Ein neues Konzept soll mehr Menschen in die alte Römerstadt locken. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Ein neues Konzept soll mehr Menschen in die alte Römerstadt locken. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

„Kein Disneyland“: Aguntum erfindet sich neu

In der Römerstadt werden 870.000 Euro investiert, um das museale Konzept zu überarbeiten.

„Wir wollen kein Disneyland“ – mit dieser Botschaft wandte sich Leo Gomig vom Verein Curatorium pro Agunto an dessen Geschäftsführer Manfred Hainzl. Gemeinsam mit einem Expertenteam wurde er damit beauftragt, der Römerstadt Aguntum neues Leben einzuhauchen. Das Museum will sich neu erfinden und mit der Zeit gehen. Dafür nimmt man viel Geld in die Hand.

„Das Museum wird die Menschen packen.“

Manfred Hainzl

„Wir sprechen hier von einem äußerst wertvollen Kulturgut, das wir angemessen präsentieren wollen und auch müssen“, stellte Gomig bei einem Medientermin am Dienstag fest. Die Dauerausstellung blieb seit der Eröffnung des Museumsgebäudes 2005 weitgehend unverändert. „Aus der Vitrinenausstellung wird eine Themenausstellung. Man soll durch das Museum gehen und alles aufsaugen“, erklärt Hainzl den Plan. Er verspricht: „Das Museum wird die Menschen packen.“

Manfred Hainzl wird mit einem Expertenteam das Museum Aguntum neu positionieren.

Damit das gelingt, tritt sein Team in die erste Phase ein, in der das Basiskonzept für die Neuausrichtung entsteht. Am Jahresende will man dieses präsentieren, um anschließend die Detailplanungen anzupacken. Ende 2023 soll umgesetzt werden, was zuvor ausgeheckt wurde. Hält der Zeitplan, steht im Sommer 2024 die Neueröffnung an. Die diesjährige Museumssaison läuft ohne Einschränkungen.

Um künftig bei der Vermittlung der Inhalte die richtigen Wege zu gehen, unterzieht sich die Römerstadt einer Zielgruppenanalyse. „Geplant ist, das Museum neu zu denken. Wir sehen für die Zukunft drei Zonen, die sich in Dauerausstellung, Sonderausstellung und Servicebereich unterteilen“, so Hainzl. Die Dauerausstellung soll den Besucher:innen noch besser vermitteln, wie mehrere tausend Menschen einst in Aguntum lebten.

V.l.: Werner Lamprecht, Manfred Hainzl, Leo Gomig und der Dölsacher Altbürgermeister Josef Mair.

Eine wichtige Rolle wird die Digitalisierung spielen und auch dem Grabungsgebäude wird ein Feinschliff verpasst. Im „Maschinenraum der Archäologie“, wie ihn Hainzl nennt, entsteht ein neues Depot, in dem sensible Objekte aufbewahrt werden. Ein Schauraum soll Einblicke in die Arbeit der Archäolog:innen bieten. Auch für die zeitgenössische Kunst wollen Hainzl und Gomig die Tore der Römerstadt öffnen: „Unser Ziel ist es, jungen Künstler:innen eine Plattform zu geben.“

„Es ist ein großes Vorhaben für einen kleinen Verein“, stellte Gomig fest, als er die Zahlen für das ambitionierte Vorhaben vortrug. Insgesamt 870.000 Euro wird die Neuausrichtung verschlingen. Für die Planungsphase steht die Finanzierung bereits. 24.000 der dafür notwendigen 150.000 Euro bringt der Verein aus Eigenmitteln auf. Die Interreg-Töpfe werden mit einem Fördersatz von 55 Prozent angezapft, den Rest schießt das Land zu. Für die weitere Finanzierung laufen die Verhandlungen.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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