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Dicke Luft in Lienz: 2022 wurden die WHO-Richtwerte für Feinstaub und Stickstoffoxid deutlich überschritten. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Dicke Luft in Lienz: 2022 wurden die WHO-Richtwerte für Feinstaub und Stickstoffoxid deutlich überschritten. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Feinstaub-Messungen zeigen hohe Belastung in Lienz

Im Vorjahr wurden an der Amlacher Kreuzung die höchsten Feinstaubwerte Tirols gemessen, zeigt eine VCÖ-Analyse.

2022 wurden bei allen Messstellen für den gesundheitsschädlichen PM2,5-Feinstaub in Österreich sowie bei 75 Prozent der Stickstoffdioxid-Messstellen die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO überschritten. Das zeigt eine in dieser Woche veröffentlichte Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Umweltbundesamt-Daten.

Je kleiner die Feinstaubpartikel, desto gefährlicher sind sie. Langfristige Belastungen erhöhen unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und auch Lungenkrebs. Für Kinder sind die Feinstaubpartikel sehr schädlich, weil sich ihre Lunge im Wachstum befindet und sie im Verhältnis zur Körpergröße mehr Luft einatmen, informierte der VCÖ. Stickstoffdioxid kann Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenschäden verursachen. Für mehr als die Hälfte der Stickoxid-Belastung ist der Verkehr verantwortlich, insbesondere Dieselabgase.

„Die für die Gesundheit relevanten Richtwerte werden leider vielerorts deutlich überschritten.“

Lina Mosshammer, VCÖ

„Werden nur die EU-Grenzwerte betrachtet, könnte man meinen, in Österreich wäre überall die Luft sauber. Doch aus Gesundheitssicht sind die Grenzwerte viel zu hoch. Die für die Gesundheit der Bevölkerung relevanten Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO werden leider vielerorts deutlich überschritten. Es braucht verstärkte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und zwar rasch“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Aus Gesundheitssicht sollte die Belastung mit PM2,5-Feinstaub im Jahresmittel unter fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegen. Bei 44 der 60 Messstellen war der Jahresmittelwert mit über 10 Mikrogramm sogar mehr als doppelt so hoch. Bei den zwei Messstellen mit der höchsten PM2,5-Feinstaub-Belastung – Graz Don Bosco und Graz Süd – war der Jahresmittelwert laut VCÖ sogar dreimal so hoch wie von der WHO empfohlen.

Auch bei den Messstellen für den grobkörnigeren PM10-Feinstaub wurde der WHO-Richtwert für den Jahresmittelwert an mehr als der Hälfte der Messstellen überschritten. Bei Stickstoffdioxid (NO2) wurde im Vorjahr bei 75 Prozent der 143 Messstellen der Richtwert von 10 Mikrogramm NO2 im Jahresmittel überschritten, bei jeder vierten Messstelle war die Belastung mehr als doppelt so hoch wie der WHO-Richtwert.

Der WHO-Richtwert für PM2,5-Feinstaub wurde an der Amlacher Kreuzung in Lienz mit 11,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft um mehr als das Doppelte überschritten, informiert der VCÖ. Damit war die Belastung tirolweit in Lienz am höchsten. Auch der WHO-Richtwert für Stickstoffdioxid wurde in Lienz deutlich überschritten (25,9 Mikrogramm). In der Tristacher See Straße wurden vergleichsweise 11,2 Mikrogramm gemessen.

Laut Europäischer Umweltagentur verursachte die Luftverschmutzung zuletzt 4.500 vorzeitige Todesfälle in Österreich, betonte der VCÖ und forderte Maßnahmen im Verkehrsbereich. Dieser könne einen sehr großen Beitrag zur Reduktion der Luftverschmutzung leisten. Das Land Salzburg habe beispielsweise festgestellt, dass allein das kürzlich aufgehobene flexible Tempolimit 100 (IG-L Tempolimit) auf der Tauernautobahn (A10) den Stickoxidausstoß beim Pkw-Verkehr um 19 Prozent reduzierte, inklusive dem nicht betroffenen Lkw-Verkehr brachte das flexible Tempolimit eine Reduktion um acht Prozent, was der Wirkung einer Gesamtsperre der Autobahn von knapp einem Monat entspricht.

„Die Gesundheit der Bevölkerung ist das höchste Gut. Deshalb ist ein Beibehalten beziehungsweise Einführen von niedrigeren Tempolimits wichtig, solange die Schadstoffbelastung über den Richtwerten der WHO liegt“, so Mosshammer. Höheres Tempo erhöhe nicht nur den Schadstoffausstoß, sondern auch Reifen- und Bremsabrieb, den auch Elektroautos verursachen.

In den Gemeinden und Städten könnten durch Verkehrsberuhigung sowie mit einer Verkehrs- und Stadtplanung, die das zu Fuß gehen und Radfahren fördert, wesentlich dazu beigetragen werden, dass die Bevölkerung mehr Alltagserledigungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen kann. In Städten seien laut Mosshammer zudem auch emissionsfreie Lieferzonen wichtig, um die Luftverschmutzung durch Diesel-Transporter zu reduzieren.

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8 Postings

wolf_C

schon arm, wie die Bauchpinselei wegen dem Mobiltätszentrum freudestrahlend aufgesaugt und gleichzeitig in Wirklichkeit die rechte Hand das Gegenteil davon produziert; wäre dies nicht der Begrenztheit der Protagonisten geschuldet, wäre es Heuchelei

 
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so ist es vielleicht

Solange viele aus den Tälern weiterhin alleine mit dem KFZ in die Arbeit (im Bereich des Lienzer Talbodens) fahren, wird sich nichts ändern. Zudem die ausländischen LKW's, deren Zahl sich noch erhöhen wird, sollte weiter so ausgebaut werden, wie geplant.

Tolle Aussichten, aber man kommt ja jetzt schon schwer über die B 100, vorallem auch deshalb, da die Rotphasen für den Querverkehr gefühlt immer länger werden....Top Lösung der BH Lienz, von intelligenten Ampeln ist halt nix mehr zu bemerken....

 
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wolf_C

Ist der Gemeinde(Autolobby)wurscht, wir widmen Autoparkplätze, die Auti haben ja ein Recht möglichst nah beim Besitzer zu 'stehn'! Und die Feinstaubmessungen in Tirol sind die seriösesten Österreichs, dies wenigstens ist positiv!

 
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    senf

    hallo wolf, wie fühlt man sich denn so im dunklen mantel der doppelmoral?

     
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    Godmensch

    oh du armer, armer Wolf. Wie kann man(n) eigentlich noch so weiterleben auf diesem Planeten?

     
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      senf

      ... mit der selbstlüge und papis autilein vorzüglich ...

       
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lia

fahren sie einmal in hamburg durch den elbtunnel, dann gibt es bei uns keine luftkrise.

 
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    senf

    schlechter vergleich, schade!

     
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