Für 350 Euro kann man Baumpate in Lienz werden

500 neue Bäume sollen speziell an heißen Tagen das Klima in der Stadt verbessern.

„Ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt dadurch seine Umgebung“, so steht es in einer Aussendung der Stadt Lienz, die in den kommenden Jahren 500 zusätzliche Bäume erhalten soll, gepflanzt auf öffentlichem Grund. Teilweise sollen auch bestehende Bäume „durch widerstandsfähigere Exemplare“ ersetzt werden. „In Anbetracht stetig steigender Temperaturen erhöhen Bäume die Lebensqualität in einer Stadt enorm“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.

Im Auftrag der städtischen Abteilung Forst und Garten wurde ein Jahr lang der städtische Baumbestand mit dem Fokus auf Baumgesundheit, Erweiterbarkeit und Klimaresistenz analysiert. Der städtische Baumkataster umfasst nun rund 3000 Stadtbäume und dokumentiert deren Baumgesundheit, Pflege- und Ersatzbedarf.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (2.v.l.) und Stadtgärtner Martin König (rechts) mit Projektpartner:innen beim Apfelbaumpflanzen im Schlosspark. Foto: Stadt Lienz

Die Lienzer Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, bei der angepeilten Erweiterung des städtischen Baumbestandes um 500 neue Bäume eine Baumpatenschaft zu übernehmen. 350 Euro sind dafür zu bezahlen. Auf vordefinierten Standorten können spezifisch angepasste Baumsorten ausgewählt und digital als Wunsch zur Baumpatenschaft angemeldet werden. Angepasst an die beste Pflanzsaison wird dann der Baum im Beisein der Patin oder des Paten gepflanzt. Es gibt zudem eine Urkunde und eine Widmung auf der Website der Stadt Lienz. Die Stadtgemeinde Lienz übernimmt den Baum in den öffentlichen Baumkataster und sorgt für die Baumpflege, Kontrolle und Baumgesundheit.

Weil sich auch Bruneck an der Initiative beteiligt, wurde daraus ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt mit dem Titel „Blühende Städte Lienz und Bruneck“, das mit 80 Prozent von der EU gefördert wird. Bei einem Projektanteil von 60.000 Euro belastet die Initiative das Stadtbudget deshalb nur mit 12.000 Euro.

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17 Postings bisher
FirstConsul

Ich würde da mitmachen wenn ich den Baum frei wählen kann auf einem der Vordefinierten Plätzen. Dann könnte ich sagen exakt die Baumart steht dort weil ich diese ausgesucht habe.

So bringt es irgendwie keinen Unterschied wer den Baum zahlt weil es doch der selbe Baum sein wird, der Anreiz ist dann wohl nicht besonders hoch.

Godmensch

Auf der einen Seite (Verkehr, Bauwesen usw.) werden die Bäume einfach gefällt und auf der anderen Seite (Geld regiert den Wald) darf/muss man wieder 350 Euro spenden damit wieder einer irgendwo gepflanzt wird. Wenn das nicht vollkommen "plemplem" ist ...

wolf_c

... hoffentlich stellen sich dabei diverse Verkehrsplaner und Autostrassenbauer, gewisse Wohnbaugesellschaften und deren Planer und die oberste Lienzer Baubehörde ganz vorne an, auf ihr Konto gehen tote Bäume im Wert von 100 000enden €; und im übrigen wird die Naturdenkmallinde beim 1809Denkmal es wohl nicht mehr lange machen ... sonst weiter so, aber va dort wo sie gebraucht werden!

    FirstConsul

    Wo wohnst du? In einem Höhlenkomplex? Bedarf an Wohnraum ist offensichtlich vorhanden, wie würdest du dieses Problem lösen?

      wolf_c

      ... in Holland gibt es gute Beispiele und eines in Österreich: gebaut seit 1963, und dies sogar von einer gemeinnützigen; hier im Versiegelungsrekordland findet jedoch noch Bewußtseinsbildung statt, dies aber GottseiDank behutsam ...

