Wildpark Assling: Wisent-Nachwuchs bereitet Freude

Vor 100 Jahren akut bedroht, erlebt das schwerste Landsäugetier Europas einen Aufschwung.

Der Wildpark Assling freut sich über eine komplikationslose Geburt eines gesund und vital wirkenden Wisent-Kalbs. Gründe für das beinahe Aussterben des Wisents in den 1920er Jahren sind unter anderem Lebensraumverlust, Wilderei und die niedrige genetische Variable der Rinderart, die die Weiterentwicklung und Anpassung des Tieres an sich verändernde Lebensumstände beträchtlich einschränkt.

Durch das Engagement von Zoos, Tierparks und Privatpersonen wurde das typische Herdentier in Europa jedoch wiederangesiedelt. Tatsächlich sind alle heute lebenden Wisente die Nachkommen von zwölf in Tiergehegen gehaltenen Exemplaren. Wisente, auch Europäische Bisons genannt, grasten schon im frühen Mittelalter auf Europas Wiesen und waren auch Inspiration und Motiv für frühe Kunstwerke. Eine 40.000 Jahre alte Wisent-Skulptur aus der jüngeren Altsteinzeit zählt heute zum UNESCO-Welterbe und ist im Museum der Universität Tübingen ausgestellt.

Am 9. Juli überraschte eine Kuh mit ihrer neuen Begleitung das Wildpark-Team. Foto: Wildpark Assling

Das Europäische Bison gehört zwar zu den Beutetieren der Wölfe und Luchse, ist jedoch durch seinen Aufenthalt in der Herde, die außerhalb der Brunftzeit aus Kühen und Jungtieren zusammengesetzt ist, für Fressfeinde kaum erreichbar. Die geringe Sehkraft des Tieres wird durch einen umso intensiveren Geruchssinn und eine Sprintgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h ausreichend kompensiert. Eine erfolgreiche Wiederansiedelung der Wisente in Europa veranlasste die „Schutzgemeinschaft Deutsches Wild“ das Wisent gleich zweimal – nämlich in den Jahren 2008 und 2014 – zum Tier des Jahres zu küren. Mit der Haltung von Wisenten unterstützt der Wildpark Assling die Vermehrung und Wiederansiedelung dieses Rinderbestands.

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