Geht es in der Politik nur noch um den Machterhalt der „Familie“? Foto: Expa/Schrötter

Geht es in der Politik nur noch um den Machterhalt der „Familie“? Foto: Expa/Schrötter

Regieren: dienen und wissen, dass dies eine Ehre ist

Das Parteiensystem und die Treue der Bevölkerung fördern die Korruption.

Niemand sagt, Politik sei einfach. Niemand kann verlangen, dass Politiker keine Fehler machen. Man kann nicht alles vorhersehen. Man kann das Beste wollen und dabei falsch entscheiden. Man kann einmal schlecht beraten werden oder auf die falsche Person hören. All das passiert, und wenn es passiert, entschuldigt man sich – siehe Angela Merkel. Oder man tritt zurück und gibt anderen eine Chance, es vielleicht besser zu machen – siehe Ulrike Lunacek.

All das setzt voraus, dass man sich selbst nicht so wichtig nimmt wie das Amt, das man aufgrund von Wahlen für einige Zeit geliehen bekommen hat. Es setzt weiters voraus, dass man begreift, dass einem die Bevölkerung nicht nur dieses Amt geliehen hat, sondern auch viel Geld dafür investiert, dass man sich in ihrem Namen und für sie einsetzt.

Alles für die liebe Familie

Man kann und soll daher dem Bundeskanzler und seinem Team einen Vorwurf daraus machen, falls sie sich nur für sich selbst und den Machterhalt der „Familie“ interessieren und dann ihre Absprachen selbstsicher auch noch in Chats festhalten, sodass man als Bürgerin oder Bürger neben dem politischen Schaden auch hinnehmen muss, eines Tages all die Bussi-Smileys zu sehen und sich dafür zu schämen, dass das die Regierung ist, die man sich leistet.

Das dahintersteckende Prinzip allerdings ist keine kleine Gruppe, die gerne gut aussieht und sich in ihrer Rolle gefällt, sondern es ist das Parteiensystem, das es zulässt, dass Menschen noch in der Schulzeit in die Politik einsteigen – was prinzipiell nicht böse ist – und dort früh erfahren, dass es immer nur nach oben geht, solange man auf „die Familie“ hört und dieser dient – was politisch sehr wohl böse ist – weil es dann immer einen gibt, den man kennt, wenn man ihn braucht, und sich daran gewöhnt, dass es so läuft.

Fehlendes Unrechtsbewusstsein in einem veralteten System

Das Parteiensystem fördert auf diese Weise Korruption, weil man das Unrechtsbewusstsein verliert, wenn man ständig kleine Gefallen tut oder erhält, so abstimmt, wie man es eingeflüstert bekommt oder dem einen Posten gibt, der besonders „steuerbar“ scheint. Es ginge auch anders. Jeder Politiker sollte einen Job erlernen und ihn auch ausüben, um die Realität kennenzulernen. Ein soziales Jahr oder etwas Gleichwertiges, ehe man in die Politik einsteigt, wäre vernünftig. Jede/r PolitikerIn sollte lernen, die Verfassung zu begreifen, den Parlamentarismus zu achten, und erfahren, dass es nicht gottgegeben ist, dass die eigene Partei Macht besitzt. Diese Macht nämlich ist keineswegs demokratiepolitisch legitimiert, sie ist nur ersessen und sie führt zu mehr und mehr Missbrauch, weil es irgendwann normal scheint, „Familienmitglieder“ dorthin zu setzen, wo man gerne seine Interessen vertreten hätte. In manchen Kreisen nennt man solche Sprache und Struktur mafiös.

Und wenn sich jemand darüber aufregt, heißt es tatsächlich: „Aber die anderen machen das auch.“ In welchem Kindergarten leben wir, wo der Franzi dem Toni ein Spielzeugauto wegnimmt, und deswegen der Toni der Anna die Puppe nehmen darf? Wie erwachsen ist es, wenn ein Politiker, dessen Chatprotokolle soeben veröffentlicht wurden und belegen, dass er gelogen hat, sagt, er werde sich das nicht gefallen lassen?

Schämen für Politiker, denen die Scham fehlt

Wenn man Österreich vor der EU lächerlich macht, indem man dort das gleiche Spiel treibt – „Der Auer hat uns zuwenig Impfstoff bestellt, wir haben nichts davon gewusst und deshalb müsst ihr alle mit uns solidarisch sein, wir aber werden im Gegenzug nicht solidarisch sein“ – dann ist man als Bürgerin hin und hergerissen zwischen Scham und Verwunderung darüber, was alles möglich ist.

Zu argumentieren, die anderen machen es auch nicht besser, ist ebenfalls billige Ablenkung. Man darf sagen, dass es genug ist und man darf und muss verlangen, dass Politiker das tun, wofür sie gewählt wurden: Arbeiten, und zwar für die Bevölkerung und nicht im ständigen Vorwahlkampf und für die Postenbesetzung im eigenen Sinne.

Im Dienste der Bevölkerung

Selbstverständlich ist die Bevölkerung nicht unschuldig daran. Kurz, Blümel und ähnliche politische Charaktere in den Bundesländern, den Städten, in staatlichen Institutionen und in anderen Parteien sind nur deshalb als Phänomen möglich, weil man es gewohnt ist, sich im Notfall an jemanden zu wenden, den man kennt. Und es gibt immer jemanden, von dem man etwas braucht. Umlernen müsste man, dass man keinem Politiker etwas schuldig ist, sondern dass bezahlte Mandatare die Aufgabe haben zu dienen. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Bürgermeister, Landtagsabgeordnete oder Bundeskanzler zu sein, ist eine Ehre und es ist ein bezahlter Servicejob, bei dem man viele Chefs hat: die Bevölkerung.

Es wäre schön, wenn sich umgekehrt die Bevölkerung daran erinnerte, dass man zwar Respekt haben sollte, vor PolitikerInnen wie vor jedem anderen Menschen – das ist eine der Grundbedingungen für ein friedliches und demokratisches Miteinander – dass man aber nicht demütig dankbar sein und jemanden wieder wählen muss.


Daniela Ingruber, Demokratieforscherin am Austrian Democracy Lab der Donau-Universität Krems, analysiert wöchentlich in der Rubrik „Politik im Blick“ aktuelle politische Themen und erklärt deren Hintergründe.

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49 Postings bisher
satyr

Gepackelt und postengeschachert wurde offensichtlich seit 1945 immer, egal welche Regierung (Koalition) am Ruder war. Nur waren die Beteiligten in früheren Jahren so schlau die Abmachungen im Verborgenen unter 4 Augen zu bereden. Neu ist die Dummheit der aktuellen Regierungsakteure alles per Mail oder Whatsapp schriftlich belegt und belegbar zu machen. Schon allein diese Dummheit zeigt die Unfähigkeit der beteiligten Herren. Die Festplattenaffäre war nur der Vorgeschmack darauf. Jeder normal denkende hätte die Festplatten mit einem Schlägel bearbeitet und im Schrott verschwinden lassen oder bei SSDs diese im Ofen verbrannt. Nicht umweltgercht aber hochwirksam und vor allem ohne Spuren zu hinterlassen. Und solche Figuren regieren uns. Kann nur schiefgehen.

    Chronos

    Korruption geht absolut nicht, weder in der Bundes/Landes/Regional-Verwaltung, Beamtenschaft, Behörden und gilt natürlich auch in der Politik. Ebenso der Postenschacher in der Politik. Ich gebe Ihnen Recht, dass beides seit 1945 in der österreichischen Politik Tradition hat.

    Gerade die letzten Wochen haben haarsträubend ans Tageslicht gebracht, wie es um die Moral und Ethik in der österreichischen Politik bestellt ist. Auch die Rücktrittskultur in der österr. Politik und in staatsnahen Betrieben, wie nun der "Rücktritt in einem Jahr" von ÖBAG-Chef Schmid zeigt, ist zaghaft bis nicht vorhanden! Eines darf nicht passieren, wir BürgerInnen sollten keinen einzigen Fall als „ganz normal“ und anteilslos ansehen, sondern sollten empört reagieren. Wenn das viele WählerInnen machen, kommt das direkt bei den Politikern an!

