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Für die 220-kV-Drautalleitung, eine zentrale Stromverbindung im österreichischen Übertragungsnetz, musste ein Provisorium errichtet werden. Foto: APGMartin Lugger

Für die 220-kV-Drautalleitung, eine zentrale Stromverbindung im österreichischen Übertragungsnetz, musste ein Provisorium errichtet werden. Foto: APGMartin Lugger

Nach Brand: provisorische Stromleitung in Betrieb

Infolge des Rossbacher-Brands wurden eine parallele Ersatzleitung errichtet und Strommasten neu aufgebaut.

Im Zuge des Großbrands am Gelände der Firma Rossbacher im vergangenen August wurden zwei Strommasten im direkten Umfeld des Umspannwerks Lienz schwer beschädigt. Nach statischen Überprüfungen wurde damals festgestellt, dass beide beschädigten Masten im kommenden Winter aufgrund der zu erwartenden Schnee- und Eislasten nicht mehr ordnungsgemäß standfähig seien und somit die Betriebssicherheit gefährden würden. 

Der betroffene Mast auf der Südverbindung vom Umspannwerk nach Soverzene in Italien konnte auf einem neuen provisorischen Mastfuß direkt neben dem beschädigten Masten neu aufgebaut werden.

Ersatzleitung auf abgeänderter Trasse

Um den zweiten beschädigten Mast auf der Drautalleitung zwischen den Umspannwerken Lienz und Obersielach bei Völkermarkt (Kärnten) zu kompensieren, war die Lösung wesentlich aufwendiger: „Es hat sich herausgestellt, dass wir eine provisorische Leitung auf einer abgeänderten Trasse errichten müssen, um den Betrieb der Drautalleitung zu ermöglichen,“ erklärt David Kolm-Schandl von Austrian Power Grid (APG), und weiter: „Vier provisorische Masten, die auf Betongewichten stehen und ohne Fundament rasch montiert werden können, wurden aufgebaut. Die Arbeiten erfolgten fast ausschließlich unter laufendem Betrieb: Während der Umlegung der Leiterseile war ein System, also eine Seite der Leitung, mit Ausnahme weniger Stunden an einem Tag stets unter Strom, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.“ 

Nach dem Brand im August 2025 wurden zwei Strommasten beschädigt. Um die Stromversorgung zu sichern, musste eine provisorische Ersatzleitung errichtet werden. Foto: APG/Martin Lugger

Die Bauarbeiten für das Leitungsprovisorium begannen mit September 2025. Vier provisorische Maststandorte wurden baulich vorbereitet, um darauf die Mastprovisorien zu errichten und 1,2 Kilometer neue 220-kV-Leitungen zu montieren. Allein die Anlieferung der provisorischen Masten glich einer logistischen Herkulesaufgabe: 70 Sattelschlepper transportierten 870 Tonnen nach Lienz. Vor Ort wurden die Masten am Boden vormontiert und anschließend mittels Autokränen aufgestellt. 

Nachtarbeit wegen Bahnbetriebs

Eine besondere Herausforderung stellte die Kreuzung mit der ÖBB-Bahntrasse dar, da Arbeiten über den Gleisen nur nachts in jenen Zeitfenstern möglich waren, in denen es keinen Zugverkehr gab. Außerdem mussten auch im Umspannwerk Umbauten vorgenommen werden, um die provisorische Leitung überhaupt ans Werk anschließen zu können. Auch hier wurden im laufenden Betrieb der 220-kV-Anlage komplexe Provisorien errichtet.

Aufgrund der Kreuzung mit den Bahngleisen musste nachts gearbeitet werden, wenn keine Züge fahren. Foto: APG/Martin Lugger

Die Inbetriebnahme des Provisoriums erfolgte schrittweise: Anfang Dezember wurde das erste System über die provisorische Trasse eingebunden, Mitte Dezember waren beide Systeme über das Provisorium in Betrieb. Damit ist die Stromversorgung in Osttirol und Kärnten nun weiterhin gewährleistet. Die Hochspannungsleitung durch das Drautal zählt zu den zentralen Stromverbindungen im österreichischen Übertragungsnetz.

Auch am Umspannwerk mussten Anpassungen vorgenommen werden. Neue Portale ermöglichen nun die Einbindung der provisorischen Leistung. Foto: APG/Martin Lugger

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