Keine Antikörper bei einem Fünftel der Covid-Genesenen

Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern ist unterschiedlich ausgeprägt – auch bei Geimpften. 

Zu diesem Resultat kam ein Forschungsteam der MedUni Wien um den Allergologen und Immunologen Rudolf Valenta vom Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie. Für eine Studie wurde die Antikörperantwort von rund 250 Menschen nach milden und schweren SARS-CoV-Krankheitsverläufen untersucht.

Wie die Uni am Montag in einer Aussendung erklärt, habe sich dabei gezeigt, dass der entscheidende Immunschutz, der das Andocken und Eindringen in die Körperzellen verhindert, nur dann entsteht, wenn man Antikörper speziell gegen die gefaltete Rezeptorbindungsdomäne (RBD) des Spikeproteins bilden kann.

Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern nötig

Manchen Menschen sei das jedoch aus verschiedenen Gründen – beispielsweise genetisch bedingt – nicht möglich. Abhilfe könne laut dem Forschungsteam ein Antigen-basierter, auf RBD abzielender Impfstoff schaffen, der aber noch nicht zur Verfügung steht. Auch Impfdurchbrüche würden sich durch die mangelnde Entwicklung von Antikörpern gegen gefaltetes RBD erklären lassen.

„Die Entwicklung eines mittels Helfer-Eiweißes verstärkten, auf RBD basierenden Antigen-Impfstoffes ist dringend erforderlich. Dieser würde in großer Effektivität neutralisierende Antikörper induzieren, deren Spiegel durch Auffrischungsimpfungen hochgehalten werden könnte“, erklärt Immunpathologe Valenta. So ließe sich auch die „Achillesferse“ des Virus ausnützen, dessen Andockstelle sich bei Mutationen nicht wesentlich ändere.

Genesene könnten „ein Reservoir bilden, aus dem die Infektion immer wieder heraustreten kann“, sagt Valenta. Das bedeute aber nicht, dass diese Menschen zwangsläufig nochmals erkranken. Zwar würde nicht jeder, der infiziert war, Antikörper entwickeln, die bei neuerlichem Viruskontakt eine Infektion verhindern. Dank der anderen Teile der Immunabwehr würden sie aber meist nicht noch einmal erkranken. Laut Valenta scheitere die Produktion der benötigten Antikörper nicht nur bei zwanzig Prozent der Genesenen, „wahrscheinlich“ sei das auch bei Geimpften der Fall.


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