250.000 Euro hat die „ARGE Dolomitengans“ in die Schlachtstelle in Lavant investiert. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

250.000 Euro hat die „ARGE Dolomitengans“ in die Schlachtstelle in Lavant investiert. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Lavant: Gänsebauern steigen auf Hofschlachtung um

Die Familien Kuenz und Kreuzer setzen auf kurze Wege und verarbeiten ihre Dolomitengänse nun vor Ort.

Seit 2020 schnattern in Lavant die Gänse. Die Familien Kuenz und Kreuzer züchten auf mittlerweile sieben Hektar Grünland nachhaltig Martinigänse. Was mit 300 Tieren begonnen hat, erreicht im laufenden Jahr einen neuen Höhepunkt. Rund 1.000 Gänse watscheln derzeit durch die Lavanter Wiesen. Damit verbunden ist aber auch ein gestiegener Arbeitsaufwand, weshalb im Familienverbund die Idee reifte, die Tiere selbst zu schlachten.

„Für den Start war es praktisch, sich nicht darum kümmern zu müssen“, erklärt Johannes Kuenz. Bisher rollte eine mobile Schlachtbank aus Nordtirol an. „Das wurde aus logistischen Gründen immer kniffliger, weil wir ja mehr Tiere hatten“, so Kuenz. Also habe sich die Gruppe entscheiden müssen: „Zurückschrauben oder investieren.“ Einige Monate später steht das Trio vor der eigenen Schlachtstelle, die auf dem Simiterhof von Klemens Kreuzer um 250.000 Euro errichtet wurde.

V.l.: Klemens Kreuzer mit Florian, Johanna und Johannes Kuenz.

Seit Mai wird hier bereits gearbeitet, denn die Gänsebauern züchten und verarbeiten mittlerweile auch rund 800 Hühner und 600 Enten pro Jahr. Im Herbst hat die Martinigans Saison, weshalb ab sofort einmal pro Woche die Gansl’n auf die Schlachtbank kommen. „Tierwohl steht bei uns an oberster Stelle“, beteuert Florian Kuenz: „Viele stellen sich das Schlachten brutal vor, doch dem ist nicht so. Wir fangen die Gänse stressfrei im Dunkeln.“ Im neuen Schlachthaus werden die Tiere dann mittels Stromschlag betäubt. Auf dem „Schlachtkarussell“ bluten die Gänse aus, bevor sie nach einem Wasserbad gerupft und ausgenommen werden.

„Wir verarbeiten so viel wie möglich. Die Daunen gehen an einen Betrieb, der Decken und Pölster herstellt. Die Füße bekommt ein Hundefutterproduzent“, erklärt Kreuzer. Im Audiointerview spricht er über die Beweggründe für die Investition und darüber, bei welchen Kunden die Dolomitengänse letztlich auf dem Teller landen:

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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2 Postings

Tauerngeist

Nach diesem Bericht ist mir der Appetit vergangen. "Schlachtbank", "Schlachtkarusell"..... einfach nur widerlich!!!!!!!!!

 
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chiller336

gänse, hühner und enten "verarbeiten" ....jedes einzelne individuum ein wesen mit herz, gefühl und verstand .... ich ess schon lange keine gansl mehr, da pfeif ich auf die tradition. manchmal fahr ich an den besagten wiesen vorbei und beim anblick all dieser gänse enten und hühner schnürt sich mir der magen zu, wohlwissend, dass die nicht mehr lange zu leben haben, damit "gourmets" auf ihre kosten kommen können - vor allem wird sich diesen luxus bald nur mehr die oberklasse leisten können - gsd gehör ich nicht dazu

 
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