Krösslhuber will im Südsudan weitermachen

Der Waffenstillstand im Bürgerkrieg gibt dem Jalimo/Mondikolok-Team Hoffnung auf eine Rückkehr.

Es ist ein Projekt, über das schon viel berichtet wurde: der Lienzer Kinderarzt Franz Krösslhuber startete vor zehn Jahren eine außergewöhnliche Hilfsaktion im Südsudan und schaffte es, mit Hilfe eines ambitionierten Teams und der Osttiroler Bevölkerung unter dem Titel Jalimo/Mondikolok eine funktionierende Krankenstation zu bauen, dadurch für tausende Menschen eine medizinische Grundversorgung zu sichern und gleichzeitig auch gezielt Personal vor Ort aus- und weiterzubilden. 

2015 und 2016 war das Mondikolok Health Care Center (MHCC) in Vollbetrieb. In diesen beiden Jahren half das Team rund um Krösslhuber mit bis zu zwölf Mitarbeitern in Mondikolok vielen Menschen in der grenznahen Region Kajo-Keji – und wurde jäh gestoppt. Ein schon lange schwelender Bürgerkrieg dehnte sich in den Südsudan aus, erfasste die Region um Mondikolok, die Menschen flohen, die Helfer mussten abrücken und das Krankenhaus wurde komplett geplündert. Wertvolle Einrichtung und Infrastruktur wurden größtenteils zerstört. Wichtige Partner vor Ort – wie die Comboni-Missionare – wurden zur Flucht gezwungen. Sie konnten wenigstens einige Maschinen und wichtige Werkzeuge aus ihren Handwerksbetrieben abmontieren und nach Uganda mitnehmen. 

All das berichtete Franz Krösslhuber bei einer kürzlich abgehaltenen Generalversammlung des Sozialvereins „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ in Lienz. Und der Arzt ließ Hoffnung aufkeimen: „Der 2018 vereinbarte Waffenstillstand hält im Großen und Ganzen, die Bevölkerung der Region Kajo-Keji gewinnt wieder ein wenig Vertrauen sowie Zuversicht und die geflüchteten Leute kehren teilweise in ihre alte, fruchtbare Heimat zurück.“ Für das erste Halbjahr 2023 seien freie Wahlen geplant und damit entscheide sich die weitere Zukunft des Südsudans.

In dieser Situation denken Krösslhuber und sein Team an die Fortführung des medizinischen Hilfsprojekts in den kommenden Jahren ab 2023. Die enge Zusammenarbeit mit dem Comboni-Orden soll forciert werden, das Gebäude des Gesundheitszentrums, das zwar geplündert wurde aber noch steht, könnte renoviert werden. Die Rückkehr des ausgebildeten Personals wäre ein weiterer wichtiger Baustein für den Wiederaufbau des MHCC. 

Treffen all diese Voraussetzungen ein, sieht der Vorstand des Sozialvereins eine realistische Chance, das Hilfsprojekt wieder zu reaktivieren und fortzuführen. Die finanzielle Basis hierfür sei mit Rücklagen von 284.000 Euro gegeben, betonte man bei der Generalversammlung, bei der die Führungscrew für die kommenden zwei Jahre gewählt wurde. Dem bisherigen Vorstand wurde einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Neu im Vorstand ist als Obmann-Stellvertreter Andreas Stotter. Bauamtsleiter Harald Haider wird sich zukünftig als technischer Berater beim Wiederaufbau in Mondikolok einbringen.

Spendenkonto: OfJM-Konto bei der DolomitenBank, IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523.

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