Tiroler Ökologe warnt vor Ausbau der Wasserkraft

Gabriel Singer: „Viele kleine Kraftwerke richten mitunter mehr Schaden an als große“.

Das Land Tirol will bis 2050 energieautonom werden. Dabei soll die künftig benötigte Energie vor allem aus Wasserkraft und Sonnenenergie stammen. Der Anteil erneuerbarer Energieressourcen soll von derzeit 43 auf 100 Prozent steigen. Doch der „grüne Strom“ steht einer potenziell irreversiblen Zerstörung von Ökosystemen gegenüber, warnte der Ökologe Gabriel Singer im APA-Interview. Anstatt Autonomie anzupeilen, müsse gesamtheitlicher gedacht werden.

„Landschaftliche Schätze“ seien auf europäischer Ebene zu definieren und zu schützen. Besser als Autonomie anzustreben, sei es seiner Meinung nach „überregionaler zu denken“. So müsse man gemeinsam überlegen, wo Kraftwerksbauten sinnvoll wären und den geringsten Schaden anrichten, betonte der Universitätsprofessor: „Eingriffe in Fließgewässer – wie etwa Kraftwerksbauten – würden sich weit über den lokalen Standort hinaus auswirken, denn ein Bach oder ein Fluss kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil eines großflächig verzweigten Netzwerks“.

„Ötz und Isel sind die letzten intakten Gletscherflüsse in Tirol. Wenn wir anfangen dort ‚rumzubasteln‘ können wir einen hohen Schaden an wertvollem Naturerbe verursachen“, warnt Ökologe Gabriel Singer. Foto: Uni Innsbruck

Jedenfalls stellten solche Eingriffe einen weiteren Beitrag zum – in Flüssen besonders drastisch voranschreitenden – Verlust an Biodiversität. „Wir müssen den global beobachtbaren Biodiversitätsverlust als ein dem Klimawandel ebenbürtiges Problem verstehen, und beide Herausforderungen gleichzeitig annehmen“, appellierte Singer und ergänzte: „Einerseits weil wir in puncto Folgen beim Thema Biodiversitätsverlust noch viel mehr im Dunkeln tappen als beim Thema Klimawandel. Andererseits weil die Biodiversität auch unsere Versicherung gegenüber dem unausweichlichen Klimawandel ist“. Schon angesichts des derzeitigen hohen Ausbaugrades an Wasserkraft in Tirol sei man jedenfalls in einem „Stadium angelangt, bei dem ich einen weiteren Ausbau nicht reflexartig als ‚grün‘ bezeichnen kann“, kommentierte Singer. Der Ökologe erforscht die Komplexität von Fließgewässerökosystemen auf der ganzen Welt und ist seit Dezember 2019 Universitätsprofessor für Aquatische Biogeochemie am Institut für Ökologie der Universität Innsbruck.

Nur noch die wenigsten Flüsse und Bäche in Tirol hätten einen natürlichen Lauf, unveränderten Wasserhaushalt oder intakten Sedimenttransport, erläuterte der Wissenschafter. Auch wenn die mit 150 Kilometer längste, freifließende Strecke eines Flusses in Österreich mitten in Tirol liege, erreiche der Inn hier aufgrund starker Verbauung und Schwallbetrieb flussauf liegender Kraftwerke nur einen maximal als „mäßig“ beurteilten ökologischen Zustand. Österreichweit seien nur noch 15 Prozent der heimischen Flüsse wirklich ökologisch intakt und mehr als die Hälfte aller heimischen Fischarten gefährdet, beschrieb Singer den Status quo.

Der Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken gehe einher mit einer Fragmentierung des von Flüssen gebildeten Gewässernetzes. Eine augenscheinliche Veränderung ergebe sich auch durch die Stauhaltung selbst, hier werde der Fluss zum „ökologisch völlig anders funktionierendem stehenden Wasserkörper“. So behalte ein Stausee mehr Wärme aus aufgenommener Sonnenenergie als die vorher existierende Landschaft. Und er sondere „aufgrund mikrobieller Aktivität“ anstelle von Kohlenstoffdioxid (CO2) nunmehr Methan ab. Methan ist etwa 25-mal klimaschädlicher als CO2 und der Methanausstoß in Stauhaltungen oder nach Turbinen könne „den vermeintlichen Klimavorteil des ‚grünen Stroms‘ zunichte machen“, führte der Ökologe aus. All dies müsste Teil eines umfassenden ‚Impact-Assessments‘ für neue Projekte oder Ausbau-Strategien sein“, plädierte Singer für ausgiebigere Bewertungen und Einbeziehung von Expertinnen und Experten.

Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung hatte zuletzt ihre Absicht, zusätzliche Klein- und Regionalkraftwerke zu bauen, um die Erreichung der Energie- und Klimaziele zu gewährleisten, bekräftigt. Bereits 2011 hatte die Landesregierung ein Ausbauziel von 2,8 Terawattstunden festgelegt. 39 Prozent sind schon umgesetzt, genehmigt oder mit dem Gemeinschaftskraftwerk Inn und dem Ausbau des Speichers Kühtai in Bau. Für weitere 50 Prozent des Ausbauziels gibt es konkrete Projekte – das größte davon mit dem Kraftwerk Kaunertal.

Wasserkraft sei nicht per se zu verurteilen, meinte Singer, doch Kraftwerksbauten seien individuell und „projektabhängig“ zu bewerten. „Viele kleine Kraftwerke richten mitunter mehr Schaden an als große“, betonte der Ökologe. Und ein großer Speicher wie im Kühtai beeinflusse nicht nur ein Tal, für diesen zweige man auch Wasser aus weiter entfernten Gebieten ab und führe sie über Gebirgsstollen zu. Derzeit unverbaute und ökologisch intakte Flüsse seien jedenfalls zu schützen. „Ötz und Isel sind die letzten intakten Gletscherflüsse in Tirol. Wenn wir anfangen dort ‚rumzubasteln‘ können wir einen hohen Schaden an wertvollem Naturerbe verursachen“, warnte Singer anhand zweier konkreter Beispiele.

Mit der Suche und Erschließung erneuerbarer Energiequellen müsse vor allem auch die Erkenntnis einhergehen, dass Wachstum endlich ist. „Wir schaffen es mit dem Ausbau erneuerbarer Energien nur mangelhaft, konventionelle Energiequellen wirklich zu ersetzen“, stellte Singer fest und fuhr fort: „Energie ist ein kostbares Gut, das wir nicht unendlich produzieren können“. Die Menschheit müsse lernen, dass es Grenzen gäbe – unter Wissenschaftern spreche man von der „Tragfähigkeit des Systems“. Diese Einsicht, und ein geplantes Einziehen eines Limits unter der maximalen Tragfähigkeit durch die Akzeptanz von Schutzgebieten, sei vor allem auch „eine kulturelle Leistung“, befand Singer: „Das Märchen vom immer anhaltenden Wirtschaftswachstum hat ausgedient“.

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46 Postings bisher
lokal

Herrn Singers ganzheitlichere Sicht der Dinge bedarf eines gewissen Maßes an Intelligenz, gell Herr Bürgermeister......

Welt

Liebe Leute! Viele Leute könnten in unserer Zeit schon den Strom schon selber herstellen und müssen ihn nicht über das öffentliche Netz beziehen auch das würde das öffentliche Netz entlassen Durch eine Photovoltaik Anlage zum Beispiel nur sind viele Menschen auf diese Idee noch nicht gekommen ganze Siedlungen können das machen Energie ist genug da nur tun müssen wir es das ist meine Meinung dazu. Schaut Euch zum Beispiel in YouTube die Videos von Herrn Holger Laudeley an der würde Euch auf sehr gute Ideen bringen so würde die Energie wende klappen .

    steuerzahler

    Na dann, auf zur Selbsterfahrung! PV errichten und Stromleitung kappen. Nächstes Jahr können sie uns dann berichten.

    S-c-r-AT

    Zahlreiche Photovoltaik-Anlagen belasten das Netz wesentlich mehr, da unterliegen Sie einem Irrtum.

    Autarke Stromversorgung durch PV allein steht im Kosten-Nutzen-Vergleich sehr traurig da. Anschaffungs- und Instandhaltungskosten lassen sich in der gesamten Lebensdauer einer PV-Anlage nicht hereinholen.

      so ist es vielleicht

      @S-c-r-AT: Es geht schon lange nicht mehr um Kosten-Nutzenrechnungen, das muss man sich endlich mal klar werden!!!!

      Es geht ums große Ganze, und nicht, ob man um ein paar 1000 Euro günstiger aussteigt, über die Jahre gesehen. Denn diese Rechnung zahlen dann nicht mehr Sie, diesen Schaden zahlen die nächsten Generationen, aber das ist bei Ihrer Milchmädchenrechnung nicht mitverrechnet....

