Vor 30 Jahren stolperten Touristen über den „Ötzi“

Der Fund der 5.300 Jahre alten Gletschermumie löste eine Forschungslawine aus.

Am Sonntag jährt sich der Fund der Gletschermumie „Ötzi“ zum 30. Mal. Am 19. September 1991 „stolperte“ das deutsche Ehepaar Erika und Helmut Simon in 3.210 Metern Höhe am Tisenjoch im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen über die 5.300 Jahre alte Leiche aus der Jungsteinzeit bzw. Kupfersteinzeit. Der „Mann aus dem Eis“ ist im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt.

„Ötzi“ ist eine Fundgrube bzw. ein Paradies für Forscher. Dies hat sich über all die Jahre bis heute nicht geändert. Parodontitis, Borreliose, Laktoseintoleranz, Gallensteine, Arterienverkalkung und Würmer – die Forschung an der Gletscherleiche „Ötzi“ hatte etwa dessen mannigfaltige Krankheiten zutage gefördert. Wissenschafter untersuchten nicht nur seine Tätowierungen, seinen Mageninhalt und seine Darmbakterien, sondern fanden auch Verwandte, rekonstruierten ihn und gaben ihm sogar eine Stimme.

30 Jahre nach dem Fund hat die Forschung bereits eine Vielzahl der Rätsel rund um die über 5.000 Jahre alte Gletscherleiche gelöst. „Ötzi“ war zu Lebzeiten etwa 1,60 Meter groß, hatte Schuhgröße 38 und wog rund 50 Kilogramm. Der Mann hatte braune Augen, braune Haare und Blutgruppe 0.

Die Forschungsarbeiten an „Ötzi“ seien auch noch lange nicht abgeschlossen, wie Konservierungsbeauftragter Oliver Peschel kürzlich gegenüber der APA erklärte. Maßgeblich dafür sei der Fortschritt in der medizinischen Forschung und der Medizintechnik. Das „herausragendste Ergebnis“ aus 30 Jahren „Ötzi“-Forschung aus anthropologischer Sicht ist für Peschel die Entdeckung der Pfeilspitze im Körper der rund 5.300 Jahre alten Gletschermumie. „Plötzlich war es ein Kriminalfall – ein Mord in den Bergen“, schilderte der Wissenschafter die Wendung der Betrachtungsweise auf den „Mann aus dem Eis“.

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