Auf Schloss Bruck werden die Lachmuskeln massiert

Gerhard Haderer zeigt 70 seiner Karikaturen. Im Mai kommt Konstantin Wecker nach Lienz.

Es wird ein klang- und humorvoller Sommer auf Schloss Bruck. Das haben Stadtkulturleiterin Claudia Funder und Museumsleiter Stefan Weis am Freitag bei der Präsentation des Kulturprogramms für die warme Jahreszeit versprochen. Mit am Tisch saß bei diesem Termin Uwe Ladstädter, der heuer nach 30 Jahren im Gemeinderat die Stadtpolitik verlässt.

Uwe Ladstädter verlässt den Gemeinderat und den Kulturausschuss der Stadt Lienz. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Während der letzten sechs Jahre arbeitete er als Obmann des Kulturausschusses eng mit Funder und Weis zusammen. Das Duo streute ihm zum Abschied Rosen: „Es war ein sehr gutes Miteinander. Uwe hatte immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen.“ Der scheidende Ausschussobmann lobte die „harmonische, parteiübergreifende Zusammenarbeit.“

Museumsleiter Stefan Weis und Stadtkulturleiterin Claudia Funder präsentierten das Sommerprogramm. Foto: Stadtkultur/Mayr

Damit es ein „Sommer voller Leichtigkeit“ wird, will man auf Schloss Bruck nicht nur die Geschichte und Arbeit heimischer Künstler in den Fokus rücken. „Unsere Besucher sollen heuer mit einem Schmunzeln nach Hause gehen“, verrät Weis. Für angespannte Lachmuskeln wird Gerhard Haderer sorgen, der seit über 40 Jahren mit spitzer Feder und feinem Pinselstrich den Menschen den Spiegel vorhält. Eine Schau mit 70 Werken rückt den Großmeister der gezeichneten Satire in den Fokus.

Haderers erste Karikatur wurde 1985 veröffentlicht, seither finden sich seine humorvollen und schonungslosen Darstellungen in renommierten Magazinen. Wer in den museumsreifen Werken Haderers Altersmilde erwartet, wird enttäuscht. Ob spießbürgerlicher Alltagswahn oder Politik: Die gemalten Kommentare punkten mit ungeschönter und gnadenlos realistischer Schärfe.

Bei Gerhard Haderers Karikaturen bleibt kein Auge trocken. Da lachen selbst die Priester!

Zum 100. Geburtstag von Oswald Kollreider widmet sich die Ausstellung „Menschsein“ im Westtrakt seinen künstlerischen Auseinandersetzungen mit spirituellen Themen. Kuratiert von Eleonora-Bliem Scolari, finden sich in der Ausstellung auch nie gezeigte Werke des Osttiroler Malers. Einen anderen, oft übersehenen Meister des Pinsels rückt die Sammlung Egger-Lienz in den Modulräumen ins Licht. Selten gezeigte Werke Hugo Engls aus dem Eigentum der Stadt, gepaart mit familiären Leihgaben, würdigen den ersten Lehrer und Mentor des jungen Albin vor dessen Weg an die Akademie in München.

Auch die Ohren sollen auf Schloss Bruck verwöhnt werden. „Heuer ist die Lust wieder groß, Livemusik unter freiem Himmel zu genießen“, weiß Claudia Funder. Aus diesem Grund lässt die Stadtkultur die Burg im Juli und August bei insgesamt fünf Konzerten „erklingen“. Bespielt wird der Innenhof zum Auftakt am 1. Juli von Marilies Jagsch. Die Sängerin und Gitarristin wird dem Independent zugerechnet, folgt keinem Trend und fängt gerade deshalb den Zeitgeist ein.

Chartstürmerin „AVEC“ bringt am 20. August ihre emotionalen und einprägsamen Songs nach Lienz. Foto: Martin Morscher

Am 9. Juli steht eine Italo-American „Swing Night“ auf dem Programm. Jack Marsina und „Flo’s Jazz Casino“ entführen mit Sara De Blue in die Clubs und Casinos des frühen 20. Jahrhunderts. Auch die New O’Lienz Jazztage von „Jazzwecan“ sollen wieder viele Besucher:innen anlocken. Das Abschlusskonzert der Jazztage gibt am 16. Juli die siebenköpfige „Buena Banda“. Am 20. August kommt „AVEC“ nach Lienz. Die Sängerin mischt mit ihren Songs derzeit die internationalen Charts auf. 700.000 monatliche Hörer und über 60 Mio. Plays auf Spotify sprechen eine deutliche Sprache. Gerald Votava feat. Walther Soyka und Maria Petrova zelebrieren zum Abschluss am 26. August mit den Nöstlinger Songs „A schenes Lem!“.

Gerald Votava, Walther Soyka und Maria Petrova präsentieren in Lienz ein modernes, distant-emotionales Songster-Album. Foto: Christoph Liebentritt

„Und wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, bringt uns der bekannte Liedermacher Konstantin Wecker in Stimmung. Er wird am 25. Mai im Lienzer Stadtsaal einen Querschnitt seines jahrzehntelangen Schaffens zum Besten geben. „Ich bin sicher, dass das Programm auch heuer wieder sehr viel Lust machen wird, dabei zu sein“, freut sich Funder. Kartenreservierungen sind ab sofort online und telefonisch unter 04852/600-519 möglich. Die Ausgabe der reservierten Karten erfolgt an der Abendkasse.

3 Postings

MagdaLe

Ein schönes Programm, als kleiner Klassik-Fan fehlt mir allerdings die Klassik und alte Musik ein wenig. Aber dafür kann man ja zu den Toblacher Nachbarn fahren. 🙂

 
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    boarium

    Glaub nicht, dass du so weit fahren musst:)

    War gerade auf der Seite der Stadtkultur, der nächste Programmpunkt am kommenden Samstag gleich das Trio Lentrias. Und bis zum Wecker-Konzert, dem ersten angekündigten da oben, noch ein Tango- und ein Klezmerkonzert, die Stadtmusik und dann das Sinfonieorchester mit dem Festkonzert 75. Weiter hab ich nicht mehr gescrollt als bis April - das sind nebenbei nur die Konzerte, die die Stadt selbst macht, andere dürfen ja auch veranstalten. Toblach ist schön, keine Frage. Aber wenn du bis zu den Mahler-Festwochen noch Konzertfeeling brauchst, oder danach... ;)

     
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Claudia Moser

Sehr schönes Programm! Und die Karten für Konstantin Wecker sind schon reserviert!

 
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