Gegner des Straßenausbaus aus Südtirol, Oberkärnten und Osttirol nahmen im Kolpingsaal Platz. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Gegner des Straßenausbaus aus Südtirol, Oberkärnten und Osttirol nahmen im Kolpingsaal Platz. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

„Voll ausgebaute B100 wäre eine reine Transitroute.“

Verkehrsplaner Günter Emberger fordert einen Paradigmenwechsel Richtung Öffi-Verkehr.

„Wir haben nur einmal die Möglichkeit, das Drautal zuzubetonieren. Dann haben wir es geschafft“ – rund 50 Interessierte lauschten am Donnerstagabend im Lienzer Kolpingsaal den mahnenden Worten von Günter Emberger. Auf Einladung des Vereins „Osttirol Natur“ hielt der Verkehrsplaner, der am Institut für Verkehrswissenschaften an der TU Wien forscht, einen Vortrag über den Verkehr in Osttirol und Oberkärnten.

Emberger gilt seit Jahren als Gegner des B100-Ausbaus und nannte den hohen Transitverkehr, den Berufspendelverkehr nach Lienz und Spittal sowie den Freizeit- und Einkaufsverkehr als größte Probleme entlang dieser Route. „Für all diese Probleme wird geglaubt, dass der Ausbau der B100 die Lösung ist. Doch hier haben sich ein paar ‚Glaubensfehler‘ eingeschlichen“, so der Verkehrsplaner. Die Strecke durch das Drau- und Pustertal sei bereits jetzt eine „Mautvermeidungsroute“. Wie Emberger vorrechnete, würde eine Maut zwischen Lendorf und Spittal bei angenommenen 400 „mautflüchtigen“ Lkws Einnahmen von rund vier Millionen Euro bringen. „Die Belastung ist dann aber immer noch da. Deswegen braucht es ein Transitverbot. Der Wirtschaftsstandort wäre davon nur marginal betroffen.“

Auch die Auswirkungen auf den Tourismus kamen zur Sprache. Da traf es sich gut, dass Osttirols Tourismuschef Franz Theurl im Publikum saß. „Eine Transitroute – wie es eine vollausgebaute B100 wäre – verringert die Attraktivität der Region für den sanften Tourismus radikal“, so Emberger. Den Vollausbau der B100 dürfe die Bevölkerung nicht hinnehmen und müsse „endlich aufstehen“. Der Uni-Professor hinterfragt vor dem Hintergrund der Bodenversiegelung auch das Vorgehen der Behörden: „Interessant finde ich, dass die jeweiligen Abschnitte immer unter zehn Kilometer lang sind oder man sich bis zum nächsten Vorhaben zehn Jahre Zeit lässt. Für beide Varianten braucht es keine Umweltverträglichkeitsprüfung.“ Die geplante Südumfahrung in Sillian dürfte etwa vier Kilometer lang werden, jene in Greifenburg 5,8 Kilometer.

Verkehrsplaner Günter Emberger warnt vor einem Vollausbau der B100.

Eine den Umständen entsprechende Adaption der B100 sei durchaus vertretbar, nicht aber ein Neu- bzw. Vollausbau. Keinen Bedarf für eine Umfahrung sieht Emberger auch in Lienz. „Die Stadt macht sich den Verkehr selbst. Obwohl Lienz auch eine ‚Fahrradstadt‘ ist, steht ihr das Wasser bis zum Hals. Es gibt wenige Städte, wo mittags so viele Leute mit dem Auto zum Essen heimfahren“, spricht Emberger den problematischen Individualverkehr in der Sonnenstadt an. An dieser Stelle meldete sich der Lienzer Gemeinderat Hannes Schwarzer (LSL) zu Wort und pflichtete Emberger bei: „So ist es, deshalb brauchen wir nicht jammern.“ Weniger Individualverkehr müsse für Lienz „das oberste Ziel“ sein.

Danach wurde der Verkehrsexperte deutlich: „Diese Trends im Verkehrssektor widersprechen allen Zielen in Hinblick auf Klimaschutz, CO2-Emissionen, Bodenversiegelung und Verlagerung auf die Schiene. Ich halte dieses Vorgehen für gemeingefährlich.“ Mit den derzeitigen Maßnahmen und Zielen – beispielsweise die ökosoziale Steuerreform – sei weder das Klimaziel von +2 Grad, noch die angestrebte Klimaneutralität in absehbarer Zeit erreichbar. Über 70 Prozent der fossilen Ressourcen dürften nicht genutzt werden, um die Wende zu schaffen.

