Über 200 Gäste nahmen am Sonntag bei der Honigprämierung im Kalser Stüdl-Saal Platz. Fotos: EXPA/Huter

Über 200 Gäste nahmen am Sonntag bei der Honigprämierung im Kalser Stüdl-Saal Platz. Fotos: EXPA/Huter

37 Goldmedaillen für Osttiroler Honigproduzenten

Zum ersten Mal fand die Tiroler Honigprämierung im Bezirk Lienz statt.

In Kals hat am Sonntag, 24. Oktober, die Tiroler Honigprämierung stattgefunden. Über 200 Teilnehmer:innen aus ganz Tirol nahmen die teils lange Anreise ins Glocknerdorf auf sich. Die Prämierung wird seit elf Jahren vom Landesverband der Imker abgehalten, Osttirol war heuer erstmals Gastgeber für die Siegerehrung. „Der Johann-Stüdl-Saal war bis zum letzten Platz gefüllt“, berichtet Sebastian Bauernfeind, Bezirksobmann der RGO-Bienenzucht.

Die Honigernte war hingegen bescheiden. „Der viele Schnee hat die Entwicklung im Frühjahr hinausgezögert. Der Sommer war kurz und die Hagelniederschläge im Spätsommer haben die Blüten der Almrosen und Himbeeren zerschlagen“, so Bauernfeind. In den Tallagen gab es heuer wenig Waldhonig. Durch die Kahlschläge des Sturmtiefs „Vaia“ und wegen des starken Borkenkäferbefalls fehle Triebsaft in den Wäldern: „So kommt auch wenig Waldhonig in den Bienenstock. Trotzdem sind wir mit dem Ertrag zufrieden. Wir haben gesunde Völker eingewintert und hoffen auf bessere Jahre.“

„Ohne Imker hätte man das Bienensterben viel später bemerkt“, so Sebastian Bauernfeind (Obmann RGO-Bienenzucht Osttirol).

Um langfristige Erfolge zu erzielen, appellierte Bauernfeind an die Landwirtschaft: „Wir müssen mehr zusammenarbeiten. Die Imker müssen die Arbeit der Landwirte wertschätzen und umgekehrt.“ Einer der vielen Ehrengäste, die im Stüdl-Saal Platz nahmen, war der VP-Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz. Auch in seiner Familie gibt es einen Imker, weshalb ihm bewusst sei, wie arbeitsintensiv die Imkerei ist. RGO-Obmann Franz Klocker ist „stolz, die Imker als eigene Fachabteilung in der RGO zu haben.“ Es ist mit 262 Köpfen die mitgliederstärkste Abteilung der Genossenschaft – auch bei der Zahl der gehaltenen Tiere.

„Als Imker haben wir viel Verantwortung. Wir produzieren Lebensmittel und müssen uns dadurch auch an gesetzliche Vorgaben halten. Genau darum geht es in einem Bewerb wie der Honigprämierung. Gesetzliche Vorgaben der Etikettierung, Einhaltung der Hygienemaßnahmen und das Erfüllen der Anforderungen sind Teil der Bewertung. Nur wer alle Vorgaben erfüllt, kann mit einer Prämierung in Bronze, Silber oder Gold rechnen“, leitete der Präsident des Österreichischen und Tiroler Imkerbundes, Reinhard Hetzenauer, zur Prämierung über.

Die Osttiroler Imker:innen holten mit ihren Qualitätshonigen 37 Gold- und 3 Silbermedaillen.

216 Imker:innen haben ihren Honig aus der Ernte 2021 zur Bewertung eingereicht. In einem Labor wurden die Honige von der Imkerschule Imst auf ihre Qualität geprüft sowie sensorisch und optisch beurteilt. Aus Osttirol gab es 55 Einsendungen, 40 davon wurden prämiert. Die Osttiroler Imker freuten sich am Sonntag über 37 Mal Gold und dreimal Silber. Die Honigprämierung wurde mit einer Aktion für „Licht ins Dunkel“ verbunden. Die eingeschickten Honige wurden zu einem Cuvee verarbeitet und in Gläser abgefüllt. Gegen eine Spende kann man den „Tiroler Gold-Couvée“ im Tiroler Bienenladen in Innsbruck und im Talmarkt in Matrei erwerben.

Auch wenn der Honigdurchschnitt in Tirol wegen der Wetterkapriolen erheblich unter den Erträgen der letzten Jahre liegt, ist Honigreferent Martin Ennenmoser von der Qualität überzeugt: „Tirol hat wieder sehr hochwertige Honige. Gerade die Vielfalt in unseren Gebirgsgegenden machen unseren Honig zu etwas Besonderem.“ Bienenzuchtobmann Bauernfeind ist sich sicher: „Ohne uns Imker hätte man das Bienensterben erst viel später bemerkt.“ Auf die Frage, ob die Honigbiene die Wildbienen verdrängen wird, antwortet Bauernfeind mit „einem klaren Nein. Die beiden ergänzen sich schon seit vielen Jahrzehnten.“

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