In einem feierlichen Gottesdienst wurde die neue Superintendentin der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli, am Samstag, 31. Januar, durch Bischöfin Cornelia Richter in ihr Amt eingeführt. Andrea Mattioli folgt auf den langjährigen Superintendenten Manfred Sauer, der in Pension trat. In der evangelischen Superintendenz Kärnten und Osttirol ist Andrea Mattioli die erste Frau in diesem Leitungsamt.
Andrea Mattioli, damals noch Pfarrerin in Zlan-Ferndorf, wurde am 26. April des Vorjahres von den Delegierten der Kärntner Superintendentialversammlung in Villach im zweiten Wahlgang mit der nötigen Zweidrittelmehrheit zur Superintendentin gewählt. Der Festgottesdienst zur offiziellen Amtseinführung fand in ihrer Kirchengemeinde statt. Bei der Kirche von Zlan handelt es sich um den zweitgrößten evangelischen Kirchenbau in Kärnten.

In ihrer Predigt betonte Mattioli den Wert christlicher Gemeinschaft, die sich nicht mehr automatisch, „weil das immer so war“, ergebe, sondern vielmehr aus bewusster Entscheidung: „Ich gehöre dazu, weil ich erkannt habe, dass es mir guttut, dass ich mich für die Gemeinschaft, den Weg mit Gott entschieden habe. Ich gehöre dazu, weil ich mich da wohlfühle, angenommen weiß, und es mir etwas gibt. Ich gehöre dazu, weil mir die Menschen wichtig geworden sind, die ich dort treffe, weil ich Kraft aus dem Glauben schöpfen kann und Gottes Wort mir Stabilität und Wegweisung gibt in einer unübersichtlichen Welt.“
Andrea Mattioli, die als Deutsch-Italienerin in Württemberg aufgewachsen ist, hatte sich 2019 mit ihrem Mann und ihren drei Kindern für Kärnten als Lebensmittelpunkt entschieden. „Danke, dass Ihr bei uns seid. Danke, dass Ihr mit uns und unserer Kirche in die Zukunft gehen wollt. Ich bin gewiss, dass Du mit Deiner Glaubenssprache, mit Deiner theologischen Expertise und mit Deiner den Menschen zugewandten Freundlichkeit diese Superintendentur gut leiten wirst“, so Bischöfin Richter.

Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte der neuen Superintendentin und würdigte die „einzigartige“ Kooperation zwischen Kirchen und Politik in Kärnten. Angesichts der schwierigen geopolitischen Lage sei es umso wichtiger, dass „im Kleinen“ jene Kräfte zusammenarbeiten, die Humanität, Toleranz und das Miteinander ins Zentrum stellen. Gemeinsam gelte es, der Entsolidarisierung entgegenzuwirken und darauf zu achten, „dass niemand zurückbleibt“.
„Dass nach über einem Jahrzehnt die Evangelische Kirche in Österreich wieder eine Superintendentin hat, ist ein wichtiges Signal“, sagte Ministerialrat Martin Fischer vom Kultusamt im Bundeskanzleramt. Andrea Mattioli trete ihr Amt an in Zeiten, in denen „Gewissheiten zerplatzen wie Seifenblasen und bisher felsenfeste Selbstverständlichkeiten zerbröseln wie Sandburgen“. Auf diesem Hintergrund stelle sich die Frage, was Gesellschaften zusammenhält, „auf eindringliche Weise“. Die Evangelische Kirche leiste einen wichtigen Beitrag für diesen Zusammenhalt, was sich etwa an der gesamtgesellschaftlich wirkenden diakonischen Arbeit ebenso zeige wie an dem „in Kärnten wohl etablierten“ ökumenischen und interreligiösen Dialog. Dadurch werde die Rolle der Religionen als „Kitt der Gesellschaft“ gestärkt. „Daran hat der Staat großes Interesse und ist darum dankbar für dieses wichtige und verlässliche Engagement“, bekräftigte Fischer in seinem Grußwort.
Andrea Mattioli wurde in Neckarsulm im Kreis Heilbronn (Deutschland) geboren. 2002 wurde sie in Ludwigsburg, nördlich von Stuttgart, zur Pfarrerin ordiniert. Anschließend war sie dort als Gemeindepfarrerin tätig. Nach mehreren Jahren als Urlaubsseelsorgerin in Kärnten zog sie 2019 mit ihrem Mann und den drei Kindern ins südlichste Bundesland Österreichs. Bis zu ihrem Amtsantritt als Superintendentin am 1. Dezember 2025 war sie amtsführende Pfarrerin des Pfarrgemeindeverbands Zlan-Ferndorf.
Als Superintendentin folgt Andrea Mattioli auf den langjährigen Superintendenten Manfred Sauer, der in Pension getreten ist. Mattioli ist die erste Superintendentin in Kärnten. In der Geschichte der Evangelischen Kirche in Österreich ist sie nach Gertraud Knoll (Burgenland) und Luise Müller (Salzburg-Tirol) die dritte Frau in diesem Leitungsamt. In der Evangelischen Superintendentur Kärnten-Osttirol leben rund 41.000 Mitglieder in 33 Pfarrgemeinden.
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