Kritik äußerte Emberger auch an der zweifelhaften Ökobilanz des Elektroautos, das als Heilsbringer für die Mobilität der Zukunft gilt: „Da wird suggeriert, dass man etwas Gutes tut, wenn man ein E-Auto fährt. Das stimmt so nicht.“ Der Experte sieht noch viele offene Fragen und „absurde Ideen“. E-Autos wären in erster Linie im Einsatz als Flotten zielführend: „Für Private macht das weniger Sinn, in Städten sind die Öffis viel wichtiger und besser.“

Damit das gelingt, hat Emberger mehrere Ideen: „Es braucht ein klimaschonendes Gesamtkonzept für die Region, ein Transitverbot, einen Öffi-Ausbau, Nachtverbindungen für die Jugend und den Ausbau der Radinfrastruktur.“ Auch ein „Kärnten/Osttirol-Ticket“ für rund 400 Euro schlägt der Experte vor. „Das Steuergeld muss statt in eine Transitachse endlich sinnvoll und klimaorientiert in den Ausbau der Öffis und der Schiene fließen – nur so lässt sich die Autoabhängigkeit verringern“, warnt der Verkehrsplaner. Im Audio-Interview spricht er über die B100, die Situation in Lienz und das Potenzial der Schiene:

Hans Schmieder, ehemaliger Kommunalpolitiker aus Innichen, hielt zum Abschluss einen flammenden Appell: „Es ist dramatisch. Die Jugend muss geradebiegen, was wir verbogen haben. Es reicht nicht, die Jungen das alleine machen zu lassen. Wir Alten haben nichts zu verlieren, worauf warten wir noch? Wir müssen ihnen helfen.“ Veranstalterin Renate Hölzl sprach sich für eine zeitnahe Podiumsdiskussion mit politischen Entscheidungsträgern aus: „Das müssen wir einfordern, das sind unsere gewählten Vertreter.“ Apropos gewählte Vertreter. Die einzige grüne Lienzer Gemeinderätin Gerlinde Kieberl blieb der Diskussion fern und ließ sich entschuldigen.

Hans Schmieder: „Wir haben schon viel zu viel ausgebaut.“
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38 Postings bisher
AlexB

Ich war leider nicht dabei im Kolpingsaal. Man hört ja so allerhand an Meinungen aus Wien zu unserer Situation hier. Was hier zusammengefasst steht, was der Herr Professor gesagt hat, klingt alles ganz gut. Hat er denn auch gesagt, wie man denn so ein LKW Verbot durchsetzen könnte? Gibts da nicht Gründe dafür, dass es kein LKW Fahrverbot gibt? EU? Hat er sich zur Situation in Greifenburg geäußert? Diese ist nämlich für die Anrainer dort recht bescheiden. Sagt er uns nur, was wir eh alle wissen? Gibts einen Unterschied zwischen einem "Stammtischraunzer" und dem Herrn Professor? Herr Professor, Sie sind gefragt. Zu einem LKW Fahrverbot wird kein Bewohner/keine Bewohnerin des oberen Drautals, Lienzer Talbodens und Pustertales nein sagen. Und Ihre Idee zum Kärnten Tirol Ticket ist auch gut. Gibts aber schon, Klimaticket heißt das.

Welt

Es müsste zu erst die Eisenbahn Linie durch das Pustertal von Innsbruck über Lienz bis Spital an der Drau 2 Spürig ausgebaut werden. damit der Personen Verkehr der Güterverkehr gelingt von Straße auf die Schiene auch eine Schmalspurbahn von Lienz ins Iseltal über den Felbertauern mit Anschluss an die Pinzgauerbahn Lokalbahn wäre eine gute Idee oder der Bus Verkehr muss massiv ausgebaut werden in ganz Osttirol und der ist dan an 365 Tagen im Betrieb nur so könnte man einiges bewirken aber billig wäre das nicht glaube ich

    bergfex

    Ich bin nicht der Oberlehrer, es wäre aber sehr von Vorteil, wenn sie einen Deutschkurs besuchen würden. :-) Oder vor dem Freischalten durchlesen.