      Und übrigens, Solarenergie ist inzwischen um so vieles effizienter und günstiger geworden, es geht jetzt nur noch darum, wie man diese Energiequelle auch effektiv nutzen lernt!!!

      senf

      @so ist es vielleicht: deine drei Absätze beziehst du wohl auf die übliche Art zur Autoanschaffung: kosten/nutzenrechnung (spielt keine rolle) effektivität (ebenso) und belastung der nächsten generation (immer augen zu, Achsel in den Hals, eh wurscht). Ich nenne das ebenso Milchmädchenrechnung!

      Wenn du dir nun eine passende PV-Anlage samt Speicher anschaffst, die Wartung zur Effektivitätssteigerung über Winter laufend machst und auf den egozentrischen Schrei nach Staatsbezuschussung oder Förderungen verzichtest, dann wirst du über die nächsten Jahre sicher ausreichend und jederzeit mit eigener Elektrizität zum doppelten bis dreifachen Preis versorgt - im Haushalt und zur Mobilität! Die Kosten- und Nutzenrechnung lassen wir beiseite, um die gehts nicht, wie du ja selber schreibst, denn das muss uns klar werden.

      Mir gehts mit meiner Solaranlage nach 15 Jahren gleich, viel Ausbeute war da, die Investitionskosten haben sich trotzdem nie gerechnet, aber gerade darauf bin ich stolz - aber vor allem auch, in diese Zeit einen Beitrag zur Klimaverbesserung geleistet zu haben.

      Vielleicht gibts auch genügend Nachahmer!

      Beim Autokauf funktionierts ja auch!

      S-c-r-AT

      @so ist es vielleicht

      Sie können Ihre Behauptungen doch sicher mit Zahlen belegen. Ich bitte darum. Stellen Sie eine autarke PV-Anlage, die zu jeder Zeit den benötigten Strom zur Verfügung stellen kann (auch im Winter mit Wärmepumpenheizung,evtl. sogar noch Schnee auf dem Dach,... einem herkömmlichen Stromanschluss der Tiwag gegenüber, rechnen Sie hoch auf die nächsten 20 Jahre und stellen Sie bitte dann Ihr Ergebnis hier online. Dann schauen wir mal, ob das Milchmädchen nicht doch recht hat. Vielleicht planen Sie auch noch das Laden es E-Autos in der Nacht mit ein. Ich bin sehr neugierig auf Ihr Ergebnis.

      Vielleicht sollten Sie sich auch mal mit Frequenzgebern im Stromnetz beschäftigen. Dann werden Sie mir auch mit der Belastung der Netze durch zu viele PV-Anlagen recht geben.

      Zum Schluss erklären Sie mir dann bitte noch, welche Rechnung die Nachfolgegenerationen aufgrund der Wasserkraft bezahlen müssen. Bei kalorischen oder nuklearen Kraftwerken würde ich diese Aussage bestätigen, bei Wasserkraft jedoch nicht.

    AlterSchwede

    Endlich jemand der das macht von dem Andere nur labern!

    Wäre auch sehr daran interessiert wie man (speziell im Winter) rein durch Photovoltaik einen Haus mit ausreichend Strom versorgen kann wenn man der TIWAG endgültig den Rücken gekehrt hat.

    Eine "statistische Unabhägigkeit" (mehr Strom erzeugt als verbraucht) schaffe ich auch. Nur schaffe ich es über den Tag/das Jahr verteilt nicht!

Philanthrop

Zum Thema elektrische Energie. Diese Energie wird in vielen Lebensbereichen benötigt. Auch dort wo es nicht jeder sofort vermutet. Ein Blackout, den ich mir nicht wünsche, würde uns mal vor Augen führen was alles, ohne das hinlänglich Bekannte zu nennen, den persönlichen Haushalt betreffend nicht mehr ohne besagte Energie funktioniert. Die meisten Kanal- und Trinkwassersysteme arbeiten unter anderem mit elektrischen Pumpen, die Müllbeseitigung und - trennung in den Sammelstellen, die arbeiten mit elektrischen Förderanlagen, die Nahversorgung mit Lebensmitteln, Kühlketten arbeiten mit elektrischer Energie, Gesundheitsversorgung und wohl noch vieles mehr würde nicht mehr ausreichend zu Verfügung stehen. Es muss wohl nicht nur beim direktem Energieverbrauch gespart werden sondern auch bei Energieverbrauchern wie z. B. Müll. Ich will darauf hinweisen, ohne im speziellen auf Regionen und deren Möglichkeiten einzugehen, elektrische Energie und deren Verbrauch(er) gesamtheitlicher zu betrachten und dann überlegen ob, wie, wo, warum wir elektrische Energie erzeugen wollen oder müssen. Ich persönlich geniese den Komfort den besagte Energie bringt, denke aber sehr wohl über deren Auswirkungen nach. LG

iseline

Mehr Stromverbrauch, mehr Kraftwerke, mehr, mehr ... klingt das nach klimafitter Zukunft? Warum geht man z. B. automatisch von einem weiterhin steigenden Energiebedarf aus und warum sollte dieses Wachstum erstrebenswert sein?

