Schülerpreis CLAUS: Junge Journalistinnen zeigen auf

Wir stellen die Beiträge der Osttiroler Teilnehmerinnen an diesem Wettbewerb vor.

Der aus Sexten stammende Journalist und Dokumentarfilmer Claus Gatterer (1924 – 1984) ist Namensgeber für mehrere Journalistenpreise, deren wichtigster heuer im Juni an Lukas Matzinger verliehen wurde, für vier in der Wiener Stadtzeitung „Falter“ erschienene Reportagen. Daneben gibt es aber auch noch den CLAUS, einen Preis für Schülerinnen und Schüler mit journalistischen Ambitionen, ausgelobt vom Schulverbund Pustertal, der Bildungsdirektion Bozen, der Gemeinde Sexten und dem ORF. 

14 Oberstufenschülerinnen (es waren ausnahmslos Mädchen) aus Süd- Nord- und Osttirol gingen heuer ins Rennen, betreut von der erfahrenen Fernsehjournalistin Karin Duregger und Jiri Gasperi, einem Experten für Medientechnik und Filmproduktion. Wohl dem ORF als Mitinitiator geschuldet, war die journalistische Aufgabenstellung auf elektronische Medien beschränkt: Ein Radio- oder Videobeitrag zu einem selbst gewählten, für die Öffentlichkeit relevanten Thema sollte erarbeitet werden. Die technischen Skills sowie Tipps zur Umsetzung wurden den Schülerinnen in einem Workshop in Südtirol vermittelt. 

Luisa Mistelberger, Schülerin des Aufbaulehrgangs der Dominikanerinnen Lienz, erarbeitete gemeinsam mit ihrer Schulkollegin …
… Lara Weitlaner einen Audiobeitrag über „Minimalismus“ für den Journalismus-Wettbewerb CLAUS. Fotos: Privat

Mit dabei waren drei junge Osttirolerinnen. Luisa Mistelberger und Lara Weitlaner traten im Duo für die Fachschule der Dominikanerinnen an, Maturantin Isabell Tagger vertrat die Lienzer Handelsakademie. Ende April war Abgabetermin. Die vierköpfige Fachjury aus prominenten Journalist:innen erhielt die Beiträge anonymisiert und vergab den Siegespreis – eine Trophäe des Innsbrucker Künstlers Georg Loewit und eine Woche Praktikum beim ORF – schließlich an die 17-jährige Südtirolerin Lea Marie Steinwandter aus Toblach. Sie ist Schülerin einer 4. Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Bruneck und stellt in ihrem Audiobeitrag „Kultur in der Krise“ die nach Corona allmählich wieder erwachende Kultur ins Rampenlicht.  

Isabell Tagger maturierte heuer an den HAK Lienz und reichte zum CLAUS 2022 ein Video ein, das die Frage stellt, „Was ist und was darf Kunst?“ Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Alle anderen Teilnehmerinnen erhielten ex aequo eine Urkunde und sind für drei Tage zum ORF auf den Wiener Küniglberg geladen. „Mit der Teilnahme am Projekt wurde bei uns die Begeisterung für diese Thematik entfacht, wir haben ein neues Hobby, das Konzipieren, Drehen und Schneiden von Videos und Radiobeiträgen, entdeckt, das wir eventuell nun auch in unserer Zukunft beruflich ins Auge fassen werden“, resümieren Luisa Mistelberger und Lara Weitlaner. Isabell Tagger hat bereits in diesem Sommer Gelegenheit, ihr journalistisches Talent weiter auszuleben. Sie arbeitet derzeit als Ferialpraktikantin bei dolomitenstadt.at.  

Und hier sind die Beiträge, die von den drei Osttirolerinnen zum CLAUS eingereicht wurden:

Luisa Mistelberger und Lara Weitlaner stellen in ihrem Audiobeitrag „Minimalismus: Sind wir die Summe unseres Besitzes?“ fest, dass immer mehr Menschen einen Lebensstil, der von Überkonsum und Kaufrausch geprägt ist, bewusst ablehnen und gehen der Frage nach, ob weniger wirklich mehr ist. 

„But is it Art? Was ist Kunst und wie weit darf sie gehen?“ Isabell Tagger hat einen Videobeitrag zur Kunst gestaltet, zu ihren Grenzen und Möglichkeiten und zu politisch-gesellschaftlichen Aufgaben von Kunst.

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

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4 Postings

Maron

Echt? Sie meinen mit "man" wohl die Maturantin, die sich ersichtlich engagiert für diesen Wettbewerb einbrachte und bemühte! Hätte sie vielleicht doch gleich Herrn Professor Erich Lexer interviewen sollen? Eh' für alle Kunst zuständig im Bezirk Lienz, oder doch lieber gleich Rudi Ingruber, um auf Nummer sicher zu gehen? So viel voreilender Missmut gegen die angeführten Personen ...

 
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    Herr_Kules

    Ich entschuldige mich für die blöde Formulierung meines Postings. Ich habe nicht gemeint, die Maturantin oder das Projekt schlecht zu machen, verstehe aber natürlich, dass man das so verstehen kann. Das tut mir leid. Ich versuche es erneut:

    Schönes Projekt und eine sehr gute Idee. Gerade auch den handfesten Skandal vom letzten OLALA aufzugreifen ist etwas, das den "richtigen" Journalisten in der Region offensichtlich nicht einfallen würde. Leider haben die Personen, die in dem Video zu Wort kommen, nicht besonders viel zu der Frage, was Kunst ist, beizutragen. Das lässt sich an deren Leistungen festmachen.

    Ob das jetzt Missmut ist oder etwas anders - Keine Ahnung, voreilend aber jedenfalls nicht, das kann ich Ihnen versichern. Erich Lexer wäre auch sehr lustig gewesen.

     
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      Maron

      Da haben Sie recht, "Herr_Kules", das Projekt ist bestimmt ein ambitioniertes gewesen mit entsprechenenden Ergebnissen - junge Menschen formulieren ihre Ansichten bzw. Perspektivisches, zusammengefasst auf wenige Minuten. Der Skandal um OLALA wäre tatsächlich ein Punkt, der vertieft hinterfragt hätte werden sollen. Die Interviews im Video habe ich teilweise als Momentaufnahmen zum Thema Kunst an sich verstanden - Antworten auf die Fragen der Autorin eben.

       
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Herr_Kules

Hans Mutschlechner? Walter Schneider? Eleonora Bliem-Scolari? Da hat man aber wirklich die größten Kunstexperten gefragt.

 
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