      senf

      deine anmerkung ist überflüssig. ob der/die user/in @welt schreib- oder grammmmatikfehlerchen machen, sollte unbedacht bleiben, es geht hier doch um die meinung.

      oder muckst du auch auf, wenn einer/eine ein wenig ins micro stottert?

      du solltest doch mehr in die gipfelregion gehen und den blick nach unten werfen. du wirst erkennen müssen, wie klein und vernachlässigbar dein angesprochenes problemchen unten im tal eigentlich ist 😞

Reinhold O

Es ist mittlerweile in Wissenschaftskreisen unbestritten, dass eine globale Erwärmung um mehr als 2 Grad eine Umweltkatastrophe mit unabschätzbarem Ausmaß nach sich ziehen wird. Es gilt alles menschenmögliche und so schnell wie möglich zu tun, um diese Grenze nicht zu überschreiten. Dazu müssen wir alle danach trachten, den Individualverkehr sowie der Güterverkehr auf der Straße ganz dramatisch zu reduzieren. Sollte das nicht gelingen, wird durch Umweltkatastrophen unsere Wirtschaft derart geschädigt, dass der Verkehr aus diesen Gründen stark beeinträchtigt wird oder zeitweise ganz zum erliegen kommt. Fazit: In beiden Szenarien ist der Ausbau der B 100 eine Fehlinvestition! Verwenden wir die enormen finanziellen Mittel, die ein Ausbau verschlingen würde, um umweltschonende Lösungen zu finanzieren. Beispiele wurden in den verschiedenen Postings bereits genannt. Noch eine Draufgabe: Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der Verlust der Artenvielfalt eine noch größere und vorallem unabschätzbarere Bedrohung der Menscheit (nicht der Erde, die existiert auch ohne uns weiter) als der Klimawandel. Die "Versiegelung" von wertvollen Grünflächen muss ganz dramatisch reduziert werden. In Österreich wir derzeit täglich!!! eine Fläche von 115.000 m2 verbaut, das entspricht 16 Fußballfeldern die tagtäglich als natürlicher Lebensraum verloren gehen (Quelle Umweltbundesamt). Um die künftigen Herausforderungen zu meistern müssen wir völlig umdenken und unsere Art zu leben neu erfinden. Das schöne dabei ist, dass es auch viel zu gewinnen gibt: Beziehungswohlstand, Zeitwohlstand und auch Kreativitäts Wohlstand, wenn das nicht lohnend ist!

    bergfex

    Sie haben ein Haus?

    Sie haben eine Wohnung ?

    Sie haben ein Auto ?

    Sie haben Strom ?

    Sie kaufen Essen und andere Artikel im Geschäft?

    Meine Gedanken zu ihren Gedanken will ich hier nicht kund tun.

      Burgi

      @bergfex!

      Sie haben Kinder???

      Das mit dem +2° -Ziel müssen wir unbedingt ernst nehmen!! Ich schwör dir, du willst eine Erwärmung der weltweiten Durchschnittstemperatur auf +3° nicht erleben, ebensowenig wie das Kippen der Ökosysteme durch das massive Artensterben, das leider auch eine erwiesene Tatsache ist! Ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber solltest du dir denken, dass du das nicht mehr erleben wirst, so könntest du dich gewaltig irren! Deine Kinder werden es mit Sicherheit erleben! Willst du ihnen eine solche Welt hinterlassen?

      Ich bin gerne bereit auf einiges zu verzichten, damit auch sie noch eine lebenswerte Zukunft haben! Habe auch schon damit angefangen und ich lebe trotzdem (oder gerade deshalb?) sehr gut - halt anders!

    irina

    Sie wohnen aber nicht in Dellach im Drautal?

wolf_c

Hören wir auf die Natur und unsere Erde zu zerstören. Für das Richtige gibt es keine Wahl. Die verantwortlichen bezahlten Systemtäter dieser causa mögen sich bitte selbst bei der Nase nehmen. Und wir Bewohner des hässlichsten Talboden Österreichs sollten den hier herrschenden Bewusstseinbildungsstand ändern und endlich einmal Nägel mit Köpfen machen.

Burgi

Wenn wir die LKWs mit mehr als 7.5 t durch ein Fahrverbot aus der Region rausnehmen, haben wir schon viel an Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung gewonnen!

Und Senf, ja es ist erwiesen, dass autofreundliche Strukturen, wie schöne, breite Straßen, wo man schnell fahren kann, den Auto- und LKW-Verkehr verstärken! Es gibt genug wissenschaftliche Studien dazu!

Was den Sicherheitsaspekt betrifft, so kann ich bestätigen, dass auf der angeblich so unsicheren Strecke in Greifenburg mit 30 km/h-Beschränkung fast keine Unfälle passieren, auf den toll ausgebauten Strecken mit 70 bis 100 km/h es dagegen ständig zu Unfällen kommt! Ist in Unfallstatistiken leicht nachzulesen!

Nicht zuletzt geht es auch um den CO2 - Ausstoß, der durch den Verkehr verursacht wird! Wenn wir es nicht schaffen, auch im Verkehr den CO2- Ausstoß massiv einzuschränken (und es ist nun mal der Auto- und LKW-Verkehr, der diesen in erster Linie verursacht), dann werden wir uns keine Gedanken mehr darüber machen, was diese Veränderungen kosten und wie mühsam deren Umsetzung möglicherweise ist. Wir werden statt dessen damit beschäftigt sein, Geld für die Behebung der Schäden aufzubringen, die uns durch die immer häufiger auftretenden Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels, beschert werden! Verändern wir nichts, verändert sich alles!

Schlimm ist, dass gerade diejenigen am meisten darunter leiden werden, die am wenigsten dafür können, unsere Kinder! In ihrem Sinne sollten wir uns, mit vereinten Kräften, so schnell wie möglich darum bemühen, nachhaltige Verkehskonzepte umzusetzen!

PS: 50 TeilnehmerInnen an einem wissenschaftlichen Vortrag sind 50 potentielle Multiplikatoren des vermittelten Wissens!

    senf

    @burgi, nochmals:

    durch die vorgesehene umfahrung von greifenburg nimmt der gesamtverkehr weder ab, noch zu, der ausstoß an CO2 global gesehen ebenso - das problem bleibt also ungelöst!

    das, was du möchtest ist, dass der ausstoß nicht bei uns passiert, sondern wo anders. andere wiederum hätten gerne, dass es nicht bei ihnen passiert.

    das florianiprinzip grüßt, der egoismus auch!

    nochmals: wenn wir für die umwelt, für unsere nachkommen und gegen den klimawandel etwas tun wollen, dann müssen wir das übel in seiner ursache, also an seiner wurzel bekämpfen. durch verzicht, enthaltsamkeit und änderung unserer lebensbequemlichkeiten, ja unseres gesamten lebensstil und gewohnheiten!

    ich weiss, das schmerzt, gel!

      Burgi

      @senf Nein, schmerzt nicht! Versuchs mal! Weniger ist tatsächlich oft mehr!

      senf

      @burgi, schön, dass auch du aufgewachst, ich habe wieder hoffnung!

so ist es vielleicht

Es geht doch nur noch mit einem LKW Fahrverbot über 3,5t, das den Überlandverkehr stoppen würde. Wenn man mal schaut, welche Kennzeichen diese LKW's haben, dann weiß man, dass wir inzwischen eine Durchzugsregion von Ost nach West geworden sind. Wenn die EU nicht endlich aufhört, diesen völlig überzogenen "Freien Warenverkehr ohne Grenzen" zu fördern, werden wir niemals eine Reduktion des Verkehrs schaffen. Da kann noch so oft in Brüssel proklamiert werden, wir müssen unser Klima schützen.

So wird das nie was werden, wenn diese LKW Flut nicht endlich gestoppt wird!!!!!

    steuerzahler

    3,5 t Beschränkung bringt njchts. Die Frächter würden im Nu auf Klein-LKWs umsteigen, daher auf Ziel- und Quellverkehr beschränken. Alles andere gehört auf die Bahn oder noch besser, vor Ort erzeugt. Aber solange die Bahn lieber mit dem Bus fährt und z.B. die Molkerei in weiter Ferne steht, wird eben transportiert.

      bergfex

      .......Die Frächter würden im Nu auf Klein-LKWs umsteigen,..............

