Ihr Dolo Plus Vorteil:
Diesen Artikel jetzt anhören
Im März beginnt der Aus- und Umbau der desolaten Lienzer Tennishallen zu einem modernen Mehrzweck-Veranstaltungsareal. Foto: Dolomitenstadt/Sint

Im März beginnt der Aus- und Umbau der desolaten Lienzer Tennishallen zu einem modernen Mehrzweck-Veranstaltungsareal. Foto: Dolomitenstadt/Sint

Mehrzweckhalle: Startschuss für das 5-Millionen-Projekt

Der Lienzer Gemeinderat segnete die Bauaufträge ab und diskutierte über Einsparungen.

Wie bei Großprojekten in der Stadt Lienz üblich, fiel auch der Startschuss für den Um- und Ausbau der abgehalfterten „Tennishallen“ zu modernen Mehrzweckhallen bei der Gemeinderatssitzung am 10. Februar ohne größere Diskussionen. Alle wichtigen Entscheidungen fallen bei Projekten dieser Art im Vorfeld in Ausschüssen und Arbeitsgruppen, deshalb hält sich der Erklärungsbedarf bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Grenzen.

Elf Sitzungen der Hallen-Arbeitsgruppe fanden – wie berichtet – bereits 2024 statt und mündeten in einen „Masterplan“ von Stadtbaumeister Klaus Seirer, der vor Weihnachten 2024 abgesegnet wurde. Bereits damals sagte der TVBO, dessen Obmann Franz Theurl im Lienzer Gemeinderat sitzt, 500.000 Euro als Unterstützung zu, zweckgewidmet für moderne Veranstaltungstechnik.

2025 wurde die Arbeitsgruppe erweitert. Die Kosten wurden damals nur grob angeschätzt, als Anhaltspunkt für das Planungshonorar, das vom Bauvolumen abhängt. Auf dieser Basis wurde zu einem Pauschalhonorar von 63.000 Euro das Büro Valtiner mit der Detailplanung beauftragt. Ebenfalls bereits im Mai 2025 wurde die Tragwerksplanung an das Büro Tagger um 20.956 Euro netto und die Haus- und Elektroplanung um 82.620 Euro netto an die Firma Technoterm vergeben.

Bei der Sitzung am 10. Februar 2026 folgten jetzt die Vergaben für die „großen Brocken“. Die Strabag war mit 1.779.340 Billigstbieter für die Bauarbeiten, die Firma Stolz erhielt den 945.402 Euro schweren Auftrag für die Heizung und die Elektrik wurde mit 644.062 Euro Auftragswert an die Firma Ortner vergeben. Damit sind bislang rund 3,5 Millionen Euro für dieses Projekt bereits vergeben. Dabei wird es allerdings nicht bleiben.

Es werden nämlich nicht nur die Hallen saniert. Wie berichtet wird auch ein neuer Zwischentrakt gebaut, Außenanlagen kommen dazu und Einrichtung wird ebenfalls benötigt. Im Frühjahr 2025 schätzte man die Gesamtkosten noch auf 4.850.000 Euro, doch das Architektenbüro Valtiner rechnete mittlerweile alles durch und kommt aktuell auf eine Summe von 5.295.000 Euro netto.

„Wo sollen denn die Einsparungen herkommen?“, fragt sich ÖVP-Gemeinderat Norbert Mühlmann. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Das führte bei der Gemeinderatssitzung zu einer kurzen Einsparungs- und Finanzierungsdebatte. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik gab sich entschlossen, den angeschätzten Kostenrahmen irgendwie zu halten. ÖVP-Mandatar Norbert Mühlmann zweifelte aber an der Umsetzbarkeit dieses frommen Wunsches: „Wo sollen denn die Einsparungen herkommen?“, fragte er nach. Blanik und Stadtbaumeister Seirer stellten den Verzicht auf eine hinterlüftete Fassade und eine abgespeckte Gastroeinheit in den Raum.

Mühlmann fragte auch nach der Integration von Photovoltaik, die sowohl bei der Nordschule als auch beim Hallenbad nicht realisiert wurde. Diesmal sind Flächen für Sonnenstrom vorgesehen, und zwar auf dem Dach des neuen Mitteltrakts. Die so erzeugte Energie sei – so Seirer – „für die Hallen ausreichend“.

Wie soll das Projekt nun finanziert werden? Neben dem TVBO-Zuschuss stellt sich auch das Land mit einer Bedarfszuweisung in Höhe von 300.000 Euro ein, der Bund schießt 495.000 Euro zu, macht in Summe 1.295.000 Euro an Förderungen. Dieser Betrag könnte möglicherweise zwar noch wachsen, was aber nicht fix ist und deshalb stellt sich die Stadt auf eine Darlehensaufnahme von rund 3,5 Millionen Euro ein. Das würde jedoch nur ausreichen, wenn die gewünschte Eingrenzung der Kosten gelingt.

Finanzkämmerer Michael Praster schlug eine variable Verzinsung und eine Laufzeit von ca. 12 Jahren vor, Franz Theurl, pensionierter Bankfilialleiter, empfahl einen Teil fix und einen Teil variabel zu verzinsen. Demnächst tagt wieder die Arbeitsgruppe. Im März ist Baubeginn, im Oktober soll die Halle schon bespielbar sein.

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis.

Das könnte Sie auch interessieren

Erste Aufträge für Erneue­rung der Tennishallen vergeben

Geschätzte Gesamtkosten 4,85 Millionen Euro. Baustart März 2026. Fertigstellung bis Dezember 2026.

1

Tennishallen und Eislaufplatz in Lienz verschmelzen

Gemeinsame Servicezonen schaffen Synergie. Die Hallen werden 2026 saniert, das Eis muss warten.

31

Umbau Tennishalle – Wo finden die Maturabälle statt?

Die Ballkomitees hatten Räumlichkeiten in Matrei, Debant und Lienz angefragt. Nun haben alle Schulen einen Austragungsort.

9

Keine Postings

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren