Defereggental: WWF ortet Fehler bei KW-Bewilligung

Land Tirol will notwendige Trassenänderung der Druckrohrleitung aber neu beurteilen.

Als „mangelhaft und veraltet“ bezeichnet Marianne Götsch, Gewässerschutzexpertin beim WWF Österreich, die vom Land Tirol für das Gemeindekraftwerk Defereggental an der Schwarzach erteilte wasserrechtliche Bewilligung. Die Naturschutzorganisation legt deshalb eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht ein: „Es gibt hier schwere Verfahrensfehler“, argumentiert Götsch, „dort, wo die Druckrohrleitung des Kraftwerks entlangführen soll, werden aktuell bereits Lawinenschutzgalerien gebaut. Das ist so, als würde man einen Parkplatz an einer Stelle genehmigen, auf der gerade ein Haus errichtet wird.“

Da der derzeitige Projektplan faktisch nicht durchführbar sei, müssten die Kraftwerksbetreiber in weiterer Folge erhebliche Projektänderungen vornehmen – was wiederum zu einer wesentlichen Verschlechterung des ökologischen Zustands führen könne. „Wenn bei einem Kraftwerk nicht einmal klar ist, wo die Druckleitung verläuft, kann von einem entscheidungsreifen Projekt keine Rede sein“ so Götsch. Aus Sicht des WWF wurde die Genehmigung ohne ausreichende Grundlage erteilt.

Dolomitenstadt.at fragte beim Land Tirol nach und erhielt folgende Antwort: „Es handelt sich hierbei um ein laufendes Verfahren, der Bescheid vom 16. Juni 2021 ist noch nicht rechtskräftig. In den letzten Wochen haben sich im Bereich der Defereggen Landesstraße L25 mehrere Murgänge ereignet. Die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Landesstraße werden aller Voraussicht eine Trassenänderung der Druckrohrleitung des Kraftwerkes zur Folge haben. Aufgrund der aktuellen Murgänge und der somit geänderten Ausgangslage für eine Errichtung der Druckrohrleitung für das geplante Kraftwerk ist für die Druckrohrleitung in diesem Bereich eine Neubeurteilung erforderlich.“

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28 Postings bisher
wolf_c

wir leben im luxus und trotzdem fliegt uns die selbstgemachte hässliche welt um die ohren; die bürgermeister wissen nicht mehr wie ihnen geschieht. sie versuchen mit mitteln des vergangenen jahrhunderts die zukunft zu managen: wird nicht gehen. der erweiterte kreis der drüberfahrer klatscht dazu und meint: das war immer schon so, des brauch ma, und behandelt das problem so als sei es die ursache für seine lösung ...

Marc Zebisch, salto: Auf Gemeindeebene ist es entscheidend, den Klimawandel und die Naturkatastrophen immer mitzudenken. Bei jeder raumplanerischen Entscheidung müssen die Auswirkungen bedacht werden, die weitere Versiegelungen haben. Und letztendlich kann jeder Einzelne etwas beitragen.

    steuerzahler

    Was ist ihr Beitrag? Ich lese immer nur Beleidigungen und Rundumschläge gegen Alles und Jeden.

      wolf_c

      für das Richtige gibt es nur falsche Alternativen: ich verweise auf den Vortrag von Frau Kromp Kolb in Oberlienz vor ca einem Jahrzehnt: die Zahl der damals anwesenden Entscheider, politisch Verantwortlichen und hoher Beamter - besonders die der 'wichtigen' - war einstellig. Dies lässt meiner Meinung nach schon Rückschlüsse auf den Bewußtheitszustand unserer regionalen Verantwortungsträger zu.

Burgi

Dass das so stimmt, wie es Frau Götsch darlegt, hat der Bgm. der Gemeinde Hofgarten in der Kleinen Zeitung bereits bestätigt: nämlich, dass die Trasse der Druckrohrleitung, in der von der KW-Beteibern eingereichten Form nicht verwirklicht werden kann und somit die Trasse verlegt werden muss! Grund sind die in letzter Zeit vermehrt auftretenden Murenabgänge, die die Errichtung einer Galerie notwendig gemacht haben!

Ich frage mich nach wie vor, wie es dazu kommen konnte, dass das Land eine veraltete, nicht umsetzbare Version der Trasse genehmigt hat?

