Arno Kompatscher erklärt die niedrige Impfrate

„Auch Andreas Hofer wehrte sich gegen die von den Franzosen eingeführten Vakzine“.

Angesichts der zunehmenden Ansteckungszahlen in Südtirol beklagt Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) die niedrigere Impfrate in der autonomen Provinz im Vergleich zum Rest Italiens, wo 86 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfdosis erhalten hat. „Wir sind es nicht gewohnt, Schlusslicht zu sein, das tut mir sehr leid“, betonte Kompatscher im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitagausgabe).

„Auch in Südtirol ist die große Mehrheit der Bevölkerung geimpft, leider besteht ein Widerstand (gegen Impfungen, Anm.) schon vor der Covid-Epidemie. Im Allgemeinen ist die deutschsprachige Welt skeptischer gegenüber Impfungen. Man sagt, dass die Tiroler stur sind und sich nichts vorschreiben lassen. Auch Andreas Hofer wehrte sich gegen die von den Franzosen eingeführten Vakzine“, so der Landeshauptmann.

„Wir sind es nicht gewohnt, Schlusslicht zu sein, das tut mir sehr leid,“ erklärt der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher. Südtirol hat die niedrigste Impfquote Italiens. Foto: APA

„Wir tun das Mögliche, um Personen zu überzeugen und einen einfachen Zugang zur Impfung mithilfe der Apotheken und der Hausärzte zu garantieren“, sagte Kompatscher. Er habe die Regierung in Rom gebeten, angesichts zunehmender Infektionszahlen in Südtirol restriktive Maßnahmen auf lokaler Ebene zu ergreifen. So will Kompatscher die dritte Impfdosis für alle Altersgruppen garantieren und die Maskenpflicht im Freien einführen. Kompatscher forderte darüber hinaus, dass eventuelle neue Restriktionen, die die Regierung ergreifen sollte, nicht geimpfte Personen belasten.

„Wir müssen dafür sorgen, dass, wer die Regeln respektiert hat und geimpft ist, nicht den eigenen Betrieb schließen muss und weiter arbeiten kann. Weitere Restriktionen wären vom sozialen Standpunkt unerträglich. Es geht um die psychische Gesundheit der Menschen. Auch wirtschaftlich können wir uns weitere Schließungen nicht erlauben. Wir hätten kein Geld für weitere Stützungsmaßnahmen“, so Kompatscher.


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