Zweifel sind angebracht, vor allem weil Kraftwerksbetreiber gewinnorientiert arbeiten. Stephan Oblasser, der von Land und Tiwag ungeliebte Energieexperte, hat es einmal auf den Punkt gebracht und sinngemäß gemeint: Kraftwerke sind nicht für die Sanierung der Gemeindekassen gedacht. Denkt man z. B. an die massiven Schneefälle vom letzten Winter, würde man meinen, dass ein lokaler Netzausbau wesentlich wichtiger wäre.

Ich würde dem Ökologen, einer von vielen Warnern, daher beipflichten. Der Schutz der letzten freien Bäche ist vorrangig. Das Thema Energiesparen könnte allerdings ein "Mehr" an Diskussion und Umsetzung vertragen.

    steuerzahler

    Das lokal ausgebaute Netz bezieht und verteilt dann den Strom von woher? Von den lokalen Kraftwerken, die wir nicht wollen? Oder von den fernen Kraftwerken, die den Strom von Überlandleitungen bekommen, die wir ablehnen? Und woher kommt der steigende Bedarf?

      Burgi

      In Tirol wird derzeit mehr Strom erzeugt, als benötigt! Nachzulesen auf der Seite des Landesumweltanwaltes! Warum nicht die Richtung ändern, wenn wir auf eine Sackgasse zusteuern? Energieverschwendung erheben und dann beheben, anstatt gottergeben davon ausgehen dass der Energieverbrauch weiter steigen muss! Muss er nicht und wird er nicht mehr lang, denn die Rahmenbedingungen haben sich durch die Bedrohung durch den Klimawandel gewaltig geändert! Eine Tatsache, die man bei Planungen für die Zukunft unbedingt ernst nehmen und berücksichtigen muss!

      steuerzahler

      Ja genau, erzeugen wir doch einfach weniger Strom, als verbraucht wird, damit können wir dann die ganzen Zukunftstechnologien betreiben. Wer verschwendet Energie? Immerhin kostet das ja etwas, ich kenne einige Großverbraucher, die hinter jedem kW her sind.

      senf

      @burgi, warum beschränkst du die energieaufbringung mit dem verbrauch auf tirol? glaubst du, dass der klimawandel an der landesgrenze endet? der verbrauch an elektrischer energie wird sich gewaltig erhöhen müssen, wenn wir die festgelegten klimaziele erreichen wollen. denk mal nach und hör endlich auf zu träumen.

      tirol erzeugt deiner und der meinung des landesumweltanwaltes mehr strom als benötigt. warum dann der ständige aufschrei von dir nach mehr und mehr förderung für solarenergie? wohl nicht des sparwillens wegen, oder gar der gier?

    senf

    @iseline, wie engstirnig und einfach man es sich machen kann. fakt ist, dass der strombedarf, der energiebedarf allgemein steigt. regional, weltweit und keiner, auch sie wollen (und können) darauf nicht verzichten, behaupte ich! marktwirtschaft ist nunmal auf gewinne ausgerichtet, kein unternehmen wird darauf verzichten, auch nicht einmal sozoalökonomische betriebe oder gar gönner der gesellschaft.

    wasser ist öffentliches gut, es müsste daher gemeinschaftlichen zwecken dienen. in allen belangen versteht sich, aber leider ist niemand ist in der lage, dieses nicht vermehrbare gut gerecht und verträglich zu nutzen und zu verteilen. die begehrlichkeit darauf ist immens, vor allem auch zur energiegewinnung.

    aber wer wäre denn für eine verträgliche wasserkraftnutzung unter den ansprüchen der interessensabwägung ihrer meinung nach eigentlich geeignet? die gemeinden, private oder gesellschaftliche investoren und unternehmungen, spekulanten ...? oder gar der staat selber mit seinen (teils korrupten) vertretern? Ihre antwort?

    leider denken viele naturschützer darüber nicht nach, sie versuchen sich daher leider in oder mit technischen und kaufmännischen details zu rechtfertigen, womit die grundprobleme für eine lebenswerte und sozial verträgliche umwelt ja auch nicht lösbarer werden.