Bei wem lag der Fehler oder wollte man gar etwas verschleiern und über die Hintertür heimlich still und leise, ohne vorhergehende Prüfung, eine völlig andere Trasse bauen und dann "wenn sie schon mal gebaut ist" nachträglich genehmigen? Und das in einem geologisch instabilen Gebiet, das ständig Muren und Lawinen heimgesucht wird? Ist das verantwortungsbewusst? Die Schäden zahlt ja eh der Steuerzahler, oder?

    senf

    burgi, kannst du bitte deine vermutungen und unterstellungen sein lassen und sachlich werden?

    um was geht dir eigentlich? um bagatelle oder einfach nur um miesmacherei? das macht schon ein anderer!

      Magua

      Ach Du meine Güte, der Senf ist wieder da! Du hattest uns doch versprochen Dich von diesem Forum fernzuhalten! Hat leider nicht lange gehalten, sehr schade!

      Burgi

      Hi Senf! Findest du etwa die Vorgangsweise in Ordnung!??

      senf

      @burgi: ja. Vor allem aber notwendig!

      Warum wohl?

      Die nun erforderliche Galerie dient der Verkehrssicherheit der Bewohner des Defereggentales und die nun darauf abgestimmte Druckrohrtrasse dem Kleinwasserkraftwerk an der Schwarzach. Beide Projekte wurden an die neuen Gegebenheiten angepasst. Dämmerts?

    Burgi

    Mr Senf! Wenn eh alles passt, warum hat man nicht die aktuelle Version der Druckrohrleitungs-Trasse eingereicht, sondern eine veraltete Version, von der man bereits wusste, dass sie nicht umsetzbar ist!?? Und wieso genehmigt das Land sowas auch noch!?? Und alles für ein energiewirtschaftlich unrentables Ausleitungskraftwerk bei instabiler Hanglage! Lesachbach war wohl nicht lehrreich genug!

Spanidiga

Wer sagt...das alles stimmt nur weil es WWF so sagt...oder darlegt...sind das Götter ? wäre das selbe mit ach so lieben Greta.🤔

    wolf_c

    wer sagt ... das alles stimmt nur weil es Bürgermeister so sagen

hunter

Naturschutzorganisationen wie WWF sind generell gegen Wasser-Kraftwerksbauten etc. und kritisieren alles. Wer bitte soll die Energie zB für die E-Mobilität ab 2035 liefern ... Windräder auf den Bergkuppen, Photovoltaikwiesen in den Bergen oder wir kaufen Atomstrom ... Lösung bitte?

    Burgi

    Lieber hunter! Das hat ja auch seinen Grund! Nur mehr 15% der Österreichischen Fließgewässer sind noch in einem sehr guten ökologischen Zustand! Wie viel können wir noch zusätzlich zerstören, ohne die Lebewelt der Fließgewässer gänzlich auszurotten? Viel Raum nach unten ist nicht mehr! Eine gute Alternative wären echte Förderangebote (statt Lotteriespiel) für Photovoltaik auf Dächern oder bereits versiegelten Flächen! 80 %der Dachflächen sind in Osttirol für Photovoltaik geeignet! Würden wir die nutzen, könnte man noch mal so viel an Strom erzeugen, als bereits erzeugt wird! Wenn du jetzt sagst, dass hier im Sommer mehr Strom erzeugt wird als im Winter, so lass dir gesagt sein, dass das auch bei den geplanten KWs an den Osttiroler Flüssen der Fall ist, denn unsere Gletscherflüsse führen halt im Winter auch nur wenig Wasser!

steuerzahler

Die Argumentation von Götsch ist völliger Unsinn. Es werden Behauptungen aufgestellt, die keine Grundlage haben und absurde Vergleiche angestellt. Außerdem, wenn der Betreiber Probleme mit seiner Leitung hat, dann ist das sein Problem und nicht das vom WWF.

    senf

    👍

    iseline

    @steuerzahler. Warum den WWF für etwas prügeln, wofür eigentlich schon das Land Tirol sorgen sollte! Für entsprechende "strenge" Prüfungen, die natürlich auch die "Klimakrise" berücksichtigen (zunehmende Murenabgänge, instabile Hänge,... ) und Standorte für Kraftwerke doppelt überlegt werden müssen. Es geht ja nicht nur um die Betreiber wie die Tiwag, sondern auch um die Bevölkerung!