      Haben sie einmal nachgedacht wieviel ein Klein-LKW an Fracht liefern kann ?

      steuerzahler

      @bergfex: ich weiß schon, daß ein Kleinlaster wenig laden darf, aber im Osten Österreichs ist das Problem längst bekannt. Und die dürfen auch Sonn- und Feiertags fahren. Es sind dann halt viele unterwegs....

    GOLDMARIE

    Anhand der Kennzeichen der LKW´s kannst du aber nicht ablesen, ob die im Transitverkehr unterwegs sind. Schau mal wieviele RO, LT, PL, H etc. (Rumänien,Litauen,Polen,Ungarn etc.) LKW´s bei Firmen wie Theurl, Liebherr, Euroclima, EGO, Hella etc. laden oder abladen. Also alles Ziel- o. Quellverkehr.

Philanthrop

Meine Erfahrungen. Ich fahre berufsbedingt unter anderem die Strecke Lienz Klagenfurt und das seit 40 Jahren. Der Verkehr im Drautal hat in diesen Jahren massiv zugelegt und dies bald zu jeder Tageszeit. Klar bedingt durch Firmenansiedelungen, Einkaufsverhalten, mehr PKW´s in den Haushalten, mobilität der Älteren,....... Dies soll hier aber nicht negativ bewertet werden. Obwohl da sicher durch geeignete Maßnahmen entgegengesteuert werden sollte. Diesbezüglich haben sich ja Mitposter bereits zu Wort gemeldet. Das wirklich tragische auf der B100 ist, dass die Volkvertreter zusehen wie sich der LKW (Transit)Verkehr beinahe täglich, seit 10 Jahren, vermehrt und das ist keine Sinnestäuschung das sehe und erlebe ich beinahe täglich. Diese Menge an LKW können nicht die Region beliefern, soviel mehr Ware können bei gleichbleibender Bevölkerunsdichte in der Region niemals benötigt werden. Ich bin zwar selbst viel mit dem Auto unterwegs und werde künftig noch mehr versuchen die eine oder andere Fahrt zu vermeiden. Kurzstrecken fahre ich sowieso als begeisterter Radler mit dem Fahrrad. Der Transitverkehr muß schnellstens, am besten morgen, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeit verboten werden. Dann erst würde ich weitere Maßnahmen die B100 betreffend diskutieren und umsetzen. Ich bin aber mit etwas Bauchweh dafür, dass die geplanten Umfahrungen zur Entlastung der dort wohnenden Menschen umgesetzt werden. Diesen Beton werden wir zum Wohle der Menschen dort noch aushalten müssen. Ich hoffe man sieht mich hier nicht als Befürworter von Asphalt und Beton, ich sehe mich als Freund der Natur und der Menschen in der Region. LG

bergfex

........... Gegner des Straßenausbaus aus Südtirol, Oberkärnten und Osttirol nahmen im Kolpingsaal Platz. .......

Lt. dem Bild waren aber nicht viel Interessierte.

Ruf

Es gibt schon seit ca. 3 Jahren eine Arbeitsgruppe mit WK, Betrieben, Beratern ......die versucht den ÖPNV auf die Arbeitszeiten der Betriebe abzustimmen, Ergebnis ist noch keines absehbar. Theurl möchte sanften Tourismus, gleichzeitig wirbt die Felbertauernstrasse für Verkehr, weil diese Einnahmrn braucht und ein Teil dieses Geldes wird von den Touristikern benötigt um touristische Infrastruktur wie Lifte aufzubauen und Lienz wird zu Hauptreisetagen zugestaut. Da sind wohl bei den einzelnen Protagonisten die in den letzten Jahrzehnten in Osttirol den Ton angegeben haben die Ziele noch immer sehr unterschiedlich und jedenfalls nicht abgestimmt.

sattmann

"no so a wichtiga" ich mach mir echt gedanken um dich 🤦🏼‍♂️

    no so a wichtiga

    Um mich musst du dir wirklich keine Gedanken machen! 🤦🏻‍♂️ Mach dir lieber Gedanken um dich selbst

no so a wichtiga

Ich bin für den Ausbau der B100! Aber es soll keine Transitroute werden, man kann auch Strassen ausbauen und ein LKW Fahrverbot über 3,5t einführen (ausgenommen Ziel und Quellverkehr). In anderen Tiroler Bezirken funktioniert es doch auch, warum sollte das Lienz nicht können? Das Verbot müsste dann halt verstärkt kontrolliert werden.

