„Das höchste, das unirdischste der Gefühle“

Audio: Brigitte Domurath-Sylvers liest aus Iwan Turgenjews „Erste Liebe“.

Iwan Turgenjew zählt mit Lew Tolstoi und Fjodor Dostojewski zum großen „Dreigestirn“ des russischen Romans in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit ihnen eroberte sich die russische Literatur einen Platz in der Weltliteratur. Doch anders als Tolstoi und Dostojewski oder zuvor Puschkin und Gogol war Turgenjew der weltoffene Europäer unter den klassischen Schriftstellern Russlands.

Bereits zu Lebzeiten erschien eine deutsche Sammlung ausgewählter Werke, die von Turgenjew selbst autorisiert war – und so verwundert es nicht, dass zahlreiche Verlage seinen 200. Geburtstag im Jahr 2018 zum Anlass nahmen, um einige Werke des Schriftstellers neu aufzulegen. Im Vordergrund stand dabei sein Roman „Väter und Söhne“, der im Deutschen Taschenbuchverlag in einer Neuübersetzung von Ganna-Maria Braungardt erschien. Der Hörverlag steuerte eine historische Hörspielbearbeitung aus dem Jahre 1974 bei.

Iwan Turgenjew. Foto: Martin Hirsch, 1875, Creative Commons-Lizenz.

Der Manesse-Verlag hat sich für Turgenjews Roman „Das Adelsnest“ entschieden. Es entstand eine Neuübersetzung von Christiane Pöhlmann unter dem Titel „Das Adelsgut“. Von der Slawistin Vera Bischitzky liegen gleich zwei neue Turgenjew-Übersetzungen vor: „Aufzeichnungen eines Jägers“ (Hanser) und die Erzählung „Erste Liebe“ (1860, C.H. Beck).

Heute, am 2. Dezember, liest Brigitte Domurath-Sylvers aus Turgenjews „Erste Liebe“. Die Novelle erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem 16-Jährigen und einer fünf Jahre älteren Frau. „Erste Liebe“ gilt als eines der bekanntesten Kurzprosawerke Turgenjews und basiert weitgehend auf autobiographischen Jugenderinnerungen.


Die Lesereihe „Unerwartete Begegnungen“ wird vom Literaturkreis der Stadtbücherei Lienz realisiert, dessen Mitglieder die Texte ausgewählt und selbst eingelesen haben. Ursprünglich waren adventliche Lesungen in der Bücherei geplant, die aber der Pandemie zum Opfer fielen. 

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