    Warnungen gab es ja, nicht nur hier, auch am Tauernbach (Petersbachmure, jetzt ist der Innergschlössbach über die Ufer getreten, Lawinenstriche am Lesachbach und am Kalserbach...).

      senf

      @iseline, was plapperst du da wem nach? am petersbach in matrei gibt es kein kraftwerk, am lawinenstrich des arnigerberges (kalserbach) ebenso nicht und am lesachbach gibt es zwar ein kleinwasserkraftwerk, in dessen umgebung aber keinen lawinenstrich. ich finde es schade, dass hier laufend behauptungen fern von jeder realität gibt. das scheint mode zu werden. einfach nur schade!

      erosion ist seit der gebirgsauffaltung im gange und es wundert mich, dass ganze dörfer auf schuttkegeln (prägraten, virgen, matrei ...) errichtet wurden und bis heute existieren, oder werden sie in osttirol gar bald abgesiedelt. wovor hast du angst oder willst angst machen, iseline?

      Burgi

      @senf Aber die Häufung von Extremwetterereignissen aufgrund des fortschreitenden Klimawandels nimmt immer mehr zu und damit steigt eben die Gefahr von Muren und Hangrutschungen und daher ist es eine zweifelhafte Sache in unmittelbarer Nähe zu suboptimalen Rutschhängen Kraftwerke zu planen

      senf

      liebe burgi, nix aber! nach deiner these zu schließen, ist hier in der iselregion alles möglich, ausser ein wasserkraftwerk. pasta!

      nun, was ist denn mit den vielen wohnobjekten in gefährdungsgebieten, wie die unterlieger bspw. entlang des bretterwandbaches mitten durch matrei? warum baut oder erweitert man immer noch fleissig wohnblöcke, häuser, gewerbehallen, sportanlagen dort und in der nähe von bächen und flüssen oder in gefahrenzonennähe trotz der erkenntnis, dass sich extremwetterereinisse häufen, wie du ja erwähnst? warum vermietet man für viel geld objekte in der almregion, die ebenfalls großen gefahren ausgesetzt sind, wie man letzhin am pegel innergschlöss und brühl ablesen und an den flur- und wegeschäden erkennen konnte?

      vielleicht errinnerst du dich noch, oder kennst von erzählungen die murenabgänge am klaunzerberg (1966(?), im weiler gassen, in nussdorf-debant, in thal oder in innervillgraten und andererorts. heute genehmigt und baut man landauf und landab weiterhin froh und munter unzählige häuser, höfe, wirtschaftswege, und sogar schipisten? auch in oder durch "suboptimale" rutschhänge. damals wurden gefährdete bergbauernhöfe finanziell abgelöst und heute sind die meisten davon wieder bewohnt und vermietet. irgendwie verrückt find ich, weil das instrument der raumordnung auf gemeindeebene eben nicht greift - und deiner intention völlig widerspricht.

      soweit mir bekannt, werden bei uns ausleitungskraftwerke bei hochwasser abgeschaltet. schaufelräder mögen oder vertragen kein geröll, der bach fließt wie gewohnt im bachbett zu tal. ausserdem: deine behauptung, das schwarzachkraftwerk sei ein "wirtschaftlich unrentables ausleitungskraftwerk" ist von dir schon etwas weit hergeholt. leg uns bitte hier im forum deine berechnungen oder betriebsergebnisse vor. oder falls vorliegend, die ergebnisse im verbundbetrieb.

      es geht hier im forumtree längst nicht mehr um die frage zum wasserkraftausbau, sondern um die glaubensfrage des ehrlichen naturschutzes. der versuch, diesen mit technische details zu begründen, ist schon den/r experten/in des wwf leider kläglich misslungen.

      liebe burgi, bekunde einfach, dass du kein weiteres kraftwerk in der iselregion möchtest und du erntest großen respekt! meine meinung dazu kennst du ja, ich bin ein großer iselfreund und bewunderer seines gestalters alfred thenius und der kraft des wassers!

    Burgi

    @senf! Frag das die zuständigen Bürgermeister und Behörden! Diese Projekte sind genauso fragwürdig wie energiewirtschaftlich unrentable Wasserkraftwerke an suboptimalen Standorten!

      senf

      warum hast du dann keine meinung dazu? wo bleibt dein aufschrei? neutral, als gegner oder gar als nutznieserin?

      ist aber auch egal, leute mit tunnelblick sind meist egoisten.

      schönes wochenende.

so ist es vielleicht

Schon nicht ganz so schlecht, dass es Organisationen wie den WWF gibt. Eine Druckrohrleitung in einem labilen Gebiet bauen zu lassen, wer stellt bitte solche Bescheide aus? Früher oder später hätte es diese Leitung dann wohl eh wieder freigelegt? 🤔

Es muss einfach ein Umdenken stattfinden, die Natur und auch der Boden oder der Untergrund verändern sich. Der Permafrost verschwindet, somit auch der "Kleber", der die Berge zusammenhält.