Sonnenstrahl

Wieder einmal ein treffender Artikel! Danke Frau Ingruber!

Ihre Ausführungen zu den Aufgaben der PolitikerInnen im Sinne von DIENEN hat mich sehr beeindruckt und zum Denken gebracht. Eine der treffendsten und ältesten Bedeutungen von DEMUT ist, der "Mut zum Dienen"! Der Größte von uns ist demnach erst dann groß, wenn er bereit ist, demütig allen zu dienen, die sein Vertrauen genießen! Eigenartigerweise ist genau diese christliche Forderung, gefeiert letzte Woche am Gründonnerstag (in Form der Fußwaschung) brandaktuell großes Thema in einer sich zum "christlich-sozialen Gedankengut" bekennenden Partei. Als Christin kann ich mich nur wundern... nein, zutiefst erschaudern - wie manipulativ da schon wieder religiöses, soziales und menschenfreundliches Gut missbraucht wird.

Chronos

Ja! @Muehle, die Umfragewerte vor einem Jahr waren bei Kurz und Türkis/ÖVP bei fast 50% und nahe der absoluten Mehrheit. Da war´s für Sebastian noch eine „heile Welt“ trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie. Und nun ein Jahr später, gehen die Werte bei ihm und den seinen Mitstreitern stark nach unten!

Was die Rhetorik von Kurz betrifft, kann er trotz Regierungsschwäche und politischen Affären bei sehr vielen WählerInnen punkten - siehe unten. Auf die Diskussion mit Peter Pilz hat er sich aus taktischen Gründen nicht eingelassen, weil er nichts gewinnen bzw. nur verlieren hätte können. Und Kurz mag es sicher nicht, wenn jemand wie Pilz, ihn, einen Politiker mit "neuen Stil" in aller Härte in einer Diskussion frontal angreift. Den "neuen Stil" der Türkisen haben wir aktuell in den Chat-Protokollen sehr gut nachverfolgen können.

Die Allmacht von Kurz in der eigenen Partei (ÖVP) wackelt! Da haben Sie vollkommen Recht, für Kurz kann das zum Problem werden, wenn z.B. ein früherer ÖVP-Minister vor kurzem folgende Aussage in Medien tätigt: "Der enge Kreis um Kurz bestehe aus ideologielosen Narzissten, denen es einzig und allein um Macht, Liebe und Anerkennung gehe. Nicht das Wohl der Republik hätten sie im Auge, sondern das eigene."

Wie wahr! Was sollen wir Poster da noch hinzufügen? Das spricht für sich, wenn ein Ex-Minister aus eigenen Reihen der ÖVP diese Aussage zu seinen Parteikollegen Kurz, an die Medien gibt.

    senf

    @chronos, ein früherer övpä-grande hat den engen kreis um kurz "abgemahnt". ich gebe dem ganzen gänsefüsschen, weil ich das hier ebenfalls als taktik sehe. das kennen wir schon von früher. damit lenkt man vom thema ab, der diskurs wird ins positive gehieft und nimmt der sache den wind. du selbst schreibst ja, "was sollen wir poster da noch hinzufügen" und damit hat man erreicht wass man wollte: die allmacht kehrt nicht zurück, sie bleibt. kurz wurde gestärkt. dank väterlichen granden.

      Chronos

      @senf, da bin ich anderer Meinung. Bei der Aussage des ÖVP-"Granden" und Ex-Ministers geht es ganz und gar nicht um eine "Taktik, Ablenkung und Stärkung" oder nur "Abmahnung" von BK Kurz. Ich sehe das als klare Ansage und gar als Rebellion eines hochrangingen "alten ÖVP-lers" gegen die "junge" Truppe Türkis und gegen BK Kurz selbst! Bitte, das ist schon eine sehr harte Beschreibung, wenn Kurz und sein enger Kreis als „IDEOLOGIELOSE NARZISSTEN“ bezeichnet werden. Nicht etwa vom politischen Gegner, wie Kickl oder Hofer. Nein, sein eigener Parteikollege! Und es geht Kurz und Co. weiters nur um "MACHT, LIEBE u. ANERKENNUNG" sowie das "EIGENE WOHL" Ich sehe auch keine Resignation meinerseits, sondern habe gemeint, dass die beiden Sätze des Ex-ÖVP-Ministers äußerst scharfe Worte sind, selbst für jeden von uns Postern!

      senf

      "Der enge Kreis um Kurz bestehe aus ideologielosen Narzissten ..." mit den engen kreis sind wohl eher der berater- und freundeskreis gemeint und nicht seine minister, auch nicht kurz selber. deshalb meine schlüsse aus der aussage. jedenfalls wurde damit die kraft der welle etwas gebrochen, das beobachtende volk atmet auf und ist : beruhigt!

      schmid tritt nicht zurück, er kündigt an, bis zum vertragsende zu bleiben und macht damit ja keinesfalls ein zugeständnis, dass seine anstellung nicht korrekt war, und nimmt der regierung politischen druck. warum wohl?

    so ist es vielleicht

    War dieser Minister auch mal ein bis heute hochgeachteter EU-KOMMISSAR? 👌🏻

      Chronos

      Ihr Tipp ist gut! Ist auch meine erste Wahl. Dieser gestandene Tiroler nimmt sich diesbezüglich GsD kein Blatt vor den Mund. Aber, ich möchte darauf hinweisen, dass es von uns nur eine Spekulation sein kann, auch wenn Sie 1+1 gut zusammenzählen.

      "Der frühere ÖVP-Minister will seinen Namen nicht in einer Zeitung haben, er glaubt aber, dass es nicht mehr lange dauert, bis sich ÖVP-Granden melden. Er werde das jedenfalls tun, wenn es „keine Kehrtwende“ gebe. Die Enttäuschung über Kurz nimmt zu – bei Wählern und Funktionären" – siehe Link: https://www.tt.com/artikel/30788184/die-chat-protokolle-und-die-oevp-gab-schon-bessere-news-fuer-die-partei

      @senf, es liegt mir fern, dich umzustimmen. Meine Meinung habe ich klar zu Ausdruck gebracht – siehe oben. Hie und da haben wir halt auch einmal gegenteilige Meinungen. Warum nicht, lieber senf?

      senf

      chronos, und wenn es den övpä-granden nicht gibt, dann wir der halt erfunden. die strategen um den basti müssen schließlich was für ihr geld tun. die österreischische politkultur lebt ja schließlich von "inszenierung". vielleicht sind wir uns darin ein wenig einig 🤔

      Chronos

      Nein, senf! Tut mir Leid. Da sind wir nicht der gleichen Meinung!

      Nur bei der "Inszenierung" bei den Türkisen (auch bei anderen Pareien) sind wir uns vollkommen einig! Immerhin...

Nichtwisser

In einer bekannten Tageszeitung ist ein neues Wort genannt worden, das in den österr. Duden sicher aufgenommen wird: "familiär" wird dort zu "famillionär". Alles Gute den ÖVP Famillionären!

DP

Also wenn ich mir unsere Politiker (alle Farben! ) so ansehe, frage ich mich schon: wer von denen sollte irgendwas besser machen als die, die momentan was zu sagen haben???

    Franz Brugger

    Zumindest sollten Politiker anderer Farben dies probieren können....

    Es sollte doch eine Regierungsbeteiligung im Verhältnis der Wählerstimmen geben, weil im jetzigen System werden zumeist fast 50% der Wähler ausgeschaltet.

      Ceterum censeo

      Viele Mitbürger schalten sich durch ihre Nichtteilnahme an Wahlen selbst aus. Dann meckern sie, wenn ihnen die politische Kost - vermischt mit zuviel Eigennutz! - nicht passt. Ich wäre dafür, die Mandate nach der Wahlbeteiligung zu vergeben. Maximal 165 Abgeordnete, wie früher einmal, tätens auch. Gäbe es weniger Abgeordnete, müssten sie sich mehr um die Interessen des Volkes kümmern. Warum mehr arbeiten, wenns bequemer geht?

    Denksport

    Und ich frage mich, wer könnte es schlechter machen?

Der Graukofler

Da fällt mir nur ein etwas abgewandeltes Zitat von Friedrich Schiller ein: "Die Herrschenden hören auf zu herrschen, wenn die Kriechenden aufhören zu kriechen".

lienzer666

Jung, dynamisch, eine gute Rhetorik - ab in die Politik. Von der Schule weg, in eine Organisation der Parteien, sich durch freche Sprüche nach oben katapultieren. Die Personen gibt es in allen Parteien, aber bei der neuen Farbe türkis scheint es besonders ausgeprägt zu sein. Ich möchte nicht alles schlechtreden, aber antreten um einen neuen Stil in die Politik zu bringen, den sehe ich im Team KURZ nicht, nein es ist sogar noch dreister geworden, die schrecken sich sich von gar nichts zurück, es wird ALLEN gedroht die eine andere Meinung haben, sogar der christlichen Gesinnung.

    Chronos

    @lienzer666, Sie haben das sehr gut formuliert! 100%ige Zustimmung

aktuell

Mitglieder der Bundesregierung müssen bei ihrer Angelobung einen Eid ablegen, dass ihre Arbeit ausschliesslich zum Wohle Österreichs dient. Nachdem jetzt immer mehr Fälle aufgedeckt werden und man von Korruption spricht, genügt es nicht mehr, dass der Herr BP salbungsvoll verkündet: WIR (von Gottes Gnaden) sind nicht so!

    Chronos

    @aktuell, Sie haben Recht. Leider nehmen die meisten türkisen Reg.Mitg. das mit der Angelobung und Eid und dass ihre Arbeit zum Wohle Österreichs dient nur den einen Tag ernst.

    Was die Korruption betrifft, schreiben Sie selbst, dass man davon (nur) spricht. Im Grunde sehen das sicher mehr als 50% der Ö so. Aber strafrechtlich wird vermutlich vorerst nichts hängen bleiben. Nicht einmal das Bsp. KH Grasser, welcher nach vielen Jahren und sehr langer Verfahrensdauer zu 8 Jahren Haft, Ex-Lobbisten Meischberger 7 J. und Hochegger zu 6 J. Haft verurteilt wurden, schreckt die Türkisen nicht ab, in ebendieser Art in der Politik weiter zu machen!

Kurve

Sehr guter Artikel👍❤

aktuell

An Dolomitenstadt: bitte leiten Sie den excellenten Beitrag von Frau Ingruber an die Redaktionen der österreichischen Tageszeitungen weiter. Österreich hat ein Recht auf die Wahrheit!

    Ceterum censeo

    Frau " I "sehe ich nicht als neue Heilsbringerin. Ich kenne z.B einen HP, der seit Jahren mit weitem Horizont treffend ausgewogen kommentiert. Letztendlich bin ich schon noch in der Lage, mir selbst ein Urteil über das österreichische Politgeschehen - ohne Vorbeterin! - zu bilden.

Astrid123

Danke für diesen tollen und treffenden Beitrag.

Spanidiga

Ich kann nur eines sagen,möchte in Zeiten wie diesen nie ein Politiker sein der wirklich Entscheidungen zu treffen hat,immer weiß jemand es besser...vor allem die,die es sowieso nicht zu entscheiden haben.Bin ein Bürger der schon alle möglichen Farben gewählt hat...wegen der Meinung richtig zu liegen...momentan bin ich auf der Seite derer die sagen...ZUSAMMENHALTEN...und durch,hoffe auf meine Impfung und normales Leben mit Reisefreiheit (persönlich nach Istrien) und das jeder frei wird nach seiner Illusion.Allen einfach das Beste....👍

    Astrid123

    Ehrlichkeit und Anstand haben nichts mit den im Moment sicher schwierigen Corona Zeiten zu tun. Das ist eine Frage der Haltung. Betreffend den politischen Entscheidungen in "Corona Zeiten" (Maßnahmen etc.) ist es sicher schwierig "richtige" Entscheidungen zu treffen und im Nachhinein ist immer jeder klüger. Aber bei den hier kritisierten Entscheidungen geht es um die grundsätzliche Einstellung für wen der gewählte Politiker tätig ist - Volk oder Parteifamilie.

      senf

      wie recht du hast. 👍 die bezeichnung "staatsmännisch" darf man aus dem wortschatz der deutschen sprache streichen aber auch nicht durch "staatsfrauisch" ersetzen. 😉

    bergfex

    @Spanidiga

    .........hoffe auf meine Impfung und normales Leben mit Reisefreiheit (persönlich nach Istrien)...........

