Unterliga: So lief der Herbst für Osttirols Vereine

Stürmische Wochen für drei Teams. Assling und Nußdorf-Debant sind auf Kurs.

Die halbe Miete ist bezahlt, die Messe aber noch lange nicht gelesen. Osttirols Unterligisten verabschieden sich nach 14 absolvierten Runden in die Winterpause. Aufgrund der knappen Abstände dürfte uns im Frühjahr ein spannender Titelkampf bevorstehen. In Osttirol wird man nach dem Winter aber den Tabellenkeller im Auge behalten. Gleich drei Klubs stecken im Abstiegskampf und müssen in der Rückrunde den Turbo zünden. Wir haben den bisherigen Saisonverlauf visualisiert:

Als bestes Osttiroler Team überwintert Thal/Assling auf dem komfortablen sechsten Tabellenplatz. Das soll auch am Saisonende so sein, verrät uns Trainer Ibel Alempic. Vor der Saison konnten die Asslinger ihr Leistungsvermögen kaum einschätzen. Mehrere Spieler hingen die Schuhe an den Nagel, zudem plagten Alempic zahlreiche Ausfälle.

Die Richtung stimmt – Ibel Alempic zeigt seiner Mannschaft den Weg. Foto: EXPA/Huter

Der Verein setzte deshalb vermehrt auf die Jugend, zog einige Nachwuchskicker hoch und weiß mittlerweile: „Das hat funktioniert. Ich bin sehr zufrieden“, so Alempic. Im Frühjahr will er seine Truppe weiterentwickeln. Transfermäßig wird es an der Drau deshalb ruhig bleiben.

Im Rückspiegel der Asslinger taucht Woche um Woche Nußdorf-Debant auf. Der Talbodenklub spielt unter der Ägide von Harald Panzl bisher eine solide Saison und war im Herbst die beste Derby-Mannschaft aus Osttirol. Ein Mittelfeldplatz wurde als Ziel ausgegeben, die Mannschaft hörte und geht als Siebenter in die Pause. „Voll im Plan“, meint der Coach. Panzl will weiterhin den Nachwuchs fördern: „Wir haben eine starke U17-Mannschaft, da kommen einige Talente nach.“

„Wir liegen voll im Plan“, sagt Harald Panzl. Er coacht seit Sommer den FC-WR. Foto: EXPA/Huter

Glücklich sind die Kicker auch in Dölsach. Der Neuling in der Unterliga West war vor der Saison schwer einzuschätzen, hat sich mit 15 Punkten aber den Respekt der Konkurrenz erspielt. „Das hat uns niemand zugetraut. Wir sind mehr als zufrieden“, sagt Spielertrainer Andreas Wenger.

In Sicherheit sind die Dölsacher zwar noch nicht, doch mit einer guten Rückrunde ist der Klassenerhalt kein Wunschdenken mehr. In den letzten vier Spielen holte die Truppe drei Siege und zeigte, was in ihr steckt: „Die Mannschaft hat sich laufend dem Niveau angepasst.“ Ein Vorteil der „Wenger-Boys“ ist ihre Heimstärke. Nur eine der bisher sieben Partien im Aguntstadion wurde verloren.

Der Klassenerhalt ist Chefsache: In Dölsach steht auch Trainer Andreas Wenger (2.v.l.) auf dem Platz. Foto: EXPA/Huter

Im Kampf um den Klassenerhalt haben die Dölsacher namhafte Konkurrenz. Weil Rapid Lienz den eigenen Erwartungen weit hinterherhinkt, wurden die Grünweißen in den Tabellenkeller gespült. Elf Punkte sind eine magere Ausbeute, das weiß auch Obmann Robert „Didi“ Müller: „Wir haben eine äußerst schlechte Herbstsaison gespielt.“

Der Lack beim einst so stolzen Verein aus der Dolomitenstadt bröckelt. „Unser Ziel war Platz fünf. An unserer Situation sind wir selbst schuld“, so Müller. Im Frühjahr will er seine Jungs marschieren sehen, im Idealfall bis ins vordere Tabellendrittel.

Rapid ist in unruhiges Fahrwasser geraten. Didi Müller muss das Schiff wieder auf Kurs bringen. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Dort hätte man vor ein paar Monaten auch die Union Matrei vermutet, doch der Tauernwind hat nachgelassen und die Iseltaler bekommen keine Oberluft. Mit nur einem Sieg und vier mageren Zählern auf dem Konto hängt die rote Laterne seit Saisonbeginn in der Tauerngemeinde. Auf den rettenden zwölften Platz fehlen schon sieben Zähler.

Natalis Ganzer steckt mit den Matreiern in der Krise, bleibt aber optimistisch: „Wir sind nicht chancenlos.“ Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Aufgeben kommt im Matreier Wortschatz aber nicht vor. „Wir sind nicht chancenlos. Die Mission lautet ganz klar Klassenerhalt. Wir müssen irgendwie zwei Vereine hinter uns lassen“, sagt Natalis Ganzer. Der Vereinsobmann verrät uns, wie das gelingen soll: „Wir müssen möglichst viele Heimspiele und vor allem gegen die direkte Konkurrenz gewinnen.“

Zumindest der Spielplan meint es gut mit den Matreiern: In der heißen Phase im Mai stehen vier Heimspiele an. Einige ehemalige Kicker der Union halten ihrer „alten Liebe“ in diesen schweren Stunden die Treue. Um möglichst viele der 36 Punkte im Frühjahr ins Iseltal zu holen, werden bekannte Gesichter ins Tauernstadion zurückkehren. Einer von ihnen ist Moritz Mair.

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