Also in diesem Fall kann ja nur der Einspruch durchgehen, höchstens die Behörde zieht von selbst den Bescheid wegen Verfahrensmängel zurück. Darf und kann sie das eigentlich? 🤷‍♂️

    senf

    @so ist es vielleicht:

    vielleicht solltest du vor deiner hochlobung des wwf den redaktionellen bericht lesen, denn gerhard pirkner hat dort klar festgehalten, dass durch murengefahren auf die landesstraße sicherungsbauten notwendige werden und die darunter vorgesehene kw-druckrohrleitungstrasse daher abgeändert werden muss. was ist daran so schlimm?

    frau götsch konstruiert meiner meinung nach notlügen, um sich aus ihrer fadenscheinigen argumentationschlinge herauszuretten. das ist schlimm!

    vielleicht ist dir aufgefallen, dass in den berichten zum flusserlebnistag am 25 juli an der isel der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol nirgends erwähnt wurde, während sich die vertreter des WWF und der NSB mit dessen lorbeeren schmückten und kess in die kameras lachten? auch das finde ich schlimm!

    naturschutz ja, aber ehrlich!

      Marianne Goetsch

      Schön, dass auch Sie bei unserem Flusserlebnistag Isel anwesend waren, so genau wie Sie hier Bescheid wissen. Dann haben Sie sicher gesehen, dass Wolfgang Retter und weitere VEO Mitglieder auch vor Ort waren und gemeinsam mit uns sich an der regen Begeisterung der Besucher*innen für die Isel erfreut haben, und Sie haben sicher gehört, wie wir deren langjährige Bemühungen für den Schutz der Isel würdigten. Dass keine VEO Vertreter selbst an diesem Tag gegenüber der Presse aufgetreten sind war deren ausdrücklicher Wunsch, welchen wir respektiert haben. Wir stehen gemeinsam für die Isel und lassen uns nicht auseinanderdividieren. Sie können weitere Bemühungen in diese Hinsicht also getrost sein lassen.

      Soylent Green

      Danke, dir Marianne und deinen Mitstreitern, für dein Engagement.👌👍👍👍

      Burgi

      Der Alpenverein Matrei hat das Anliegen als lokaler Verein in den Medien vertreten und der Vorstand des VEO incl. Dr. Retter war beim Fest ebenfalls anwesend! Renate Hölzl hat die Veranstaltung als Privatperson unterstützt!

      senf

      nein, liebe marianne, ich war nicht dabei, denn ich ziehe es vor, die naturschönheiten ohne öffentliches spektakel zu geniesen. ob nun mitglieder vom Verein zum Schutz der Erholungslandschaft privat, aktiv oder als beobachter dabei waren waren oder nicht, tut nichts zur sache, er war ja nicht einmal mitveranstalter, denn das organisierten ja die beiden stiefväter (mütter) des längst geretteten iselflusses.

      leider interessiert das den WWF unter dieser führungsriege gleich wenig, wie der aufschrei im norden europas, wo vorgestern die letzten beiden bussardenpaare durch windrad-flügelschläge moderner stromerzeuger ausgerottet wurden, oder die menschen in chile, die unter schlimmsten arbeitsbedingungen bei der rohstoffgewinnung der von uns so begehrten schätze aus dem schlund der wüste für unserer modernen und "zivilisierten" akkugesellschaft in europa und asien kaum noch auf ein lebensalter von über 35 jahren kommen.

      die ausbeutung der welt, insbesondere der entwicklungsländer mit den armen völkern sind anscheinend nebenschauplätze. es geht längst nicht mehr um die sache, sondern um personen und deren inszenierung. so mein eindruck!

Burgi

Habe ich das jetzt richtig verstanden? Man hat vom Land Tirol aus eine Druchrohrleitungstrasse bewilligt, die in der beantragten Form gar nicht durchführbar ist? Welches Kalkül steckt bitte hinter einer derartigen Vorgangsweise!!!? Ich bin fassungslos!!!!