Auf den ersten Blick könnten bei der Betrachtung des Lienzer Haushaltsplans für 2026 durchaus die Alarmglocken schrillen. Immerhin wird im kommenden Jahr mit einem negativen Nettoergebnis von 588.100 Euro gerechnet. Rund 53 Millionen Euro an Erträgen stehen laut Budgetplanung 56 Millionen Euro an Aufwendungen gegenüber. Nur weil man fast 2,5 Millionen Euro an Haushaltsrücklagen zum Ausgleich heranzieht, bleibt das Minus am Ende knapp unter 600.000 Euro. So ist der Plan.
Allerdings wies Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in der Budgetsitzung am 15. Dezember darauf hin, dass in diese Berechnung auch 4.262.000 Euro an Abschreibungen einfließen: „Das relativiert das Ganze.“ Warum? Weil eine Abschreibung eine buchhalterische Wertkorrektur von bereits bezahlten Vermögenswerten ist. Das Geld ist also oft schon vor Jahren geflossen, in den Büchern steht der verbleibende Wert einer Anlage. Dieser Wert wird immer kleiner, je älter die Anlage ist und das trübt die Bilanz. Die Liquidität der Stadt berührt das aber nicht.
Lienz bleibt also „flüssig“? Nicht laut Voranschlag. Es wird nämlich auch mit einem negativen Cashflow von immerhin 1.760.000 Euro für 2026 kalkuliert. In anderen Worten: Auf die Konten der Stadt wird vermutlich – es ist ein Voranschlag – um diese Summe weniger Geld eingezahlt als ausgezahlt wird. Was macht man dagegen? Man löst Rücklagen auf und baut den positiven Kontostand auf Girokonten ab. So macht das jeder Private und auch die Stadt.
An dieser Stelle lohnt sich ein Blick zurück in die nähere Vergangenheit. Da zeigt sich, dass die Voranschläge der Stadt Lienz immer sehr pessimistisch kalkuliert sind. So ging man etwa beim Voranschlag für 2024 – gesamtwirtschaftlich ein sehr schwieriges Jahr – von einem Minus von 1,2 Millionen Euro aus. Als dann im März 2025 der Rechnungsabschluss vorlag, war daraus ein Plus von 824.799 Euro geworden.
Das selbe Spiel gab es auch schon ein Jahr zuvor. Und so ist anzunehmen, dass die Bilanz für das Jahr 2025 – die im kommenden März präsentiert wird – wieder allen Unkenrufen zum Trotz besser sein wird, als der Voranschlag für dieses Jahr, der ein Minus von fast 800.000 für 2025 voraussagt.
Warum diese Diskrepanz zwischen Vorhersage und tatsächlichem Ergebnis? Über die Gründe kann man nur spekulieren. Zwei Erklärungen für notorischen Zweckpessimismus bieten sich an. Psychologisch ist es viel klüger, ein besseres Ergebnis als vorhergesagt zu verkünden. Seht her, wir haben in schwierigen Zeiten dennoch die Kurve gekratzt! Noch wichtiger ist aber, die Begehrlichkeiten mit dem Verweis auf knappe Kassen klein zu halten. Das beginnt bei der Vereinsförderung und endet bei aufgeschobenen Großprojekten. Wann immer danach gerufen wird, lautet die Antwort: Wir haben kein Geld!
7 Postings
In Lienz ist es wirklich sehr interessant. Nichts H wimmer regen sich über das Geld für das Hallen + Schwimmbad auf, Nichtskifahrerschimofen über die Kosten für die Lifte. Immer nur was mich betrifft passt. Die typische Osttirol er Jammerei. Nie über die Grenzen schauen sondern nur alles schlecht reden. Und die 60.000 € für Amerika sind gerechtfertigt, da es für Partnerstadt Vorschriften gibt, diese pro Legislaturperiode zu besuchen. Und es darf nur der gewählte gesamte GR fahren, ob SPÖ, ÖVP, Mfg, Grüne, TfL und FPÖ.
Wahrscheinlich will Herr Schwarzer noch Bürgermeister werden. Mit solch unqualifizierten Aussagen wird das aber nichts.
In Lienz hat der finanzielle Weltuntergang Tradition. Der rituell gepflegte „Zweckpessimismus“ der Budgetplanung ist jedoch weniger Buchhaltung als vielmehr strategisches Theater: Wer Armut simuliert, hält sich lästige Bittsteller vom Leib.
Man rechnet sich klein, um später als strahlender Sanierer der eigenen (fiktiven) Krise dazustehen. Doch hinter dem Nebelschleier aus Abschreibungen bleibt die Kernfrage unbeantwortet: Wird das Geld für die richtigen Dinge ausgegeben oder wird hier das Sparen zum Selbstzweck erhoben? Wer nur den Mangel moderiert, statt den vorhandenen Spielraum mutig zu gestalten, verwaltet lediglich den Stillstand. Lienz ist flüssiger, als es die Bilanz suggeriert – es fehlt nicht am Geld, sondern am Mut zur Priorität.
--> "Wann immer danach gerufen wird, lautet die Antwort: Wir haben kein Geld!"
Außer für Isel-Sonnen-Lounge, USA Urlaube der Gemeinderäte oder das energieraubende Schwimmbad, da man ja z.B. vorsorglich auf eine Photovoltaikanlage verzichtete. Dafür gabs ja wohl einen prunkvollen Umbau der Sauna mit eigenem Schwimmbecken und überdimensionierter Decke, zudem Vollbetrieb 6 Tage die Woche, völlig unnötig...
Es wird auch die Altstoff-Sammelstelle zur Kompostieranlage verlegt, obwohl nach dem Brand das Rossbacher Areal gleichzeitig neu errichtet wird, ein paar hundert Meter weiter. Warum kann man das nicht kombinieren, für beide Standorte benötigt man das Auto, also auch schon egal, wenn man in die Debant und nicht in die Peggetz muss. Zur Kompostieranlage gibts noch nicht mal eine ordentliche Zufahrt, die auch wieder kostenintensiv errichtet werden muss.
Es gäbe so viel kleine und größere Posten, die man mal überdenken könnte, doch es wird weiter Steuergeld vernichtet, egal ob unsinnig oder unnötig, nur dass sich verschiedenste Personen verwirklichen können...
Tut's eigentlich weh, so einen Blödsinn zu schreiben, nur weil man kein Saunagänger und zudem noch Nichtschwimmer ist?
......das sind ja beinahe schon "trumpsche Aussagen", Herr Schwarzer!
Mit diesen Aussagen kommens nie mehr zurück in den Gemeinderat, sorry Herr Schwarzer.
Wie sieht denn die Kostenbilanz des Schwimmbades samt Sauna von vier gleichzeitig laufenden Kabinen dann aus? Die Stromrechnung würd mich mal interessieren, Sie haben sicher die Zahlen dazu!
Und auch die Restkosten zu den Posten bzw. Einnahmen dieser Anlage?
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