    Und sie glauben, wenn sie geimpft sind , sind sie frei von jeder Schuld?

    Es ändert sich leider gar nichts für sie , auser das sie eben geimpft sind. Sie leben auch in der Scheinwelt, wenn sie die Impfung gesund hinter sich gebracht haben, können sie nicht mehr angesteckt werden, bzw. können sie niemanden mehr anstecken.

    Wünsche ihnen viel Gesundheit in Istrien.

      hoerzuOT

      @bergfex: was sie alles über die Wirksamkeit von den unterschiedlichen Vakzinen wissen! Beneidenswert.

    Bergtirol1

    @Spanidiga habe Ihr Posting jetzt mehrfach durchgelesen und kann beim besten Willen nicht nachvollziehen warum soviele auf "Stimmen nicht zu" tippen? Stößt es wirklich jemanden sauer auf, das Sie sich auf Ihre Impfung freuen? Ist das Wort "zusammenhalten" so falsch? Ist der Wunsch" allen einfach das Beste" wirklich für ein Stimme nicht zu - - wert? In einer komischen Welt leben wir ... denn wenn jemand niest sage ich doch auch "Gesundheit", das ist doch nur normal oder?!? 😊

      Muehle

      @Bergtirol Warum? Ganz einfach! Weil es nichts mit dem Artikel zu tun hat und nur vom Thema ablenkt. Astrid hat schon alles dazu gesagt.

Chronos

"Steuerbare" PolitikerInnen und Aufsichtsräte" Untertitel: "Unsere Familie – unsere Sache"

Spätestens nach Publikmachen der Chat-Protokolle lässt sich etwas nicht von der Hand weisen. Die Türkisen mit Kurz und Blümel sind zwar nicht mit der Familie in Sizilien (Cosa Nostra – Übers. Ital. "unsere Sache") vergleichbar, jedoch Parallelitäten oder Ähnlichkeiten in der Struktur könnte man durchaus ableiten. Um mich präziser auszudrücken: Es geht um die liebe „Türkise Familie“ deren Versorgungsposten stehen, wie die Chat´s zeigen, für „unsere Sache“ schon vorher fest. Weites muss die Frage erlaubt sein und möchte exemplarisch zwei Beispiel anführen: Warum ist die Tochter Iris Ortner knapp nach Großspenden (kolportierte 1 Million insges.) in den Aufsichtsrat der Staatsholding Öbag gelangt? Ihr Vater, Klaus Ortner, Industrielle und Hauptaktionär des Baukonzerns Porr hat die ÖVP bzw. Kurz und Türkis mit Großparteispenden unterstützt. Wäre Iris Ortner ohne Spenden ihres Vaters auch in den Aufsichtsrat der Staatsholding Öbag bestellt worden? KTM-Chef Stefan Pierer, der 2017 insgesamt 436.653 Euro an Spendengelder an die ÖVP lockermachte, hat 4,5 Millionen Euro an Förderungen für seine KTM „Motohall“ erhalten. Die Optik ist in allen Fällen in starker Schieflage. Quellen: Die Presse

Die Maske fällt ab! Das zur "weißen Weste" (Moral, Unschuld, Makellosigkeit, Redlichkeit, Ehrlichkeit usw.) von "Saubermann" Kurz und Co.

Chronos

Sie sprechen mir aus der Seele, Frau Ingruber!

Ich hoffe, bei den nächsten Wahlen erinnern sich viele (im Sinne einer Masse) Bürgerinnen und Bürger von welchen Regierungsmitgliedern (Reg. Kurz II) wir momentan regiert werden und strafen Kurz und Co. klar ab. Sodass es keine Regierung Kurz III geben kann!

    Kurve

    Ich stimme ihrer Aussage zu, wobei es sich wohl nur um das Prinzip Hoffnung handelt. Die Umfragegewerte sagen etwas anderes. Ich habe den Eindruck, der Wähler will Korruption.

      Chronos

      @Kurve, Sie haben schon Recht! Auch mit viel Hoffnung geht´s sich nicht aus. Auch nach den nächsten NR-Wahlen werden wir mit Kurz als BK vorliebnehmen müssen.

      Ihr Eindruck, dass die Wähler Korruption wollen, wird dem Wähler aber nicht gerecht. Ich würde eher sagen, viele Wähler bringen mangelndes oder kein politisches Interesse und Verständnis auf. Manche (leider viele) vergessen sehr schnell. Und viele sehen die Korruption bei den Türkisen einfach nicht. Das müssen nicht einmal Kurz-Fans sein. Siehe momentan 28/6. Die 6 werden immer Kurz wählen, egal was noch alles passiert! Die Wahlkampfmaschinerie der Türkisen mit Euro-Millionen Wahlkampfspenden (eine Umgehung wird den Türkisen u. anderen Parteien schon wieder einfallen) wird alle jene Wähler wieder „einfangen“. Noch dazu kann Kurz mit seiner Rhetorik in der Österreichischen Politik nicht annähernd jemand das Wasser reichen.

      Muehle

      Ach, die Umfragewerte sind doch schon seit Monaten am sinken. Noch hält der Boulevard, aber bald wird es auch denen (oder den eigenen Parteikollegen) zu peinlich, den regierenden Türkisen noch die Stamge zu halten.

      @Chronos Weil er leider der Meister der Gesprächszerstörung und des Herauswindens ist. Sobald er auf jemande/n trifft, die/der ihm das nicht durchgehen lässt, wird es knapp. Rhetorik ist für mich etwas anderes. Beim letzten Wahlkampf wollte er ja zB auch nicht mit Peter Pilz bei Puls 4 diskutieren.

manwie

Fr. Ingruber, Chapeau! Ihr Artikel zeugt von einer bemerkenswerten Sensibilität und schenkt Hoffnung! Zudem bin ich beGEISTert über soviel Einsicht und Mut/Zivilcourage von Seiten der Redaktion. Bitte liebe Leser, wacht auf und verliert die Treue zu einem schädlichen parteipolitischen System einer Bevormundung, das sich nur mittels Leitmedien (als vermeintliche vierte Macht im Staat) als kritiklose Steigbügelhalter und Vasallen über Wasser zu halten vermag! Bitte weiter so, lieber Gerhard! So zeigt sich Journalismus als eminent wichtiges, gesellschaftspolitisches Instrument der Begrenzung unzulässiger parteipolitscher Machtanmaßung und seriöser Aufklärungsarbeit! In Zukunft geht es einerseits um Balance im Diskurs und anderseits um Offenheit bei der Bewältung gesellschaftsrelevanter Themen.

wolf_c

... es ist nicht nur das -parteiensystem-, auch wenn statt dessen hoffentlich bald direkte demokratie kommt, nein, es sind auch die werte der gesellschaft und jedes einzelnen in dieser gesellschaft: dazu bitte die aussage dieser komischen frau glock nachlesen, war vor ein paar monaten in 'dolomitenstadt' zitiert, wegen dem u-ausschuß ...

hoerzuOT

Bitte lassen Sie mich eines hinzufügen: es ist vielleicht wichtig, dass Politiker ein "soziales Jahr" vorab absolvieren, ganz bestimmt wichtig wäre es, wenn es ausgewiesene Experten wären, die auf viel Erfahrung zurückblicken können. Beispiel: der Wirtschaftsminister soll einschlägige und erstklassige Erfahrung in diesem Bereich aufweisen können und studierter Experte seines Faches sein. usw. Es ist kein Geheimnis, dass Spitzenkräfte außerhalb der Politik ein Vielfaches verdienen und !!auch!! dadadurch nie auf die Idee kämen, in die Politik zu wechseln. Gemessen an den Kompetenzen einiger Kräfte in unserer BR, investiert Ö allerdings viel zu viel Geld in seine Politiker. Es gibt aber auch Gegenbeispiele: aktuelle Minister für Arbeit u.a.