      Burgi

      @senf damit man keine neuen Wasserkraftwerke baut und man Wasserkraftwerke vielleicht sogar wieder rückbauen und die Gewässer ökologisch sanieren kann!

      wolf_c

      '' ... fakt ist, dass der strombedarf, der energiebedarf allgemein steigt ...'' - fakt ist das dieses factum kein gottgebenes sondern ein schnöde menschengemachtes ist. Es wird bedarfsgerecht beworben, denken Sie dabei nur an die wöchentlichen 'Beiträge' der Stromgewinnler in den Medien(sehr schön auch bezahlt vom Abnehmer und oft garniert mit vielen lächelnden Politikern in den beigefügten Artikeln). Die Gehirnwäsche funktioniert wunderbar, die -Konsumenten- glauben dabei sogar noch das richtige zu tun, wenn sie dafür ihre Umwelt zerstörerisch gestalten, supercooler Schmäh das ganze ...

      steuerzahler

      @ burgi: den Strom kann man ja eh von den umweltfreundlichen Atomkraftwerken beziehen. Das bißchen Atommüll, für den es keine Lösung gibt, den verschweigen wir halt.

      Burgi

      @steuerzahler: ich sprach von Fotovoltaik auf bereits versiegelten Flächen! Wie kommst du auf Atomkraft? Jedenfalls nicht mein Vorschlag! Musst du verwechselt haben!

      senf

      ... fakt ist auch, dass wir die scheinheiligen, die tagsüber auf den bäumen leben, mit satten sozialbeiträgen aus steuern am leben erhalten, obwohl sie nachts in der dunkelheit alle vorzüge der modernen gesellschaft auskosten ... warum auch nicht, es funktioniert!

      senf

      @wolf, was ist denn ein gottgegebenes faktum? bist jetzt gar schon in gurumission unterwegs? 🗣

    AlterSchwede

    Zitat: "Zweifel sind angebracht, vor allem weil Kraftwerksbetreiber gewinnorientiert arbeiten." Da bin ich aber sehr froh darüber! Wenn dem nicht so wäre, könnten wir alle uns nicht im Stromfressenden Internet darüber so trefflich aufregen und säßen bei Kerzenschein in unseren unbeheizten Zimmern.

    Zitat:"Kraftwerke sind nicht für die Sanierung der Gemeindekassen gedacht." Kraftwerke verdienen nur Geld wenn Sie laufen = gebraucht werden, weil wir alle Strom verbrauchen. Was ist uns lieber kleinere dezentrale Kraftwerke (meist von Gemeinde) oder große zentrale Kraftwerke (meist von Konzernen)? Das "Florianiprinzip" ist zwar schön funktioniert aber nicht wenn jeder es anwendet!

      wolf_c

      der ganze Kaas mit der Zerstörung zum Hässlichen funktioniert nur weil die Natur(Leben)nix -wert- ist. Die Gesetze dazu sind überkommen, mangelhaft, nicht mehr ausreichend, ungerecht usw ... Warum sonst müssten immer wieder NGOs, Bürgerinitativen, Vereine usw die Arbeit der Regierenden machen? Aber die, die daran verdienen, verteidigen dieses System bis zu Selbstverleugnung und gehen dabei gnadenlos über Leichen

      steuerzahler

      @ wolf-c : nur substanzloses Geschrei, keinerlei Diskussionsbeitrag, niemals eine Lösung

      wolf_c

      ... das müssen Sie dem Bischof Kräutler erklären und nicht mir, aber anscheinend heiligt der Zweck für Sie die Mittel ...

wolf_c

Die Betonierer zsammt den dazugehörigen Politikern und allen Mittätern werden hoffentlich bald aussterben. Sie zerstören ohne Rücksicht, sie zerstören nicht aus Not, sie zerstören um des Profits willen. Hoffentlich siegt die Vernunft.

    senf

    und du machst ja immer alles richtig und ohne profit? aber wenns dich befriedigt, mach weiter!

steuerzahler

Die Kernaussage betrifft die Endlichkeit des Wachstums. Wenn die Weltbevölkerung weiterhin so wächst wie bisher, geht es sich mit allen denkbaren Strategien nicht aus. Der Bedarf an allen verfügbaren Resourcen steigt ganz einfach mit der Anzahl der Menschen. Jede Einsparung wird in kürzester Zeit wettgemacht.

    miraculix

    @ steuerzahler:

    Das Argument der steigenden Weltbevölkerung ist eines Ihrer Lieblinge, dass Sie immer wieder hier bei den Postings einbringen.

