Wolf: Kuenz erteilt Hauser eine Lektion

Ein EU-Gesetz könne man auf nationaler Ebene nicht kippen.

Auch wenn sich die ÖVP-Vertreter der Tiroler Bauernschaft hin und wieder so verhalten, als könne man den Wolf einfach abschießen und die Wolfsproblematik so lösen, kommt diesmal eine Schelte vom Landtagsabgeordneten Hermann Kuenz (ÖVP) an den Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser (FPÖ), der vorgeschlagen hatte, doch einfach die FFH-Richtlinie rund um den Schutz des Wolfes zu ändern.

Laut dieser Richtlinie genießen die großen Beutegreifer den höchsten Schutz der Europäischen Union und können eben deshalb nicht einfach zum Abschuss freigegeben werden.

„Gerald, mia derfn nit schiaßn!“ Hermann Kuenz (rechts) erklärt Gerald Hauser die Spielregeln in der EU. Foto: Brunner Images

Ebenso wenig lässt sich ein EU-Gesetz auf nationaler Ebene ändern. „Es ist das übliche Spiel. So wie auch in anderen Bereichen versucht die FPÖ den Bauern auch beim Thema Wolf vorzugaukeln, dass juristisch komplexe Probleme leicht zu lösen wären, wenn nur der politische Willen vorhanden wäre. Der Vorschlag von FPÖ-Nationalrat Gerald Hauser, dass Österreich doch einfach die FFH-Richtlinie ändern soll, ist ein Paradebeispiel für dieses doppelbödige Spiel. Tatsache ist nämlich – und ich gehe davon aus, dass die FPÖ das auch weiß – dass eine Änderung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nationalstaatlich nicht möglich ist“, so Kuenz.

Die Tiroler Volkspartei habe im Juli-Landtag rechtlich alles umgesetzt, was möglich sei, so der Osttiroler Abgeordnete: „Mit der Änderung des Almschutz- und des Jagdgesetzes und der damit einhergehenden Einsetzung einer Fachkommission, die Maßnahmen bis hin zur Entnahme von Problemtieren anordnen kann, haben wir den rechtlichen Spielraum voll ausgereizt. Mir ist bewusst, dass das manchen zu wenig sein wird. Aber wir tun, was möglich ist.“

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10 Postings bisher
Heidemarie

Und die Zeit wird kommen, wo ein,, gestörter Wolf '' einen Menschen anfällt! Alleine möchte ich nie mehr auf unseren schönen Almen unterwegs sein!

    12345

    Dann darfst du Auto auch keines mehr fahren, die Wahrscheinlichkeit dass du einen Unfall hast ist nämlich wesentlich höher als vom Wolf angefallen zu werden.

manwie

@Der Graukofler Vielen Dank, dass sie NR Hauser für sein unermüdliches und erfolgreiches Engagement für Covid Hilfen für Privatzimmervermieter lobend erwähnen. Ebenso für seine anerkannte Kritik an Kinderimpfungen in seinen jüngsten Parlamentsreden. Gerade die Anliegen der Privatzimmer sind für Osttirol von großem lokalen Interesse. Schade nur, dass die Dolomitenstadt darüber konsequent nicht berichtet hat...

Der Graukofler

Als kein ausgewiesener Anhänger von NR Gerald Hauser muss ich doch bemerken, dass er mir in letzter Zeit positiv aufgefallen ist. Seine kritischen und gut recherchierten Reden zur Corona Impfung, vor allem zur Kinderimpfung und sein Einsatz für Covid Hilfen für Privatzimmervermieter sollten nicht unerwähnt bleiben.

so ist es vielleicht

Sind doch beide nur schimpfende Politmarionetten ihrer Parteiführungen!

Martin K.

Statistik Austria. Bitte nachlesen... Im Jahr 2019 wurden 159.000 Schafe in Österreich geschlachtet. Dazu kommen ganz viele die lebendig in den Orient verfrachtet werden. Die sind in dieser Statistik gar nicht berücksichtigt. Böser Wolf....

    Marille

    Du hast verstanden, worum es hier wirklich geht 👍

RosemarieB

Die Süffisanz des Bildtextes hat mich schmunzeln lassen . . . Was mich eher nachdenklich stimmte: Mir ist (unverzeihlich!) anscheinend lange Zeit entgangen, daß wir Osttiroler im Nationalrat eine Vertretung haben . . . meine Bildungslücke somit geschlossen . . . Man verzeihe mir meine Süffisanz U nehme es mit Humor - der in Zeiten wie diesen nur wohltuend ist . . .

manwie

Liebe Redaktion ich freue mich über den objektiven Bericht, in dem der Herr Landtagsabgeordnete Kuenz als kompetenter Hüter der EU-Verfassung und wahrer Interpret von EU Normen hochgelobt wird, indem er die Inkompetenz des "aufmüpfigen" Nationalratsabgeordneten Mag Hauser schulmeisterlich aufzeigt. Ich frage mich nur, ob damit den Osttiroler Schafbauern und dem Erhalt Osttiroler Kulturlandschaft irgendwie ein Dienst erwiesen wird oder ob hier nur politisches Kleingeld geschürft wird.