Viel Berufspendlerverkehe könnten die Öffis abnehmen, WENN die Verantwortlichen die den Plan erstellen sich an die Arbeitszeiten der grossen Betriebe ( Liebheer, Hella, IDM,....) orientieren würden.

Der erste! Bus von Matrei nach Lienz fährt um 05:45, Ankunft in Lienz 06:22

Liebheer hat aber ein Arbeitsbeginn um 04:45, sprich die müssen mit den PKW fahren.

Wäre wirklich mal interessant zu sehen, was die Öffis an Verkehr einsparen können, wenn ein vernünftiger Fahrplan erstellt wird.

    Burgi

    Wenn wir den Transitverkehr rausnehmen mit einem LKW-Fahrverbot und die Öffis ausbauen, dann reicht die bestehende Straße vollkommen! Das wäre ja der Vorteil von diesen Maßnahmen!

    Die jahrelange Erfahrung hat uns gezeigt: je besser die Straße, umso mehr Autos und LKW!

    Und wie will man ein LKW-Fahrverbot begründen, wenn die Straße bestens dafür ausgebaut ist?

      bergfex

      Ich denke beim Ausbau der B100 geht es vorwiegend um den Teil Dellach-Greifenburg. In Osttirol sehe ich keinen Bedarf an neuen Strassen.

      no so a wichtiga

      Ob die Straßen gut ausgebaut werden oder so bleiben, hat nur einen geringen Unterschied.

      Wie viele LKW's fahren trotz der "schlechten" Straße übers Drautal?

      Wenn die Straße noch schmäler und kuvenreicher wäre, und die Navis dennoch diese Strecke vorschlagen wird, ändert sich nichts.

      Es gibt genügend Straßen in Österreich die besser ausgebaut sind und trotzdem ein Transitverbot besteht.

      Ein Transitverbot hängt nicht von der Straße ab, da spielen Faktoren wie : Lärmbelastung, Abgase, ... eine wesentlichere Rolle!

      Ruf

      Wie wollen Sie Urlaubstransit rausnehmen? Begrenzte Zahl an Ticket am Felbertauern. Osteuropäer am Kärntner Tor hindern nach Südtirol zu fahren? Quellverkehr ab wo, ab Brixen usw....

    Gregor Samsa

    @no so a wichtiga

    Stimme ihnen zu, die Taktungen aneinander besser abzustimmen. Ich habe mich ohnehin schon immer gefragt, wieso es keinen Werksbus (z.B in Kooperation mit dem VVT) gibt, der die Leute aus ihren Wohnorten holt. Oder hat es das schon einmal gegeben?

    Den Takt des öffentlichen Verkehrs auf Liebherr auszurichten ist dann auch wieder schwierig, denn der hängt ja auch an weiteren, überregionalen Verbindungen. Da etwas zu verändern ist alles andere als leicht. Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass sich die Unternehmen in der Peggetz mit ihren Arbeitszeiten an die Öffi-Taktung richten. Aber ich geh mal davon aus, dass es hier wieder zu internen Schwierigkeiten kommen wird, nicht?

Burgi

@Dolo1871 Wer will denn, dass alles so bleibt wie es ist? Im Gegenteil, ich habe es so verstanden, dass Prof. Emberger dazu aufruft, endlich Schritte in die richtige Richtung zu setzen! Wenn wir die Millionen, die man für den Ausbau weiterer Straßen vorgesehen hat, hernehmen würden für klimafreundliche Alternativen, wie Ausbau der Öffis, Güterverkehr auf die Schiene, Nachtbusse für Jugendliche, Ausbau der Fußgänger- und Radinfrastruktur, so würden wir mit diesem Geld schon ordentlich was weiter bringen! Straßen gehören im Gegenzug dazu unattraktiver gemacht und Parkplätze bewirtschaftet!

