Nach WWF-Beschwerde: EU prüft Schutz der Isel

Mangelnder Naturschutz? In Brüssel wird ein Verfahren gegen Österreich vorbereitet.

2015 hat die Landesregierung in Osttirol die Isel sowie Teile der Schwarzach und des Kalserbaches als Natura-2000-Schutzgebiete ausgewiesen. Überschattet wurde der Prozess von heftigen politischen Debatten und dem Intervenieren mehrerer Bürgermeister. Grund dafür waren Kraftwerkspläne im Isel-Gebiet.

Während sich der WWF seit jeher gegen diese Vorhaben stemmt und fordert, die Schutzgebiete auf die Isel-Zubringer auszuweiten, schaltet sich nach der jüngsten Beschwerde der Umweltorganisation nun die EU ein. Die Europäische Kommission bereitet laut WWF ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich vor. Brüssel sieht im Zusammenhang mit den Kraftwerksprojekten im Einzugsgebiet der Isel „ausreichende Anhaltspunkte“ für einen möglichen Verstoß Österreichs gegen die FFH-Richtlinie und damit gegen EU-Recht. Die Schutzgüter seien durch die Natura-2000-Ausweisungen nicht ausreichend geschützt, heißt es in einem Schreiben der Kommission.

Die EU-Kommission sieht Anzeichen für mangelnden Naturschutz in mehreren Bundesländern. Foto: Ramona Waldner

Die WWF-Beschwerde wird zwar nicht behandelt, doch die EU-Kommission will im Rahmen eines „wesentlich umfassenderen Vertragsverletzungsverfahrens“ die Argumente der Umweltorganisation aufgreifen. „Das Land Tirol hat das Schutzgebiet in den Osttiroler Gletscherflüssen nur lückenhaft ausgewiesen und in der Verordnung zahlreiche EU-Schutzgüter ausgeklammert“, kritisiert WWF-Naturschutzexperte Christoph Walder. Die Rückmeldung der Kommission zeige einmal mehr, „dass neue Kraftwerksvorhaben im Iselgebiet völlig undenkbar sind.“ Er fordert von der Landesregierung umgehend einen flächendeckenden Schutz des Isel-Systems.

Insgesamt sind im Iselgebiet acht Tier- und Pflanzenarten und neun Lebensraumtypen nach EU-Recht geschützt. „Von diesen 17 EU-Schutzgütern wurde in der Isel-Schutzgebietsverordnung nur ein einziger Lebensraumtyp angeführt, Erhaltungsziele und Maßnahmen fehlen gänzlich. Anträge für einen korrekten Schutz wurden bis heute ignoriert. Das hat zur Folge, dass alle Verträglichkeitsprüfungen für Kraftwerke im Iselgebiet unvollständig sind“, so Walder.

In Brüssel werden laut WWF derzeit die Vorbereitungen für das Vertragsverletzungsverfahren getroffen. Wann die Klage eingeleitet werde, sei noch nicht absehbar. Von diesem EU-Verfahren sind auch andere Schutzgebiete und Bundesländer betroffen, denen aus Brüssel ebenfalls unzureichende Schutzverordnungen attestiert wurden.

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15 Postings bisher
motinga

lieber Senf! du scheinst da etwas zu verwechseln! schon mal was von Gleichstrom und Wechselstrom gehört?? den genauen Unterschied erkläch ich dir jetzt hier nicht da es zu lange dauern würde. ( kannst ja dr. google fragen) aber zu deinem Vergleich mit der Glühbirne: im Haushalt und auch sonstfür Maschinen usw. wird Gleichstrom verwendet. im Netz aber fließt Wechselstrom. deswegen auch die Umspannwerke und dafür eben auch wieder ein anderer Leitungstyp. ein bischen genauer erkundigen und nicht nur seinen Senf dazugeben

    senf

    lieber motiga, gleichstrom oder wechselstrom - spielt keine rolle, denn das leitungsnetz ist und wird niemals zum speicher. das wusste schon nikola tesla und vielleicht auch edison. frag einmal einen motinga moschtnsteiger.

    eine geringe menge gas oder öl kann könnte man in pipelines lagern, es ergäbe aber keinen sinn. schlechter vergleich - ich weiss.

motinga

Lagern ist vieleicht nicht der korekte Ausdruck dafür. doch das Stromnetz umfasst ganz Europa und jeder KW wird in das Netz gespeist und der Strom läuft dann eben in diesem Netz. braucht es irgendwo in der EU mehr geht mehr dorthin. eben dadurch ist der Spitzenverbrauch meistens das Problem. da erst wieder anderswo ausgelichen werden muß. das Netz ist daher eben eine Art Lager.

    senf

    motinga, da bringst du vielleicht etwas durcheinander, denn nach deiner version müsste ja eine glühbirne nach dem ausschalten noch eine weile nachleuchten. das wär erfreulich, tuts aber nicht.

    spitzenstrom wird durch zuschaltung zum bandstrom aus gas- und speicherkraftwerken ins netzt eingespeist. kohle- und atomkraftwerke wären da zu träge und ebenfalls ausleitungskraftwerke, wind- oder PV sind dazu nicht geeignet, und wenn, dann nur marginal.

    natürlich wir auch der momentane überstrom für pumpspeicherwerke genutzt, in dem z. bsp. wasser wieder in stauseen zurückgepumpt wird, das länderübergreifende europäische verbundnetzt dient dazu als stromleiter. mehr nicht!

