Vor drei Jahren haben wir zum ersten Mal mit Bernhard „Bernie“ Forcher in einem Podcast über sein Leben in Kalifornien unterhalten. Der Schauspieler und gebürtige Lienzer lebt seit 2006 in Amerika. Zuvor hatte er in Wien Musicaltheater studiert und dann in Deutschland in großen Musicalproduktionen wie „Mamma Mia“ und „Aida“ mitgewirkt. Mit 28 Jahren zog Bernhard nach New York, einige Jahre später nach L.A., wo er vor allem durch seine Rollen in dem Film „Freedom“ und den Serien „Counterpart“ und „The Man in the High Castle“ bekannt wurde.
Amerika und die Filmindustrie haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Darum geht es im aktuellen Dolo-Talk. Politische, technische und kreative Brüche zwingen den Lienzer Schauspieler dazu, sich immer wieder neu zu erfinden. Forcher arbeitet aktuell als Autor in einem sehr speziellen Segment. Er textet sogenannte „Dubbing-Adaptations“, vorwiegend für koreanische Filme und Serien, die stark im Kommen sind.
Dabei schreibt Bernhard eine zunächst wörtliche englische Übersetzung der koreanischen Texte so um, dass die Lippenbewegungen der englischen Synchronversion mit jenen der asiatischen Schauspieler übereinstimmen. Aktuell noch ein recht gutes Geschäft, aber: „Ich gebe dem Ganzen noch zwei Jahre“, sagt er mit Blick auf die KI-Zukunft.
Wird der „echte“ Film, getragen von talentierten menschlichen Darsteller:innen, irgendwann aussterben, fragen wir? „Meine Hoffnung ist, dass die Emotionen, die Menschen fühlen, von KI nicht kopiert werden können“, erklärt der Osttiroler Auswanderer, der ab und zu in seine Heimat zurückkommt, um Freunde und Familie zu treffen. Das bot auch uns Gelegenheit zu einem Talk im Dolo-Studio.
Wenn Bernhard Forcher über Politik, künstliche Intelligenz, Armut in LA und den Wandel vom großen Hollywood-Kino zu generischen Streamingformaten spricht, wenn er über das Theater und die Indie-Filmszene reflektiert, spürt man, hier macht sich ein kluger, bescheiden gebliebener Künstler sehr ernsthafte Gedanken über seinen Beruf in der „Traumfabrik“ und über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, jenseits von Glanz und Glamour.
Ein Posting
Sehr interessantes Interview. Wünsche Herrn Forcher viel Erfolg weiterhin.
Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren