Gedanken zum Osttirol Innovation Award

Franz Brugger regt in einem Leserbrief an, die Sieger nur durch eine Fachjury zu ermitteln.

Die Einreichungsfrist zum Osttirol Innovation Award ist vorbei und nun ist die Zeit da, diese 18 Ideen zu bewerten und auch die Preisträger zu ermitteln. Das ist sicher keine leichte Aufgabe, da es Projekte in verschiedensten Ausrichtungen gibt. Die angeführten Kriterien sind überwiegend wirtschaftlich ausgerichtet, was man nicht vorweg kritisieren darf.

Die Kriterien wie vorgegeben:
• Innovationsgrad
• Kundennutzen und Marktpotenzial
• Praktische Verwertbarkeit
• Wirtschaftliche Machbarkeit
• Stärkung des sozialen Zusammenhalts
• Potenzial zur Digitalisierung
• Beitrag zum Klimaschutz

Da haben es Projekte die keinen vordergründigen materiellen, sondern ideellen Ansatz haben eben schwerer. Es sind aber doch einige Projekte eingereicht, wo man nicht Marktpotenzial, wirtschaftliche Machbarkeit, Potenzial zur Digitalisierung oder Beitrag zum Klimaschutz so leicht ermitteln kann und auch soll. Da würde aus den bestehenden Kriterien nur Stärkung des sozialen Zusammenhalts zutreffen.

Da 3x € 3000,00 vergeben werden, könnte man ja die Projekte in Kategorien einteilen. Was ich aber zudem als problematisch sehe ist der folgende Ansatz: Wer sucht die Gewinner aus? Wie bei „Dancing Stars“ einerseits eine Fachjury, andererseits das breite Publikum, das im Internet zur Bewertung aufgerufen wird. Diese Methode hat bei Dancing Stars dazu geführt, dass eben (tanztechnisch) skurrile Teilnehmer ganz weit nach vorne gekommen sind.

Bei Bewertung über Internet – sei es Postings, Likes bei Facebook, etc. wird es zum Wettstreit im Aktivieren von Freunden, Followern kommen und nicht mehr darum gehen, wer die besten Ideen hat.

Ich würde es begrüßen, wenn deshalb die Bewertung ausschließlich von der Jury erfolgt.

Franz Brugger, Lienz

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5 Postings bisher
r.ingruber

Von welchem Fach sollte die Fachjury sein?

    Franz Brugger

    Eigentlich sollten durch die Mitglieder oder Zusammensetzung der Jury verschiedene Kompetenzen abgedeckt sein, damit eben sozial ausgerichtete immaterielle Projekte wie Kraftregion Osttirol, Der Trost der Berge, Tool für bessere Stimmung, etc gegenüber den von den Projektbetreibern (Danke für das Projekt an sich!) erstellten Bewertungskriterien - sieh oben - nicht durch den Rost fallen.

    Habe jetzt Selbstzweifel 🙄 ob ich mich verständlich genug ausgedrückt habe. Sie, Herr Ingruber sind ja ein Meister der pointierten Feder"spitze", dessen Beiträge auch "zwischen den Zeilen" lesbar sind..... Mein Anliegen ist es dass eben nicht nur Profit, Kundennutzen, Chancen der Verwertung als Maßstab gelten. Oder, dass man zumindest eine Kategorie für "soziale, immaterielle" Projekte definiert, dab würden dann immer noch 2 Preise für die Wirtschaft verbleiben

      r.ingruber

      Herzlichen Dank, kann ich absolut zustimmen.

      Julius

      Ich kann dem nur zustimmen. Bin selber mit einem der Projekte am Start und kann der Bewertung durch Likes und Daumen hoch in den Sozialen Medien nichts abgewinnen (obwohl wir da als digitale Geschichte durchaus profitieren würden).

      Der Award erhält dadurch sicher eine breitere Aufmerksamkeit (das nützt wiederum allen Teilnehmenden), als Bewertungskriterium sollten die Initiatoren diesen Teil aber nur mit einer kleinen Gewichtung versehen.

      Die Schaffung einer Preiskategorie für die "sozialen, immateriellen" Projekte finde ich eine tolle Idee!

spitzeFeder

👍