    Sie haben schon recht damit, dass Einsparungen nicht selten wieder "aufgefressen" werden. Der geringere Stromverbrauch von Fernsehgeräten durch immer größere, die sparsameren Motoren durch immer schwerere Fahrzeuge, usw ...

    Für den steigenden Energieverbrauch in Österreich ist die steigende Weltbevölkerung aber als Argument völlig unbrauchbar, eigentlich unzulässig! Es berücksichtigt nämlich in keiner Weise, WO die (fossile) Energie und auch der Strom vorrangig verbraucht wird und WER für die Steigerungen vor allem verantwortlich ist. Und da dürfen wir getrost vor der eigenen Tür zu kehren beginnen.

      steuerzahler

      Auch bei uns steigt die Bevölkerungszahl und damit der Resourcenverbrauch. Das gilt auch für den Rest der Welt. Woher sonst sollte der steigende Bedarf herkommen, wenn nicht von der Anzahl der Verbraucher? Ihr Argument mit größeren Fahrzeugen und Fernsehern ist falsch, mein Auto aus den 70ern hat mehr verbraucht und mein erster Fernseher ebenfalls.

    unholdenbank

    Die steigende Weltbevölkerung ist sicher nicht das vorrangige Problem. Der Planet kann, wenn man denn will 12 Mrd. Menschen ernähren. Das Problem ist der ausufernde Konsum und die dahinter steckende Geldgier. Solange Nahrungsmittel in diesem Ausmaß vernichtet werden, solange immer neue nutzlose Produkte produziert und aggressiv vermarktet werden, solange Energie in solch unglaublichem Maß nutzlos verschleudert wird, solange mit unglaublichem Energieaufwand der Planet geplündert wird und solange dem Wachstum-Fetisch gehuldigt wird, kann sich nichts ändern. Gott sei dank ist morgen normaler Geschäftstag und wir können uns wieder dem sinnlosen Konsumismus hingeben.

      so ist es vielleicht

      Das Bevölkerungswachstum ist DAS Problem!!!

      Wir werden so schnell 12 Mia. Menschen sein, und was dann???? Die Zahlen steigen exponentiell, vorallem in den Schwellenländern! Und was glauben Sie, was diese Menschen dann genauso wollen? Konsumieren!!!!

      Früher haben Seuchen und Kriege die Menschheit immer wieder erheblich dezimiert, bzw. wurde der Mensch einfach nicht so alt wie heute. Sind wir froh, dass es diese Zeiten nicht mehr gibt, jedoch braucht niemand zu glauben, dass die Anzahl der Menschen sekundär ist, das ist nämlich das Hauptproblem, und NUR das!!!!

      Wir leben jetzt schon auf Pump und würden mind. zwei Erden benötigen, wenn man den Raubbau so weiter betreibt. Es wird sich nicht ausgehen, wenn wir so weiter machen.

      Der Untergang ist vorprogrammiert, das war doch schon immer so...und dann fängt alles von vorne an...für unsere Erde wird das Dasein der Menschheit nur ein Schluckauf gewesen sein, was sind da schon ein paar Tausend Jahre Zerstörung im Gegensatz zu Millionen von Jahren ohne "intelligente" Wesen am Planeten? Mutter Erde hat jetzt halt mal Fieber, aber wie jeder Organismus wird es zur Selbstreinigung kommen, und der Virus Mensch wird verschwinden, so oder so!!! Denn die Natur war schon immer stärker, nur leider haben dies bis heute noch nicht begriffen. Sieht man ja wieder am aktuellen Klimagipfel, alle reden, aber wenige wollen irgendetwas auch tatsächlich zeitnah umsetzen....traurig, traurig.... 😥🌎😥

    unholdenbank

    @so ist es vielleicht: Bevölkerungswachstum, argumentierte der Kapitalist und strich weiterhin seine Gewinne ein. Das Gewinnstreben als unwiderrufliche Tatsache hinstellen und bei immer gefüllteren Taschen (Bezos, Zuckerberg, Gates - interessanterweise solche, die viel Energie verbrauchen - und viele andere) zusehen, wie der Planet in den A..... geht. Den Raubbau machen nicht die Schwellenländer, sondern WIR und die AMERIKANER ! Neuerdings natürlich auch die CHINESEN. Aber Konsumverzicht, das ist ein Gaggawort. Also machen wir wieder einen Krieg, oder? (Zur Erinnerung: der letzte Weltkrieg ist in den Bevölkerungsentwicklung nur ein kaum merklicher Knick)

      AlterSchwede

      Zitat: "Zur Erinnerung: der letzte Weltkrieg ist in den Bevölkerungsentwicklung nur ein kaum merklicher Knick".

