Pandemie wirbelt Osttiroler Ball-Pläne durcheinander

Eigentlich sollten am 18. September zwei Schulbälle steigen. Die Behörde hat andere Pläne.

2020 hat auch das Leben der Schüler:innen auf den Kopf gestellt. Von einem „Corona-Jahrgang“ war die Rede. Partys oder große Reisen, die für Generationen von jungen Menschen zuvor selbstverständlich waren, gab es für diesen Abschlussjahrgang nicht. Die Pandemie setzt dort Grenzen, wo die Zeichen eigentlich auf „Aufbruch“ stehen.

Trotz Impfung macht das Virus den Maturant:innen auch ein Jahr später das Leben schwer. Der letzte Abschlussball liegt auch in Osttirol viele Monate zurück. Zwei Schulen, das Gymnasium und das BORG, hatten heuer genug vom „Durchtauchen“ und wagten sich aus der Deckung. Die Maturant:innen beider Schulen hatten für den 18. September einen Abschlussball geplant. Alles sah gut aus, bis die Behörde dazwischen grätschte.

Ausgerechnet für 18. September wird eine neue Version der entsprechenden Covid-Verordnung mit all ihren Maßnahmen und Beschränkungen erwartet. Weil das Risiko einer Verschärfung zu groß sei, habe die BH Lienz den Veranstaltern beider Bälle dazu geraten, den Termin nach vorne zu verlegen. Für ein Fest am 18. September gibt es keine Erlaubnis. So schildert Julia Biesheuvel vom Ballkomitee des Gymnasiums die Gespräche der letzten Tage. Für sie und ihre Kolleg:innen stand schnell fest, dass man sich darauf nicht einlassen will. Das Gym zündet die Raketen später und lädt am 21. Mai 2022 zum „Ball im All“. Dadurch ist zumindest die Arbeit der letzten Monate nicht umsonst. „Für uns ist das die beste Lösung, weil wir so stressfrei und mit mehr Sicherheit planen können“, meint Julia. Den Kartenverkauf hat man noch nicht gestartet, was die Verschiebung erleichtert.

Das BORG hat sich hingegen auf den „Deal“ mit der Behörde eingelassen und feiert nun schon am 17. September unter dem Motto „100 Jahre in einer Nacht“ in der RGO-Arena. „Die rechtliche Grundlage, auf die auch unser Covid-Präventionskonzept aufbaut, läuft mit 18. September aus“, erklärt Johannes Jünnemann vom Ballkomitee. Dieser Tag beginnt allerdings schon um 00.00 Uhr, also just in dem Moment, in dem bei Bällen auch die Mitternachtseinlage über die Bühne geht. „Details zur Sperrstunde bekommen wir erst von der BH. Ich gehe aber davon aus, dass wir wie geplant in die Nacht feiern dürfen, da der Einlass ja schon vorher abgeschlossen ist und keine neuen Leute mehr hineinkommen“, sagt Jünnemann.

Apropos hineinkommen: Das funktioniert beim BORG-Ball nur mit vollständiger Impfung oder gültigem PCR-Test. Diese Vorgabe kommt von der Amtsärztin. Wer in der RGO-Arena das Tanzbein schwingen will, sollte sich beeilen: Rund 800 Eintrittskarten wurden bereits verkauft, nur noch 190 sind zu haben.

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5 Postings bisher
Luna9

@Edi1913: ich habe deinen Post leider nicht verstanden..geht es auch hochdeutsch??

MagdaLe

Ich würde den Jugendlichen den Ball von Herzen vergönnen, sie haben in den letzten Monaten auf vieles verzichten müssen. Aber jetzt, wo die Zahlen wieder steigen, mit über 2000 Fällen pro Tag und 10 neuen Todesfällen, stellt sich die Frage, ob so ein Event wohl die beste Idee ist.

Lockdown

So ein Schülerball bringt halt keine "3,8 Millionen Euro Wertschöpfung für Osttirol".

rebuh

wow, das muss mir die politik und beamten erklären, vor wenigen tagen durften z.b. ins matreier stadion nur 100 zuschauer mit maske rein, bei einer ungefähren 2 stündigen aufenthaltsdauer. jetzt wo die zahlen weiter nach oben gehn, hat man keine probleme 1000 leute in eine halle zu lassen, zu einer veranstaltung wo jeder weiss, da fließt der alkohol in strömen, und die "bussi bussi" gesellschaft wenig rücksicht auf die pandemie nimmt! ich gönne der jugend ja das feiern, aber in zeiten wie diesen gehts eben nicht.

    Edi1913

    Bussibussi Gesellschaft in Osttirol? Bin eppa schun ze longe auswärts, gibs den Bleidsinn do hetz ah schun? Und dei Schüalerbaalle hots zi meiner Zeit souwiesou nou it gebn, olt werd min.