensationell!

josef steinringer, peter leiter, frank. j. hess und den vielen fleissigen und großzügigen gebührt hier einmal ein großer dank!