„Mittelmeer-Harzbiene“ in der Steiermark entdeckt

Neue Bienenart vom Wildbienenrat zum bedeutendsten Fund der letzten Jahre gekürt.

Über 700 Wildbienenarten kommen in Österreich vor. Als blütenbesuchende Insekten sind sie unentbehrlich für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen und sichern somit die essenziellen landwirtschaftlichen Erträge. Doch mehr als die Hälfte der Wildbienenarten gelten aufgrund von Lebensraumverlust und Insektiziden als gefährdet.

Umso bedeutender war die Entdeckung einer neuen Wildbienenart in der Steiermark. Der Biologiestudent Karim Strohriegl machte den Fund im September 2020 in einem insektenfreundlichen Garten. Dieser Erstnachweis der „Mittelmeer-Harzbiene“ wurde im Herbst in einer Vollversammlung vom Österreichischen Wildbienenrat zum „bedeutendsten Fund der letzten beiden Jahre“ gekürt, teilt der Naturschutzbund in einer Aussendung mit.

Die Mittelmeer-Harzbiene (Icteranthidium grohmanni) wurde erstmals in der Südsteiermark nachgewiesen. Foto: Lorenz Wido Gunczy

Die neu entdeckte Harzbiene (Icteranthidium grohmanni) bevorzugt, wie ihre Artgenossen ein heißes Klima und wurde bislang nur im Mittelmeerraum nachgewiesen. Das nächste Vorkommen der Mittelmeer-Harzbiene liegt in den submediterranen Regionen Sloweniens. Bedingt durch die Klimaerwärmung kommt es zunehmend zu Klimaveränderungen. Dies hat ebenso Auswirkungen auf die Bienenfauna: Wärmeliebende Arten dringen im Zuge dessen in ehemals kühlere Klimazonen vor.

Den Gattungsnamen „Harzbiene“ verdanken die zugehörigen Arten ihrer besonderen Nestbauweise. Die Weibchen dieser solitär nistenden Wildbienenarten verwenden Baumharz zum Bau der Brutzellen, welche in Hohlräumen im Erdboden angelegt werden. In ihrer Pollenwahl zeigen Harzbienen oft eine Präferenz für Körbchenblütler wie Ochsenauge, Aster, Cosmea und Ringelblume.

Der Garten, in dem die Art entdeckt wurde, ist besonders insektenfreundlich gestaltet. So bieten dort ein Sandarium und offene Bodenstellen gute Voraussetzungen für viele bodennistende Insekten. Ein durchgängiges Blütenangebot unterschiedlichster Pflanzenarten sorgt dafür, dass für viele verschiedene Blütenbesucher etwas Passendes dabei ist. Der Verzicht auf Rasenmähroboter sowie auf den Einsatz von Pestiziden ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine vitale Bestäubergemeinschaft und für tolle Funde wie jenen der Mittelmeer-Harzbiene. Wer den Wildbienen helfen möchte, kann im eigenen Garten ganz leicht eben solche Bedingungen und Nistplätze schaffen.

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