Warum? Weil mehr bzw breitere Straßen mehr Verkehr und mehr CO2 bringen und damit den Klimawandel befeuern. Wir müssen aber alles in unserer Macht stehende tun, um das +2-Grad-Limit nicht zu überschreiten! Warum? Aus Liebe zu unseren Kindern!

Wer jetzt nicht weiß, was ich meine der möge bitte googeln, was eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius für unsere Umwelt und unser Leben bedeutet

    senf

    @burgi, erklär mal:

    bringen mehr straßen mehr verkehr, oder mehr autos?

    die diskussion finde ich schon eher witzig, aber leider nicht mehr ernsthaft. dich auch! braucht ein öffi oder radfahrer keine straße, braucht der bahn-güterverkehr keine zubringerstraßen und wege?

    die pinzgauer bahn wird mit viel geld am leben gehalten, für den pendler ist sie unattraktiv, daneben fahren im eiltempo stündlich halbleere öffi-busse, die pinzgauer straße erstickt im verkehr ... ähnlich im pustertal.

    in meiner kindheit gabs noch den postbus-paketwagen. tausende pakete wurden vom postboten örtlich zugestellt oder mussten nach benachrichtigung abgeholt werden. der postpaketwagen ist geschichte, dafür raufen sich zig zusteller über weite strecken um lieferaufträge - an sechs tagen pro woche. wegen meiner kamerabatterie mit 35 gramm ist der fahrer 30 km angereist - und retour gefahren - am samstag. auf die zustellmethode hatte ich keinen einfluss ... amazon grüßt! ...

    die örtlichen serviceleister (waschmaschine, strom, ...) braucht/gibt es nicht mehr, sie bereisen die kundschaft im bedarfsfall hunderte km entfernt mit dem servicewagen ...

    vielleicht verstehst du, was ich meine. das verkehrsproblem liegt nicht allein an der straße, es liegt vor allem am system, in den gewohnheiten, in unseren bequemlichkeiten, in unserer kurzsichtigkeit und gewinnsucht ...

    und du bist davon sicher nicht ausgenommen, oder gehtst du noch/wieder zu fuss zur kirche, zum arzt, zum pizzakoch, zum hausfreund ... ? hast du einen fahrradständer am heck für die tolle sonntags radtour rund um den see (?), hunderte kilometer von zu hause weg, vielleicht in salzburg, in kärnten oder gar in der toskana?

    schon nachgedacht? der weit entfernte zustellweg der meisten (netz) bestellungen hat nichts mit quell-oder zielverkehr zu tun. er beginnt bei der bestelladresse und die wäre ... (absender beachten)

    wenn wir dem klima etwas gutes tun wollen, dann werden wir das übel an der wurzel anpacken müssen. vielleicht sogar mit restriktionen, mit verzicht.

    oder mehr ehrlichkeit sich selbst gegenüber!

      Gregor Samsa

      @senf Dass Sie die Meinung von anderen ins Lächserliche ziehen, trägt jetzt nicht sonderlich zur Sachlichkeit der Diskussion bei.

      Natürlich tragen besser ausgebaute Straßen zur Mehrung des Verkehres bei. Durch Verlagerung von andefrn Routen auf die neue aber auch durch Verlagerung auf den Transportmodus Straße.

      Sie haben Recht, auch Fußgänger und Radfahrer*innen brauchen Wege. Aber wie viel weniger brauchen die im Vergleich zu Autos?

      Und wir müssen ehrlich bleiben: Es geht hier ja nicht nur um dir Versiegelung und damit die Schädigung des Bodens auf Jahrzehnte, sondern es geht immer auch um den CO2-Ausstoß der Verkehrsmittel. Und da ist ein Rad, ein Zug oder ein Bus nunmal besser als das Auto, in dem meist eh nur eine Person sitzt.

