2021 bisher 250 Schafe in Tirol von Raubtieren gerissen

In Osttirol wurden bislang rund 65 Fälle gezählt. Insgesamt weiden in Tirol 82.000 Schafe.

Bisher sind den Tiroler Behörden rund 250 gerissene Schafe im Jahr 2021 bekannt, teilte das Land am Mittwoch in einer Aussendung mit. Zahlreiche Schafhalter und Almbewirtschafter hätten sich deshalb dazu entschieden, ihre Tiere von den Almen zurück in die Ställe zu bringen. Ersten Meldungen zufolge wurden bisher rund 2.000 Schafe wieder ins Tal gebracht. In Tirol gibt es laut Statistik Austria rund 82.000 Schafe (Stand 2020).

Rund 82.000 Schafe weiden in Tirol, 13.000 davon in Osttirol. Foto: Lena Maria Loose

In Osttirol, wo sich nach Angaben der RGO rund 13.000 Schafe auf den Almen befinden, liegen der Behörde mittlerweile Meldungen von rund 65 toten und zahlreichen vermissten Schafen vor. Bei Rissen in Außervillgraten vom 26. Juli, in Prägraten vom 23. und 16. Juli sowie einer verletzten Ziege in Assling vom 10. Juli und einem toten Schaf vom 12. Juli wurde jeweils ein Wolf aus der italienischen Population nachgewiesen. Für Osttirol liegt nun auch das erste Ergebnis der Untersuchungen zur Bestimmung des Individuums, die Genotypisierung, vor. Jener Wolf, der am 4. Juli in Hopfgarten i. D. zwei Schafe gerissen hatte, wurde im Mai dieses Jahres bereits im Bezirk Innsbruck-Land in Neustift im Stubaital und in Trins genetisch nachgewiesen. Er trägt die Bezeichnung 108MATK.

Kein Ergebnis zur Identifikation des Individuums haben die genetischen Untersuchungen der DNA-Proben in Matrei i. O. am 10. und 17. Juli, in Assling am 6. Juli und in Außervillgraten am 5. Juli erbracht. Im Zuge der Rissbeurteilung werden im Sinne einer kriminalistischen Spurensicherung Proben entnommen. Die Qualität des dabei gewonnenen, nicht sichtbaren genetischen Materials ist jedoch oft nicht ausreichend für die Bestimmung des Einzeltieres.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

12 Postings bisher
willi_001

Es geht hier längst nicht nur mehr um den Wolf. Man will die Almbewirtschaftung mit Wölfen gezielt unterbinden. Zentrale Bewirtschaftung und Versorgungssicherheit sollen mit allen Mitteln erschwert werden. Der Lobbyismus der Lebensmittelindustrie gibt die Richtung vor. Leider gibt es viele manipulierbare Leute, die sich für den Wolfsschutz im Sinne eines falsch verstandenen Tierschutzes instrumentalisieren lassen. Diese Leute kaufen sich lieber „vegane“ Produkte, gezogen aus künstlich angelegten Plantagen in Südamerika, anstatt die bestehende ländliche Nahversorgung zu nützen. Durch die steigende Anzahl der importierten Lebensmittel aus aller Welt (Handelsabkommen), wird somit unweigerlich auch der globale CO2-Abdruck vergrößert.

    le corbusier

    ganz meine rede, es geht nicht um den wolf, sondern um die gewählten bauernvertreter die sich in brüssel von lobbyisten in die tasche stecken lassen und so der agrarindustrie vorschub leisten. die kleinteilige tiroler landwirtschaft hat da keinen platz mehr.

Kapatieme

Wie wäre es wenn wir das Ganze umdrehen und den Wolfsschützern Für jeden toten Wolf eine Ablöse zahlen würden ? Wäre dem Verlust dann genüge getan ? Die Bauern müssen mit dieser Lösung auch leben ! Und werte @ unholdenbank Zwischen gesetzeskonformen Schlachten und lebend von hinten nach vorne angefressen zu werden , da gibt es schon einen kleinen Unterschied , zumindest aus Sicht eines Schafes, oder wie ?

    le corbusier

    interessante Idee, dass mit dem zahlen. man würde so externe kosten die durch das bewusste zerstören eines ökosystemes entstehen, endlich dem verursacher zuschreiben. das gleiche gilt dann auch für kraftwerksbauern. wer den profit macht sollte auch für das zerstörte ökosystem bezahlen.

    unholdenbank

    Der Wolf frisst seine Beute nicht von hinten nach vorne. Er tötet das Beutetier zuerst durch einen Biss in den Nacken oder Hals und frisst dann zuerst die Eingeweide. Von einem lebenden Tier zu fressen wäre für jeden Beutegreifer ungemütlich. Soo doof sind die ja auch nicht. https://wildpark-voellinghausen.de/wolf/

    Also bitte keine rührseligen Geschichten vom Lebendfresser Wolf und auch keine vom rücksichtsvollen "gesetzeskonformen" Schlachter ! Ich habe gesehen, wie es im Schlachthof zugeht - auch nicht vom Feinsten.

      lw5

      Sie haben wahrscheinlich noch zu wenig Fotos und Videos gesehen wie das beim Wolf abläuft!!!🤦🏻‍♀️

      Kapatieme

      @ unholdenbank Warum findet man dann immer wieder lebende Schafe die notgetötet werden müssen du Schlaumeier?? Versteht der Wolf sein Handwerk nicht ?? Geh mal mit und schau dir das Gemetzel an falls du das aushältst....

      unholdenbank

      @Kapatieme: Wo sind diese Filme ? Gibt es einen link zu diesen "Fotos" und "Filmen". Bitte keine ! unbelegten Behauptungen. Ich habe im Schlachthof Lienz gesehen, wie die Schlachter mit den Tieren umgegangen sind. Wo sind Ihre Belege?????

      Fam A

      @unholdenbank.....Sie wollen Filme oder Bilder sehen. Einfach mal "wolfsrisse Schafe" googeln und dann auf Bilder oder Videos klicken. Das sind keine Fakebilder.... Oder einfach das nächste mal einen Schafbauer begleiten.

unholdenbank

Das sind 0.3% der Schafe. Die anderen 81.750 Schafe werden von den Schafbauern geschlachtet und von ihren Kunden gegessen bzw. verkauft, wobei ihnen das gleiche Schicksal schlägt. Wie viele Schafe sterben an Blitzschlag oder weil sie "ochngewolgn" sind ? Wie viele Rehkitze werden im gleichen Zeitraum in Tirol von riesigen Mähtraktoren zerstückelt ? Wie viele Wildtiere werden zum gleichen Zeitraum auf den Strassen von Autos bzw. deren Lenkern zermalmt ? Das macht keinen betroffen, insbesondere nicht unsere heilige Agrartruppe. Schon seltsam !

    Marille

    Dann bitte ab jetzt nicht mehr Auto fahren, kein Fleisch mehr essen und keine Milch mehr trinken (Nutztiere fressen Gras das von "riesigen Mähtraktoren" gemäht wird), damit keine Wildtiere mehr "zermalmt" und keine Rehkitze mehr "zerstückelt" werden müssen. Danke

multi 1

Kriminalische Spurensicherung ist cool, unsere Kriminalbeamten sind jetzt für den Wolf zuständig Für was brauchst eine kriminalische Spurensicherung zu 90 %ist es der Wolf.