Oschtadio

Sonst keine schlechte Idee, aber einen fahlen Beigeschmack hat das Projekt schon. Straßenerweiterung/Radweg, Parkplatz Hochstein usw. werden die bestehenden Bäume gefällt und jetzt soll die /der Bevölkerung die Wiederaufforstung der Stadt bezahlen. Das nennt man Bauernschläue!

    senf

    49,5% beträgt der Waldanteil in Ö. der damit über den DS der EU Länder liegt. Der Waldanteil nimmt zu, so FZ. Dort wo Strassen, Wohnobjekte, Betriebsstätten entstehen ebenfalls. Vor allem aber bei PP, es gibt ja die Auflage von landschaftspflegerischen Begleitplänen und: den eigenen Willen der Bebauer. Das sollten auch die Wichtigtuer hier inzwischen wissen, und diejenigen, die behaupten, "der Baum gehört in den Wald, weil er zu viel Arbeit macht"

senf

In Lienz werden Bäume gepflanzt. Anstatt die Aktion zu begrüssen, wird hier wieder aus allen Ecken und Winkeln gemeckert, sogar bis ins private der handelnden Personen. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist beschämend. @Gregor Samsa 👍

    karli8

    Die Aktion, dass Bäume gepflanz werden, ist durchaus zu begrüßen. Ich frag mich nur warum die Bevölkerung zu Kasse gebeten wird (auch wenn nur freiwillig) wenn die Stadtführung durch ihre Projekte genau das Gegenteil macht (Beispiel Baustelle Tristacherstraße). Es würde schon mal ausreichen, wenn die Stadt jene Bäume, welche sie im Stadtgebiet fällt, auch wieder adequat ersetzt. Man kann ja schon am neuen Hauptplatzkonzept erkennen, wieviel man für Grünflächen übrig hat. Leider sind das planerische Konzepte aus dem letzten Jahrundert.

Psychosocial

Zuerst wird sich regelmäßig beschwert, dass zu wenige Bäume vorhanden sind und jetzt, wo Leute die Möglichkeit haben, etwas beizutragen jammert auch wieder jeder weils ja nur Abzocke ist. Doppelmoral at it's best 😂

ruhigblut

An und für sich eine super Idee. Wer schon einmal durch eine Wüste, oder Steppe gewandert ist, weiß ein schattenspendenden Baum sehr zu schätzen.

Wenn ich mir das Bild beim einpflanzen des Baumes anschaue empfinde ich es als pure Heuchelei! Man schaue sich mal übers ganze Jahr in unseren ,,Stadtln'' um. Da werden permanent die schönsten Bäume zurück geschnitten, ich sage eher verstümmelt, bis fast kein Blattwerk zurückbleibt. Gerade ein, auch dafür Verantwortlicher, früher Berzirksjägermeister, jetzt nur noch Jägermeister stellt sich Publikumswirksam mit der Schaufel hin und pflanzt einen Baum. Ich mutmaße mal, das auch das Loch Andere gegraben haben!

einfach lachhaft

kraut und ruibm

350 Euro...dafür, dass mann den überteuerten Baum in ein paar Jahren wieder umschneiden muss😡( Straßenerweiterung) ...🤮 siehe Bahnhof, Tristacherstraße..usw nein Danke!!

    FirstConsul

    Du darfst den Baum dann haben als Brennholz, such dir einen aus mit hohen Brennwert.

    so ist es vielleicht

    Welchen "mann" meinen Sie, in der heutigen Zeit des genderns könnte ihn auch eine "frau" umschneiden....😉

    Nichts für ungut, aber diese 🌲🌳🌴 werden wohl hoffentlich an "sicheren" Orten gepflanzt werden. Sind Sie doch froh, dass Ersatzbäume eingesetzt werden, das ist mal tatsächlich bürgernahe Politik, die Fr. Blanik stets propagiert. Gelebt wird diese dann leider ja doch nur spärlich, wie ich selbst erfahren musste, da es praktisch nie Antworten gibt.

    Deshalb könnte ich jetzt auch eine Patenschaft übernehmen, denn wenn Fr. Bgm. dann mit mir den Baum setzt, kann ich endlich meine Fragen persönlich von ihr beantwortet bekommen! 🤔🤭

Luna9

€ 350 für einen Baum scheint mir zu überzogen..

ozflyer75

Ein schönes Projekt mit einer Frage: Interessant wäre zu wissen, wofür das Geld dann verwendet wird?

    Gregor Samsa

    Ich nehme mal an, das wird dann direkt für die Anschaffung und Pflege des Baumes verwendet. So ein Baum aus der Baumschule in halbwegs hohem Wuchs ist nicht gerade billig.