      Mach dir keine Sorgen, den Knick beim nächste Weltkrieg wird man merken! Dann ist auch das Thema Bevölkerungswachstum wieder relativ.

      unholdenbank

      @Alter Schwede: Uiuiui, ein Hellseher also. Aber noch eine Bemerkung zu den hier vielzitierten unumgänglich nötigen Ausbau der Energie"gewinnung" (Energie kann man nicht "gewinnen", sondern nur eine Energieform in die andere umwandeln, also weg mit dem doofen Euphemismus in diesem Zusammenhang !) Wir brauchen immer mehr Energie für immer mehr nutzloses Zeug. Beispiel gefällig: E-Scooter und ähnliche, jedes Jahr ein neues Handy, weil das alte nicht mehr "genug kann", Strom für E-bikes - immer mehr kräftige Junge kaufen sich sowas, anstatt ihre Muskeln zu gebrauchen, riesige E-SUV's, Netstreaming von Filmen anstatt sozial ins Kino zu gehen, immer neues Zeugs, weil das alte nicht mehr gefällt oder obsoleszent bewusst gesteuert kaputt gegangen ist (geh mal in die Altsoffsammelstelle am Bahnhof, da gehen dir die Augen über), sinnloses Hin- und Hertransportieren von "Gütern" samt zugehöriger Logistik, "Aufstiegshilfen" für kraftlose Wintertouristen um jeden Preis und auf jeden Berg, locker könnte ich weiter aufzählen, will aber nicht @senf'sche Episteln schreiben.

      AlterSchwede

      @unholdenbank: Du hast schon Recht, die Welt ist böse und die Menschen sind schlecht! Es lebe das Eichhörchen! Das hat kein Handy, eScooter, eSUV und das streamt auch nichts auf NETFLIX. Es sitzt nur da und schaut mir durchs Fenster zu wie ich dir was schreibe!

Der Graukofler

Wieder einmal ein sogn. Experte, von denen wir in letzter Zeit genügend kennengelernt haben. Was ist die Alternative: Grausliche Windräder auf unseren Bergen? Das Land mit Solaranlagen zupflastern, die nur bei Schönwetter Strom erzeugen? Stromverzicht (ja, wann, wo, wer beginnt)? Erwärmung unserer Häuser mit Hausbrand, nicht mit den viel gerühmten Wärmepumpen? Bevor man irgendwelche Theorien andenkt, sollte man sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen.

    pierina

    Sie haben die Zusammenhänge des Artikels nicht verstanden.

    Detektor

    Sollte man sich nicht viel dringender "mit den Konsequenzen auseinandersetzen", die unser derzeitiges unreflektiertes IMMER WEITER WIE GEHABT mit Sicherheit zur Folge haben wird? - Sie werden noch viel unangenehmer und unberechenbarer sein als eine Eindämmung von Verschwendung und Überfluss ....

    Migranten Kind

    Der Ökologe ist Professor auf der Universität in Innsbruck , ich würde mal sagen das er ein Experte ist . Er setzt sich täglich mit den Konsequenzen wissenschaftlich auseinander .

      S-c-r-AT

      Spannend, wie hier die Expertise durch die Professur an der Uni IBK begründed wird.

      Bei Medizinern und Virologen galt/gilt diese Begründung offenbar nicht. Da kennt/kannte sich die DS-Community besser aus. 😂

      Faktum ist: Strombedarf steigt, ergo muss mehr Strom zur Verfügung gestellt werden. Jede Erzeugungsform hat ihre Vor- und Nachteile. Die gilt es, abzuwägen. Wasserkraft scheint mir nach wie vor am ressourcenschonendsten, ungefährlichsten und klimaverträglichsten. Den Schutzstatus eines Unkrautgewächses über die potentielle Gefahr von Nuklearenergie zu stellen, erscheint mir grotesk und nicht zu Ende gedacht.

