In Lienz hat die Rapid-Viertelstunde geschlagen

In Unterzahl dreht Rapid das Spiel gegen Greifenburg in der Schlussphase. Dölsach stellt Assling ein Bein.

Mit einem Befreiungsschrei haben sich die Kicker von Rapid Lienz in die Winterpause verabschiedet. Die Grünweißen erwischten im letzten Heimspiel des Jahres gegen den SV Greifenburg einen denkbar schlechten Start. Nach nur sechs Minuten lag Rapid mit 0:1 zurück und musste über weite Strecken in Unterzahl agieren.

Denis Kerrniqi sah zunächst Gelb für eine Schwalbe, kurz vor dem Pausenpfiff hatte der Goalgetter sein Temperament nicht im Griff, als er einen Gegner umschubste und vom Feld flog. „Da spielt nur eine Mannschaft und das in Unterzahl“, rief ein älterer Zuschauer aufs Feld und das Publikum teilte seine Einschätzung.

Für Lienz war das letzte Heimspiel ein Kraftakt. Dominic Girstmair musste verletzt vom Feld. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Die Rapidler stellten mit dem Kraftakt gegen die Kärntner einmal mehr ihre Reife und Moral, die sie in dieser Saison auszeichnen, unter Beweis. Wann, wenn nicht in der Rapid-Viertelstunde hätten die Lienzer dieses Spiel drehen sollen? In der 80. Minute tanzte Benjamin Bürgler die Drautaler Abwehr schwindelig und steckte den Ball in die Gefahrenzone durch, wo Andre Tabernig lauerte und den Ausgleich erzielte.

Matchwinner Andre Tabernig ließ feiern.

Trotz frostiger Temperaturen ging es in den Schlussminuten heiß her im Dolomitenstadion. Nur Augenblicke vor dem Ende des Spiels schlug Bürgler erneut einen scharfen Ball in den Sechzehner und wieder war es Tabernig, der die Pille im Tor versenkte. Das Duo, das schon in Oberlienz harmonierte, drehte die Partie zugunsten der Heimischen, die als bestes Osttiroler Team in die Pause gehen.

Dölsach feiert Derbysieg

Über einen gelungenen, fußballerischen Jahresabschluss darf sich auch der FC Dölsach freuen. Die Truppe von Andreas Wenger ging als vermeintlicher Außenseiter in das Derby gegen Thal/Assling. Doch vor 500 Zuschauern bestätigten die Dölsacher ihre gute Form und gingen bereits nach sieben Minuten durch ein Tor von Markus Bachmann in Führung.

Der zweite Treffer war Chefsache, Spielertrainer Andreas Wenger erhöhte per Elfmeter auf 2:0. In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel vor sich hin. Die Alempic-Elf kam durch einen Treffer von Jasmin Dindic noch einmal heran, am Ende holten sich aber die Dölsacher gegen zu harmlose Asslinger verdientermaßen den Derbysieg. Für die „Wenger-Boys“ war es der dritte Sieg in Folge.

Die schwächste Herbstperformance brachte aus Osttiroler Sicht die Union Matrei aufs Feld. Die Iseltaler müssen nach der Hinrunde erneut um den Klassenerhalt zittern. Auch im letzten Heimspiel des Jahres gab es für die Matreier nichts zu holen, der SV Sachsenburg setzte sich im Tauernstadion mit 4:1 durch. Nußdorf-Debant setzte seine Ungeschlagen-Serie fort und entführte einen Punkt aus Lind. Beim 1:1 traf Aleksandar Radonjic für die Osttiroler.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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