    senf

    die meisten lukrativen und überbezahlten managerjobs in österreich sind in staatlichen und halbstaatlichen konzernen angesiedelt und werden in der regel von den günstlingen besetzt, die eine politische laufbahn hinter sich haben, denn sie müssen versorgt werden. weil sie die strukturen der machenschaften in österreich kennen, sie sind mitunter im hintergrund garant dafür, wie man den politischen nachwuchs, oder parteispenden organisiert (pröll, riess-passer ...)

    diesen satz von frau ingruber finde ich sehr trefflich:

    "... es ist das Parteiensystem, das es zulässt, dass Menschen noch in der Schulzeit in die Politik einsteigen – was prinzipiell nicht böse ist – und dort früh erfahren, dass es immer nur nach oben geht, solange man auf „die Familie“ hört und dieser dient"

    mein erster gedanke errinnert mich an die jungorganisationen wie die "jungbauern und landjugend" die mit gesellschaftlichen aktivitäten hie und da recht rührig sind, aber dann ordentlich an den start gehen, wenn wahlen anstehen. mein zweiter gedanke sieht das als missbrauch der jugend.

      Chronos

      Ja, senf! Du hast das System durchschaut! Und diese Strukturen passen auf fast alle Parteien in Ö – hauptsächlich auf ÖVP/Türkis, Rot und Blau.

      Volle Zustimmung bis auf deinen letzten Absatz…

      hoerzuOT

      nicht ganz, lieber senf. Denken Sie an (der großen Öffentlichkeit) völlig unbekannte, wenn auch erfolgreiche, Zahnärzte und Anwälte. Denen kommt beim Gehaltszettel unseres Bundeskanzlers bestenfalls ein Grinser aus. Von Firmenchefs, ja bestimmt auch von so mancher Firma in OT, auch.

      senf

      @chronos, schade, dass du den meinen letzten absatz nichts abgewinnen kannst, denn der sollte eigentlich wiederspiegeln, wo das übel seinen ursprung nimmt. zumindest hier im bezirk lienz.😒

      wer hier anders denkt, muss wohl eine portion diplomatie zu tage bringen um nicht von der meute gerupft zu werden. denk bitte an die letzte landtagswahl.

      senf

      @hörzuOT, bei den managern, ärzten usw. in der privatwirtschaft sind die gehälter mancherorts höher - wenn sie erfolgreich sind - da hast du schon recht. wenn sie versagen, dann sind sie in der regel von der bildfläche verschwunden.

      wer aber aus "berufung" in die politik geht, bei dem sollte das gehalt nicht priorität eins haben, er will ja für die gemeinschaft arbeiten und nicht für seinen sack. und wenn er versagt, dann braucht er auch keinen versorgungsjob mit mehrfachgehalt.

      aber da bin ich wahrscheinlich zu gutgläubig, oder?

      Chronos

      @senf, ich gewinne deinem letzten Absatz schon was ab. Aber dass du das so siehst, habe ich nicht bedacht…

Bergtirol1

... Fehler einzugestehen erfordert Mut/Einsicht und vor allem Ehrlichkeit zu sich selber... denn wenn Personen wie Frau Merkel eine "Entschuldigung" über die Lippen bringt, kann man sowas auch von unseren heimischen Politikern erwarten!! Das wäre zumindest in meinen Augen ein Anfang... 😊

    hoerzuOT

    Um Frau Merkel bin ich meinen deutschen Freunden sowieso "heillos gluschtig". Top Frau, top Führungskraft!

      nikolaus

      Ich schätze ihren Beitrag zur allgemeinen Volksbildung: Seit Fr. Merkel Kanzlerin ist, weiß so ziemlich jeder Mensch, was eine "Raute" ist. 😜