Kunstkarten an Günther Platter zum Schutz der Isel

Mit einer Kulturaktion wollen WWF und VEO auf die Bedeutung der Zubringerbäche hinweisen.

Der Schutz der Osttiroler Flusslandschaft rund um die Isel und ihre Zubringer ist ein Thema, das aktuell intensiv diskutiert wird. Projekte wie das umstrittene Kraftwerk Halsach-Kalserbach sind nur die Spitze des Eisberges, denn auch weitere Zubringerflüsse der Isel, die selbst vor dem Kraftwerksbau geschützt ist, sollen wirtschaftlich genutzt werden. Eine Situation, die von Naturschützern und Expertinnen immer wieder kritisiert wird.

Die Isel sei als einer der letzten unverbauten Gletscherflüsse von Zubringern wie dem Kalserbach, dem Tauernbach oder der Schwarzach und deren Wasser, Sediment und Geschiebe abhängig, lautet das Hauptargument. Für Fische wie die Äsche oder den Huchen, aber auch für Fischotter und Kröten bietet das gesamte Flusssystem ohne Kraftwerke einen idealen Lebensraum. Der Bau von Kraftwerken gefährde damit den Fluss, heimische Tiere und Pflanzen, aber auch das typische Landschaftsbild des Flusssystems, unterstreichen Naturschützer.

Nach einem offenen Brief von Prominenten wie Toni Innauer an Landeshauptmann Günther Platter wollen der Verein Erholungslandschaft Osttirol (VEO) und der WWF nun mit einer neuen Initiative Aufmerksamkeit für ihr Anliegen schaffen. Mit einer Kunstkarten-Aktion richten sie einen Appell an Landeshauptmann Günther Platter, das gesamte Flusssystem der Isel und ihrer Zuflüsse als Naturerbe Tirols unter Schutz zu stellen.

Das Bild „Spätwinter am Kalserbach bei Lana“, Aquarell 2021, von Hannelore Nenning zeigt, dass die Osttiroler Flusslandschaft auch ästhetischen Wert hat.

UnterstützerInnen können eine vorgedruckte Kunstkarte samt Begleittext per Post oder Mail an Landeshauptmann Günther Platter schicken und darauf aufmerksam machen, dass die gesamte Flusslandschaft der Isel schützenswert ist. Ein digitaler Service per Mail ist über die Website von „Flüsse voller Leben“ eingerichtet worden.

Auf der Postkarte abgebildet ist das Motiv „Spätwinter am Kalserbach bei Lana“, Aquarell 2021, das die Osttiroler Künstlerin Hannelore Nenning zur Verfügung stellt. Nenning macht bereits seit Jahren den landschaftsästhetischen Wert intakter Flusslandschaften zum Thema ihrer Kunst. Zum Wert des Flusssystems-Isel sagt sie: „Für den Fortbestand der natürlichen Isel-Landschaft ist es von allergrößter Bedeutung, dass das Fluss-System als ein solches verstanden und nicht leichtsinnig außer Kraft gesetzt wird.“

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8 Postings bisher
Burgi

Um die Isel als Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten ist es unbedingt auch notwendig, auch ihre Zubringerflüsse zu schützen, denn Haupt- und Nebenflüsse sind in vielerlei Hinsicht miteinander vernetzt! Fließgewässer sind störungsanfällige Ökosysteme: durch Hochwasser und Muren... können Lebengemeinschaften in einem Gewässerbereich ausgelöscht werden. Sie benötigen dann die Seitenarme, von wo aus sich die unglaublich flexiblen Fließgewässersrten wieder ansiedeln können!

Abgesehen davon sind natürliche Flüsse einfach unglaublich schön! Faszinierende Orte, an denen wir wieder Kraft tanken können! I love rivers!

senf

für den von einen kraftwerksprojekt gefährdeten gletscherbach fehlt mir einwenig der kraftausdruck des wassers, denn dieser bachabschnitt ist eigentlich sehr markant durch sein großes blockwerk im gerinne.

sonst einen sehr aktuelle darstellung mit den vom sturm kahlgefegten waldhängen. ich würde das motiv erstehen.

    Burgi

    Im Winter führen Gletscherbäche halt wenig Wasser

      senf

      liebe burgi, um das gehts doch nicht, du solltest mein posting ohne vorurteilslos lesen. auch das kleinste gewässerchen kann zum wildbach anschwellen und enorme spuren des kraftaktes hinterlassen. ich habe die großen steine und blöcke damit gemeint, die dieses bachbett säumen und mich bei meinem augenscheinen vor ort immer fasziniert haben. und die fehlen mir am kunstgebilde halt ein wenig. darf das nicht erwähnung finden?

      senf

      burgi, ich muss mich bei dir entschuldigen! das aquarell von frau nenning zeigt den kalserbachabschnitt bei lana, der wegen des geringen gefällles nie und nimmer für ein kraftwerk genutzt werden könnte, allerdings in seinem flussystem-oberlauf vorher ganzjährig bereits über sechs turbinenräder elektroenergie erzeugt hat.

      mein posting bezog sich auf den weit darunter liegenden und imposante gewässerbschnitt bis haslach/staniska, der durch kraftwerkspläne in seinem markanten erscheinungsbild sehrwohl gefährdet ist, die typischen merkmale einer vom gletscherwasser geprägten flusslandschaft trägt und damit schützenswert ist

      ich bin leider auf die manipulation des wwf (götsch?) reingefallen. ja, manchmal schadet es nicht, die dinge eine nachtlang zu überschlafen ☺.

Chronos

Tolle Initiative. ​Bleibt am Drücker! Sehr schönes Aquarell von Hannelore Nenning.

"Wir haben die Erde, die Berge, die Flüsse und die Wälder von unseren Eltern nicht geerbt, sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen. Wir sind nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie auszubeuten, wir sind hier um sie zu behüten und so an unsere Kinder weiterzugeben" (ummod. Indianersprichwort)

gemeiner Waldkauz

Ich bewundere jeden Menschen der sich so vorausschauend für die Natur einsetzt!

defregger

Starke Idee! ....und, nur nicht locker lassen bitte.

Meine Unterstützung ist dauerhaft!