Auch in Osttirol: Es rumort bei den Freiheitlichen

Die Partei sieht sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert. In Osttirol gab es einen Führungswechsel.

Verpatzter Wahlkampf und Intrigen – die FPÖ durchlebt turbulente Zeiten. Während in der Bundespartei die Causa Jenewein für Verstimmung sorgt, plagen die Tiroler Fraktion Rassismusvorwürfe und auch bei den Osttiroler Freiheitlichen rumort es im Vorfeld der Landtagswahl. Zunächst stellte der langjährige Bezirksobmann Josef Oblasser seine Funktion zur Verfügung. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, fühle sich der Osttiroler von der Landespartei „vernachlässigt“.

Die Bezirksführung hätte anschließend Manuel Kleinlercher übernehmen sollen, der jedoch umgehend ablehnte. Auch als Lienzer Stadtparteiobmann ist der blaue Gemeinderat zurückgetreten. „Aus persönlichen Gründen“, so die offizielle Begründung. Die Parteiführung in Osttirol hat nun Natalie Reiter übernommen. Sie wurde von den Freiheitlichen für die kommende Wahl als Spitzenkandidatin im Bezirk aufgestellt – auch ihr Ehemann steht auf der Liste. Noch im Februar ging Reiter gemeinsam mit Kleinlercher bei der Gemeinderatswahl in Lienz auf Stimmenfang.

Ein Bild aus alten Zeiten: Manuel Kleinlercher und Natalie Reiter im Gemeinderatswahlkampf. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Einen Zusammenhang mit der Listenerstellung nennt offiziell zwar weder Oblasser noch Kleinlercher als Grund für den Rücktritt, intern dürfte es aber durchaus Auffassungsunterschiede geben. Auch, dass auf der blauen Bezirksliste keiner der drei im Februar gewählten Gemeinderäte auftaucht, soll nicht gut angekommen sein. Beide, Oblasser und Kleinlercher, bleiben jedoch Parteimitglied. Auch eine Rückkehr in eine höhere Funktion schließt Kleinlercher nicht aus. Seinen Job als parlamentarischer Mitarbeiter von Gerald Hauser wird er ebenfalls behalten. Reiter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

„Rassismus in Reinform“

Noch unbequemer ist die Lage für die Landesspitze der Freiheitlichen. Die gebürtige Südtirolerin Gudrun Kofler sieht sich mit Vorwürfen der „Freunderlwirtschaft“ und des Rassismus konfrontiert. Kofler war zuletzt bis 2014 für die Südtiroler Freiheit tätig und wurde von der FPÖ auf dem siebten Landeslistenplatz gereiht.

Sie ist auch die Lebensgefährtin von Parteisprecher Fabian Walch und arbeitet im FPÖ-Bürgerservice, weshalb die Bezirksparteien in Landeck und Imst in diversen Schreiben an die Landespartei anmerkten, dass die „Richtigen an die Futtertröge“ kommen würden, die bereits von der Partei bezahlt würden. Parteichef Markus Abwerzger sprach davon, dass es in den „freiheitlichen Bezirken“ in Landeck und Imst nach einer Listenerstellung immer wieder Ärger gebe.

Doch auch wegen diversen Social-Media-Postings macht die Nichte der langjährigen Südtiroler Landtagsabgeordneten Eva Klotz von sich reden. Kofler postete etwa ein Bild, das Hautfarben-Buntstifte mit verschiedenen Farben zeigt: „Was waren das noch für Zeiten, als die Jolly-Malfarben-Palette hierzulande nur eine Hautfarbe hatte.“ Zudem soll sie „Guten Morgen, deutsches Volk“ geschrieben haben. Klotz hat die Rassismusvorwürfe gegenüber der „TT“ zurückgewiesen und beteuert, dass sie keine „extremen Ansichten“ vertrete.

Abwerzger verteidigte Kofler, während die Opposition nicht mit Kritik sparte. Die Grünen betonten etwa in einer Aussendung, der blaue Parteichef versammle „radikale Kräfte um sich“. Grünen-Kandidatin Zeliha Arslan ortete „Rassismus in Reinform“ und forderte „den sofortigen Rücktritt“ von Gudrun Kofler. Auch eine Anzeige werde geprüft.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

4 Postings

unholdenbank

Alter Schmäh der F-ler. Wenn niemand über sie berichtet, treten sie einen vermeintlichen shitstorm los, um in die Zeitungen und andere Medien zu kommen. Hinterher löst sich alles in Luft auf. Ich erinnere an den vorletzten GR-Wahlkampf, wo witzigerweise "nur" F-Plakate in die Drau geschmissen wurden und sich die dann fürchterlich aufgepudelt haben über diese Undemokrtaten. Letztlich nur ein selbstorganisierter Wahlkampfgag. So hat es die NSDAP in ihre ertsen Jahren auch gemacht, um sich als Opfer der "Systemparteien" hochzustilisieren. Man wird ja wohl noch dazulernen können.

 
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    Godmensch

    wieso muss es immer wieder Personen geben die das "alte" wieder herauskramen müssen?

     
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      aktuell

      Die Nazikeule ist ein billiges und effektives Werkzeug.

       
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      unholdenbank

      Auch ein alter Schmäh der Ewiggestrigen: Wir vergessen das "Alte" und machen weiter wie damals. Verkaufen das dann als "Neue Zeit". Dann kann uns niemand am Zeug flicken. Haben die damals auch schon gemacht. Nihil novis sub sol.

       
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