Tirol: Zahl der Arbeitslosen sinkt im August weiter

Arbeitslosigkeit ging um 30 Prozent zurück. Tourismus wieder auf Vorkrisenniveau.

In Tirol sind wieder weniger Menschen ohne Arbeit. Mit Stichtag 31. August waren im Land 13.183 Personen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt. Vor einem Jahr waren es noch 18.830 Menschen. Das ist ein Rückgang um 30 Prozent. Daneben ging auch die Zahl der Personen in Kurzarbeit weiter zurück. Nur noch 1.810 Arbeitnehmer:innen waren Ende August zur Kurzarbeit angemeldet. 826,1 Millionen Euro an Kurzarbeitsbeihilfen wurden in Tirol seit Beginn der Pandemie ausbezahlt.

Im August 2019, also vor Beginn der Pandemie, waren in Tirol noch 11.537 Menschen arbeitslos. Das waren rund 1.650 Personen weniger als aktuell. Die Zahl der Arbeitslosen sank in den letzten Monaten aber kontinuierlich. „Die Entwicklung am Tiroler Arbeitsmarkt ist aktuell sehr positiv und wir erholen uns von der schwersten Rezession seit vielen Jahren schneller als erwartet“, sagt AMS-Landesgeschäftsführer Alfred Lercher.

Im Tourismus bewegt sich die Arbeitslosigkeit wieder auf Vorkrisenniveau. Mit 1.675 Arbeitslosen lag man knapp unter dem Niveau vom August 2019. Verhältnismäßig gering sank die Arbeitslosigkeit mit -24,9 Prozent im Handel. Sie liegt somit noch deutlich über dem Vorkrisenniveau. Den Höchststand an Langzeitarbeitslosen gab es in Tirol Ende April. Damals waren 3.397 Menschen betroffen. Seither sank diese Zahl kontinuierlich auf zuletzt 2.299 Betroffene. Damit war der Wert allerdings immer noch deutlich höher als im Vorjahr.

„Aktuell sind beim AMS Tirol 8.677 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet, das sind so viele wie noch nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Wir beobachten aber, dass diese sehr starke Nachfrage nach Arbeitskräften nur teilweise gedeckt werden kann, weil die Qualifikationen der arbeitsuchenden Menschen in vielen Fällen nicht mit den Anforderungen der Unternehmen übereinstimmen“, sagt Lercher. Mit Ende August wurden auch weiterhin Lehrlinge dringend gesucht. 467 sofort einsatzbereiten Lehrstellensuchenden standen insgesamt 1.404 offene Lehrstellen gegenüber.

Dass sich der Tiroler Arbeitsmarkt erholt, stimmt Landeshauptmann Günther Platter zuversichtlich: „Trotzdem werden wir weiterhin Maßnahmen setzen, um auch für die verbliebenen 13.183 arbeitslosen Personen in Tirol ein Angebot zu schaffen. Besonderes Augenmerk widmen wir zudem der Langzeitarbeitslosigkeit, die nur langsam sinkt.“ NEOS Sozial- und Wirtschaftssprecher Gerald Loacker fordert indes ein Ende der Corona-Kurzarbeit. Zwar sei diese am Anfang der Krise wichtig gewesen, mittlerweile erweise sie sich aber als kontraproduktiv. Die Kurzarbeit blockiere „nach wie vor einen echten Neustart am Arbeitsmarkt.“

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