      Wenn wir in einer Welt leben wollen, wo E-Mobilität der nächste große Wurf sein soll, sollten wir uns damit abfinden, dass wir zur Energiegewinnung Einbußen in Kauf nehmen müssen.

      Wenn wir es kollektiv schaffen, Verzicht zu lernen, besteht vielleicht die Chance, unberührten Lebensraum langfristig zu erhalten.

    Burgi

    Ich habe unlängst von zwei Experten (beides Uniprofessoren) unabhängig voneinander gehört, dass selbst, wenn wir alle erneuerbaren Energiequellen zu 100% ausbauen, wir nur ca. 50% des momentanen Energiebedarfes (nicht Strombedarf) abdecken können. Es führt also sowieso kein Weg an einer Veränderung unseres Wirtschaftens und unseres Lebensstils vorbei, wenn wir noch eine lebenswerte Zukunft haben wollen! Am besten also gleich damit anfangen und statt dessen, die letzten (nur mehr 15% !!!!😱) an intakten Fließgewässern erhalten!!!

      senf

      fein @burgi, dass du nun auch diese meinung vertrittst und ich hoffe, du meinst es ehrlich mit dem weg des verzichts.

      man staune, in der heutigen zeitungsbeilage wurde ein neues offroad-talent vorgestellt. alle spielchen spielt der neue RR, man setzt weiterhin auf verbrenner - mit stolzen 530 PS! eine tolle leistung, die da die autobauer bieten. für die erlauchte gesellschaft, dem adel, der bereits fiebernd auf die auslieferung wartet.

      man stelle sich vor, ein LKW auf der B100 mit 40 tonnen liefergut kommt mit 380 PS aus, das neue gefährt von RR wiegt knapp 4 tonnen, sechs sitzplätze und garantiert dem solzen eigentümer dynamisches fahren - auch mit "cabin air purification pro, einem filtersystem, das die viren und bakterienbelastung im innenraum reduziert. was das gefährt hinten über die zwei auspufftöpfe der umwelt durch die dörfer hinterlässt, war im pr-artikel leider nicht zu erfahren. aber es fährt - später auch auf der B100 - und zählt zur neuen generation dieses autoproduzenten, gebaut zu hundertausenden. für straßen und für das gelände und für leute, denen die gesunde umwelt eigentlich wurscht isch.

      bin mal gespannt, wie und wann die gesellschaft - wie du meinst - für wirtschaften mit verzicht reif wird. freiwillig wohl doch nicht, oder?

      Burgi

      @Wenn du weißt, dass du dich mit einem bestimmten Verhalten über kurz oder lang selber umbringst, hörst du dann damit auf? Ich hoffe es zumindest! Verzicht heißt vielleicht weniger Quantität, aber nicht zwangsläufig weniger Qualität! Es geht uns ja schon längst nicht mehr gut mit dem "immer schneller und immer mehr" , weil wir zunehmend erkennen, dass es uns in eine Sackgasse führt!

      steuerzahler

      Expertenmeinungen gibt es viele und wenn ich mir ansehe, wie sich die Meinungen oft völlig entgegengesetzt gegenüber stehen, dann kommen mir Zweifel an der Redlichkeit der sogenannten Experten.

      Die Einstrahlungsleistung der Sonne auf 1/8 der Sahara entspricht in etwa dem Weltenergiebedarf. Global betrachtet nur ein kleines Fleckchen. Von daher hätten wir leicht genug Sonnenenergie. Das Problem ist aber die Speicherung und Verteilung der Energie. Als Lösung gibt es die Umwandlung in flüssigen Kraftstoff. Auch wenn der Wirkungsgrad niedrig erscheint, ist das ein gangbarer Weg für die nahe Zukunft. Die Infrastruktur zur Verteilung und Verwendung ist schon vorhanden.

      Das Thema Verhalten und Verzicht funktioniert nicht mal beim Rauchen. Die Sackgasse ist das "Immer mehr", aber das wird erzeugt von der exponentiell wachsenden Bevölkerung.

      TW-WU

      @steuerzahler: "Alle Wahrscheinlichkeiten sprechen dafür, dass wir Anstrengungen unternehmen sollten – sonst dürfte es vorbei sein. ... Doch auch ein paar Prozent Unsicherheit genügen für viele Leute, um „umzukippen“: Wenn es nicht ganz sicher ist, dann ist es vielleicht ganz falsch – und man braucht nichts zu tun...."

      https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/6020880/Essay_Manfred-Prisching_Warum-Klimapolitik-nicht-machbar-ist