      Ihrer Conclusio stimme ich da dann wieder Vollumfänglich zu. Nur kann die Wahl der sauberen Alternative für einkommensschwachere Haushalte nur durch staatliche Unterstützung auch wirklich gewährleistet werden. Und da gehört es eben auch dazu, die Pinzgauer Bahn und andere unattraktive Verbindungen am Leben zu erhalten. Das ist die staatliche Pflicht im Sinne eines Grundsatzes der gleichwertigen Lebensbedingungen und der Garant dafür, dass die Leute auch in ländlichen Gegenden je nach (Lebens-)Lage auf das Auto verzichten können.

      senf

      @gregor samsa, niemand zieht andere ins lächerliche. aber mit phrasen und ausreden oder selbslügen kommen wir leider nicht weiter.

      vor deinen beiträgen habe ich großen respekt, aber dein letzter satz hier im post ist eigentlich bezeichnend fürs gesellschaftsdenken, ich resuliere daraus:

      der staat soll für die öffiskosten aufkommen, damit einkommensschwächere (auch am land) gleichwertige lebensbedingungen vorfinden, während die gesättigten mit ihren dreitonnern munter und fröhlich ihren bedürfnissen nachkommen können.

dolo1871

Der Ist-Zustand ist ein de facto ein asphaltierter feldweg auf der trasse anno 1950. Mitten durch dellach, berg, greifenburg. also gestank (der Diesel LKW wird noch länger existieren), viel lärm (tag und nacht) und eine wirklich gefährliche streckenführung, im winter mit eis u schnee, sollen wirklich bleiben? Die pendler, die berufskraftfahrer, die anrainer, die leute bei europlast, bei theurl, beim liebherr können ihr "glück" nicht fassen, wenn das nicht gebaut wird. Ja, den transitverkehr kann man begrenzen versuchen, ich gehe aber jede wette ein, dass österreich vorm EuGH da noch ordentlich einfahren wird - die warenverkehrsfreiheit wiegt schwer. aber wofür sollte man dann arbeiten? eher sollten alle dafür kämpfen, dass bei der errichtung der neuen strasse die alte trasse entfernt wird oder ökologisch rückgebaut wird. da höre ich nichts. es sollte für gleisanschlüsse für die betriebe gekämpft werden. für eine rein auf die anrainer bezogene verkehrsinfrsstruktur in den bislang zugestauten orten. für die monetäre förderung von fahrgemeinschaften, die wiedereinführung von werksbussen wie früher bei der AVE usw. Nun, das sind alles schwierige organisatorische aufgaben, beim träumen werden sie nicht erledigt werden. Nur dafür sein, dass am ende alles so bleibt, ist keine lösung für das drautal.

    dolo1871

    Gut, konkrete taten wären ein schritt in die richtige richtung. Bsp.:Wie schaffen wir für die Liebherr Leute aus Bannberg, Glanz oder Iselsberg oder Oberdrauburg eine funktionierende Werkverkehrslösung, damit sie nicht mehr mit dem pkw fahren müssen (und wo oft mehrere leute im haushalt ein teures auto unterhalten müssen)? Wie organisieren und finanzieren wir das? Können wir dann die parkplatz Flächen beim Liebherr wieder renaturieren? Machen wir dort zu Ehren des Werksgründers einen Park für die Menschen in der Debant? Da wäre ein tragfähiges konzept der Professoren kein Fehler. Also nicht das Verhindern von 5 Kilometer sicherer Strasse bei Greifenburg wird uns retten, sondern viele viele extrem mühsame und in der Umsetzung langwierige Einzelmassnahmen, damit auf einer strasse perspektivisch nur mehr das fährt, was dort wirklich fahren muss (und das am besten mit CO2 freien antrieben).

senf

also eines hätte ich schon gern gewusst:

wie kommt denn ein verkehrsplaner zur auffassung, dass eine voll ausgebaute B100 eine reine transitroute wäre?

wenn er dann schon keinen bedarf an einer umfahrung von lienz sieht, wie löst man dann das problem generell, oder löst es sich gar von selbst?

und was meint er denn mit überhaupt mit dem "sanften Tourismus" in osttirol?

bb

Solange der Fahrplan der Busse aus den Tälern nach Lienz in der Früh auf Schüler ausgerichtet ist und man vom Bahnhof aus dann nur mehr zu Fuß zügig weiter kommt, ist es für viele Berufstätige illusorisch, auf Öffis umzusteigen. Das Krankenhaus z. B. ist ein wichtiger Arbeitgeber - aber Dienstbeginn ist für die wenigsten um 8:00 Uhr. Um 7:30 umgezogen am Arbeitsplatz zu sein - geht für viele von auswärts ohne Auto einfach nicht... Eine diesbezügliche Erhebung habe ich bisher nicht erlebt.