Ein neugieriger kanadischer Wolf pirscht sich an die Wildbiologin Gudrun Pflüger heran. Foto: Screenshot/YouTube

Ein neugieriger kanadischer Wolf pirscht sich an die Wildbiologin Gudrun Pflüger heran. Foto: Screenshot/YouTube

Gudrun Pflüger im Podcast: „Keine Angst vor Wölfen“

Ein Interview aus unserem Archiv mit einer Wildbiologin, die wilden Wölfen sehr nahe kam.

Pünktlich mit den steigenden Temperaturen kommt auch das alljährliche Sommerdrama wieder auf die tagesaktuelle Medienbühne: die Rückkehr des Wolfes in den Alpenraum. Die Bauern und ihre Standesvertreter sehen mit den Schafen auch die wirtschaftliche Grundlage für traditionelle Almwirtschaft in Gefahr und warnen vor Auswirkungen auf den Naturraum und den Tourismus. Sie wollen die streng geschützten Einwanderer zum Abschuss freigeben. Tierschützer führen ins Treffen, dass nur ein Bruchteil der im Almsommer getöteten Schafe auf das Konto von Wölfen geht und man die Herden auf verschiedene Arten vor dieser Bedrohung schützen kann.

Die Grazer Wildbiologin Gudrun Pflüger sieht die Problematik differenziert, hat auch Verständnis für die Sorgen der Bauern, will aber vor allem Bewusstsein für das wahre Wesen der Wölfe schaffen. Die ehemalige Spitzensportlerin war in der kanadischen Wildnis unterwegs, folgte den Spuren der Küstenwölfe und setzte sich mitten in ein wildes Wolfsrudel. Ihre Erfahrung: „Man muss keine Angst vor Wölfen haben.“

Dieser Beitrag stammt aus unserem Archiv und wurde auf dolomitenstadt.at erstmals 2019 anlässlich eines Vortrags von Gudrun Pflüger in Lienz veröffentlicht. Er hat seither nichts an Aktualität verloren.


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7 Postings bisher
Lisie S.

Wenn man so nachdenkt wird einem von Klein auf an erklärt, dass der Wolf böse ist - siehe vorangegangene Postings. Ich würde einfach bei den Leuten fragen, die sich auskennen und zwar Gudrun Pflüger. Und NEIN, der Wolf ist nicht böse, der war schon vor uns Menschen da und hat seinen Platz gehabt. Nur hat es der Mensch (wie bei vielen Dingen) es geschafft, dieses edle Tier auszurotten. Man muss sich viel mehr über den Wolf informieren, nicht einfach nur sagen, der ist böse und gehört weg!!

Herb62

Die Verharmlosung eines Spitzenprädators ist völlig fehl am Platze. Es hatte sicher seine Gründe, dass sich der „schlechte Ruf“ vom Wolf bis heute halten konnte.

    hoerzuOT

    Schauen Sie bitte in andere Länder, wie dort damit umgegangen wird. Soll jedes Tier ausgerottet werden, das eine Gefahr darstellt? Vergessen Sie bitte nicht, dass der Wolf sehr lange bei uns endemisch war.

    Wie schaut's mit der Kreuzotter aus--- ihr Biss ist auch sehr gefährlich. Ausrotten? In Australien müsste man tatsächlich "jede" Spinne töten-- zigmal gefährlicher für den Menschen als der Wolf. Kanada: Will man dort auch den Wolf/Bär ausrotten? Slowenien: Wolf- akzeptierter Gefährte des Waldes. uswusw....Ausrotten???

    " Das ist meine kleine Welt", wie Waterloo und Robinson zu singen wussten.

    Nix für ungut und einen schönen Sonntag.

    P.S.: Entschädigung für die Bauern? SELBSTVERSTÄNDLICH.

    miraculix

    Rotkäppchen, Der Wolf und die sieben Geißlein, Fuchs und Wolf, brauchen Sie noch mehr "Argumente" warum der Wolf unbeliebt ist?

Haberg21

Zum Vergleich: Gudrun Pflüger und die vielen Wolfsbefürworter haben keine "eigenen" Schafe auf der Alm! Und: Der Wolf hat seine absolute Berechtigung in den Weiten der kanadischen Wildnis, das ist unbestritten! Der Wolf hat in unseren "zivilisierten" Gegenden nichts verloren - man hat ihn hier nicht ohne Grund ausgerottet! Nur der Mensch der ihn hier wieder eingesetzt hat, ist von der Tragweite der Störung total unkenntlich - das Tier kann ja nichts dafür - es folgt nur seinem natürlichem Instinkt!

    Muenchner

    Der Wolf hat in unseren "zivilisierten" Gegenden nichts verloren - Weil wir so zivilisiert sind rotten wir Tiere aus . Ob die teilweise tagelangen Transporte der Lämmer zur Schlachtbank in Europa und teilweise nach Afrika so zivilisiert sind , frag ich mich eher . Außerdem sind die Wölfe eingewandert und nicht von Menschen in Tirol angesiedelt worden . Das selbe in Deutschland .

    Wenn sich Wölfe im Nationalpark Hohe Tauern oder in Hochgebirgstäler niederlassen, hat das eine Berechtigung .

    Ich bin für den Erhalt der Kulturlandschaft, aber 10 Wölfe in Tirol und 250 gerissene Schafe im letzen Jahr halte ich für verträglich . Brauch nur Googeln und sehe das jährlich hunderte Tiere durch falsche Haltung , Tierquälerei und Hunde verenden .

    Sehr zivilisiert

      hoerzuOT

      Ich sehe das genauso, geschätzter Muenchner. Es gibt so viel mehr, vom Menschen verursachtes, Tierleid als gerissene Nutztiere durch einen natürlichen Feind. Den Bauern sollte selbstverständlich Entschädigung bezahlt werden. Der Wolf ist dorthin zurückgekehrt, wo er jahrhundertelang ( wahrscheinlich länger) gelebt hat. Wir sollten endlich lernen, damit umzugehen- so wie beispielsweise Australien gelernt hat, mit der dortigen Fauna umzugehen....und dort schaut's, man verzeih mir, diesbezüglich a bissl sehr anders aus. Jede Spinne kann eine reale Bedrohung sein. Hat sich Kanada eigentlich schon über die dortigen Wölfe/Bären etc beklagt?