Yildirim fordert Entschuldigung von Kurz bei Missbrauchsopfern

SPÖ-Justizsprecherin hält Vergleich des Bundeskanzlers mit Gewaltopfern für untragbar.

Eine Grenzüberschreitung sieht SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim im medial geäußerten Vergleich von Sebastian Kurz zwischen Missbrauchsfällen in der Kirche und Ermittlungen der unabhängigen Justiz. „Der Kanzler vergleicht nicht nur pädophile Priester mit Staatsanwält:innen, er setzt auch sich selbst mit Opfern von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch gleich. Dass Kurz die Ermittlungen gegen sich als unangenehm empfindet mag sein. Sich damit aber mit Gewaltopfern zu vergleichen, ist völlig unangemessen. Die Betroffenen konnten oft erst nach Jahrzehnten über ihre traumatischen Erfahrungen sprechen und wurden dann auch nur zum Teil mit eher überschaubaren Summen ‚entschädigt‘. Der Kanzler muss sich sowohl bei den Opfern, als auch bei den Staatsanwält:innen entschuldigen“, fordert Yildirim.

Selma Yildirim: „Der Kanzler vergleicht sich selbst mit Opfern von sexuellem Missbrauch. Das ist unangemessen.“ Foto: Hitthaler

Für sie wäre das zudem ein guter Anlass, endlich mehr Geld in die Gewaltprävention zu investieren: „Wie man sieht ist das Bewusstsein für Gewalt und ihre Ursachen auch in der höchsten Politik noch nicht angekommen.“ Kritik zu üben sei selbstverständlich immer möglich. Insbesondere von einem Kanzler sollte das aber sachlich passieren. Das ist bei der ÖVP allerdings schon lange nicht mehr der Fall. Die ständigen Anpatzversuche gegen die Justiz schaden dem Rechtsstaat. Das hat mit souveräner Staatsführung nichts zu tun“, kritisiert Yildirim.

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1 Posting bisher
schreiberin

Kann Frau Yildirim nur Recht geben und frage mich wie weit Kurz und seine Gefolgschaft noch gehen werden. Absolut untragbar!