    steuerzahler

    Lagern kann man im Stromnetz überhaupt nichts. Das Netz ist nur zur Verteilung geeignet. Je größer es ist, umso mehr Verbraucher hängen dran und damit werden die Schwankungen in der Abnahme etwas ausgeglichen. Die großen Schwankungen müssen aber immer noch von den Kraftwerken und Großspeichern ausgeregelt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit Großverbraucher zu optimieren und Kleinverbraucher fernzusteuern. Das geht natürlich auch mit PV und Windkraft, die kann man auch vom Netz nehmen, wenn zuviel produziert wird. Leider kann man sie aber nicht beliebig dazuschalten und damit hat man leider ein Problem. Atomkraftwerke liefern nur Grundlast und sind sehr schlecht regelbar. Die Wasserkraftwerke und kalorische KW sind sehr gut regelbar.

    @senf: auch Kohle- und MüllKW sind nicht träge, sondern lassen sich rasch in ihrer Leistung anpassen.

    Könnte man jedem Kraftwerks- und Stromnetzgegner nach Belieben den Strom ferngesteuert ein- und ausschalten, wäre das ein guter Beitrag zur Stabilisierung.

motinga

F_Z. ganz einfach das Europaweite Stromnetz dient nicht nur um den Strom von A nach B zu brigen, sondern eben auch den Strom zu lagern und dann dahin zu bringen wo er benötigt wird! das Problem dabei ist daß es inzwischen zu wenige "Stromtrassen" gibt. deswegen stehn ja auch so viele Windparks in der Nordsee still. du kriegst ja auch kein Wasser in dein Haus wenns keine Leitung gibt, obwohl es ja genug Wasser gibt!!! also sollten mal alle auch HINTER die Kulissen blicken!! genau deswegen wird leider immer mehr ( und zwar auf der ganzen Welt ) der Atomstrom als Umweltfreundlichster Strom ( 0 Co2 Ausszoß ) in den Vordergrund gebracht.

    steuerzahler

    Atomstrom kann niemals umweltfreundlich sein, denn das Problem Atommüll ist ungelöst und belastet folgende Generationen über Jahrtausende. Daher ist diese Art der Stromerzeugung mit Abstand die Teuerste. Atomstrom verursacht auch jede Menge CO2 und zwar indirekt. Man muß eben alles in Betracht ziehen.

    Was verstehst du unter Stromlagerung im Stromnetz?

    unholdenbank

    Das ist neu, dass man Strom im Stromnetz "lagern" kann.

gemeiner Waldkauz

wasserkraftwerke liefern praktisch gar nichts und verursachen nur kosten. wir brauchen atomenergie. diese technologie war die bislang beste wissenschaftliche errungenschaft in punkto energiegewinnung.

motinga

ja Kiew, wie soll das gehen! und corbubsier die Windkraft nutzen!! doch leider sind die Nordsee Windparks in Deutschland sind die meiste Zeit abgeschaltet, ( ok die Räder drehn sich aber es wird kein Strom erzeugt) weil der erzeugte Strom nicht abtransportiert eerden kann!! die selben "alternativen" die nach Wind und Solarenergie schreien sind die ersten die gegen eine neue Stromtrasse protestieren!!! der Süden lechtz nach Strom den der Norden ja zur genügeproduziert, aber derkannnirgendswohin gebracht werden da die Leitungen fehlen!! Übrigens die Stromleitungen leiten nicht nur den Strom sondern sie werden auch zur Lagerung des selben gebraucht!! also beißt sichhier die Ratte in den eigenen Schwanz!!!

Kiew

Wie soll das gehen? Auf der eine Seite soll die Natur und dazu gehört die Isel geschützt werden, auf der anderen Seite soll durch möglichst nahe Naturmassnahmen Energie gewonnen werden und dazu zählt nun einmal neben Wind- und Solarenergie die Wasserkraft, vor allem bei uns in Osttirol. Durch Einsparen wird man nicht auf zusätzliche Energie ganz verzichten können. Wenn in Osttriol kein zusätzlicher Strom erzeugt werden soll, wird man auf Stromleitungen wohl nicht verzichten können, die auch nicht unbedingt zur Verschönerung beitragen. Oder soll das Florianiprinzip gelten?

    le corbusier

    Immer die gleiche alte Leier. Gibt eh kaum ein bachl des nit verbaut ist. Jetzt sollte einmal gestartet werden das Sonnen- und Windpotenzial zu nutzen. Da ist seit Jahren nix passiert und das klappt ohne ein ganzes Ökosystem zu zerstören.

      senf

      ein ganz elektrischer hat kürzlich erklärt, dass bergkämme die beste lage für windräder sei. dort oben, wo im winter meterhohe schneewächten sichtbar werden oder wo im sommer starke winderosion den bliemlwuchs verhindert 😕 vielleicht kann man dann mit ein paar windräder umweltverträglich die modischen freischwimmbäder auf den hoteldächern elektrisch aufheizen, denn schwimmen im winter nach der schiabfahrt ist ja so g..l (und notwendig).

      wolf_c

      ... genau, und den der sinnlosen Natur mühsam abgetrotzten so sehr be-nöt-igten Strom verwenden wir für die zukünftige Hauptplatz- und sonstwo fußbodenparkplatzheizung, das verbilligt die Schneeräumung 🙂