So sah die allererste Variante des geplanten Großkaufhauses gegenüber dem Ämterhaus in Lienz aus. Wo damals noch ein Garagenturm geplant war, soll jetzt ein Hotel entstehen. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

So sah die allererste Variante des geplanten Großkaufhauses gegenüber dem Ämterhaus in Lienz aus. Wo damals noch ein Garagenturm geplant war, soll jetzt ein Hotel entstehen. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Kommt das „Kaufhaus Lienz“ in einer kleineren Variante?

Eine Entwicklung auf der gegenüberliegenden Straßenseite deutet darauf hin.

Zwölf Jahre sind vergangen, seit die ersten Pläne für das Kaufhaus Lienz, damals noch M99, von der Südtiroler Immobilienfirma Hobag vorgelegt wurden und für große Aufregung sorgten. Ein 21 Meter hohes Gebäude sollte den gesamten Bauplatz an der Dolomitenkreuzung ausfüllen, mittels Brücke verbunden mit einem mehrgeschossigen Parkhaus auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße. Die Diskussion um dieses Projekt spaltete die Stadt und veränderte die politische Landschaft. Der damaligen Vizebürgermeisterin Elisabeth Blanik gelang es, eine „Buntallianz“ gegen die dominierende ÖVP zu schmieden und das Projekt im Gemeinderat durchzudrücken. Es war die Vorstufe zu ihrem späteren Sieg bei der Bürgermeisterwahl.

Vom ersten Tag an lag über dem Projekt aber kein guter Stern. Der planende Architekt Lorenz wurde ausgetauscht, die Betreibergesellschaft ging in Konkurs, Anrainer verhinderten mit Einsprüchen den Baubeginn, die Energieversorgung warf Probleme auf, der Altbestand gammelte lange vor sich hin und wurde dann endlich dem Erdboden gleichgemacht, immer wieder wurde René Benko ins Spiel gebracht und am Ende trat ein neuer Spieler auf den Plan, die Entwicklergesellschaft der Spargruppe SES. Mit diesem Eigentümer trat nicht nur Ruhe ein, sondern auch ein professioneller Pragmatismus an diesem prominenten Bauplatz, der mittlerweile seit geraumer Zeit ein beliebter Parkplatz am Westeingang zur Lienzer Altstadt ist.

Das Projekt wurde bereits bei früheren Umplanungen redimensioniert. Der Garagenturm fiel, eine unterirdische Garage mit 400 Stellplätzen auf drei Etagen unter der B100 wurde angedacht, mit teils kritischen Ausfahrtssituationen. Auf dem Grundstück südlich der Bundesstraße wurde grundlegend umgeplant. Hier soll ein 3-Sterne-Hotel der Gruppe „Harrys Home“ entstehen, mit 85 Zimmern und 180 Betten. Diese Pläne nehmen nun offenbar Gestalt an, befeuert wohl auch von der Zusage des Landes Tirol für eine weitere Sonderbehandlung Osttirols bei der Hotelförderung. Bis zu 30 Prozent der Investitionskosten können Betreiber sich in Summe aus öffentlichen Töpfen holen. Ein starker Anreiz.

Bei der Gemeinderatssitzung am 22. Dezember in Lienz wurde die Flächenwidmung dieses Hotelareals geändert. Ein Detail, das auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär erscheint. Die Tiefgarage werde statt bisher drei nur noch ein Untergeschoss umfassen, erklären die Planer. Ob das auch für die gegenüberliegende Straßenseite gelte, fragte ein Gemeinderat? Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hielt sich bedeckt. Betont wurde aber, dass weniger Stellplätze auch weniger Fläche für die Nutzung bedeuten. Wird das Großkaufhaus, das mittlerweile Shopping Quartier heißt, auf eine deutlich stadtverträglichere Dimension verkleinert? Wir fragten die Betreibergesellschaft SES und erhielten von deren CEO Marcus Wild folgendes Statement:

„Wie schon bisher ist das Projekt in zwei Teile gegliedert. Für Teil I (Hotel) wurde nun in der Gemeinderatssitzung erfreulicherweise die für das Vorziehen des Hotelprojektes erforderliche Flächenwidmung beschlossen. Die Einreichung für das Hotel ist 2021 geplant. Am Kaufhausprojekt wird gearbeitet. Geänderte Rahmenbedingungen in der Handelslandschaft infolge Covid-19 lassen auch eine Quartiersentwicklung mit Schwerpunkt Handel nicht unberührt. Auch das Konsumentenverhalten verändert sich derzeit stark. Als Entwickler können wir das nicht außer Acht lassen. Es gilt daher nach wie vor: An Teil II wird ernsthaft gearbeitet und die Zeit wird für Optimierungsmaßnahmen genutzt. Ob oder wie das Kaufhausprojekt an die veränderten Bedingungen angepasst werden muss, dazu können wir frühestens im 2. Quartal 2021 eine konkrete Aussage treffen, noch ist es zu früh dafür. Wir sind in allen Belangen in enger Abstimmung mit der Stadt.“

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10 Postings bisher
Klettermaxi

Braucht man so wenig, wie einen Kropf...

osttiroler94

da steht in 100 jahren noch kein kaufhaus ...

Freigeist

Ein IBIS Hotel am Bahnhof/Postgebäude ist nicht im Gespräch gewesen? Zumindest behauptete das ein Mandatar kürzlich.

innocentalpaca

Von mir aus könntens das ganze EKZ gleich bleiben lassen und einfach einen großen Mediamarkt hinbauen, mehr brauchen wir in Lienz eh nicht aktuell.

    Omo

    Ausgenommen "Fetzgeschäfte" ist Osttirol sehr stark unterentwickelt! Ich glaube, daß die meisten ein HDMI- und ein TosLINK-Kabel nicht unterscheiden können! Alle schimpfen über Einkauf im Internet - ich bin jedoch begeistert, wegen Bequemlichkeit, Auswahl, Preis und Vergleich!

austrojerk

Lassts das Projekt am besten bleiben. Seit Spar im Spiel ist, dürften exakt die gleichen Geschäfte wie im FMZ Debant aufsperren, darauf können wir verzichten.

Den Geschäftsführer, den der Mediamarkt vor Jahren gesucht hat, wirds wohl auch nicht mehr brauchen. Der wäre sowieso schon bald in Pension.

Also, weg mit dem Parkplatz und machts einen Stadtpark. Danke.

Omo

Na endlich, Gott sei Dank, man bekommt in Lienz keine Hose, kein T-Shirt kein gar nix zum kaufen!

    Cha447

    😂😂😂😂 der is guat 🤪🤪🤪😜

      senf

      @omo: stimmt nicht, man bekommt alles -

      halt nicht in der passenden größe und farbe 😥

    rebuh

    dazu noch die ansage einer verkäuferin aus dem lebensmittelbereich, da sperrens immer mehr läden auf, und dann spinnens wenn der umsatz net passt!