„Die Rache der Journalisten an den Politikern ist der Griff ins Archiv“ sagte ZIB-Anchorman Robert Hochner einst bei einem Kanzler-Interview und ging mit diesem Spruch in die Mediengeschichte ein. Über ein beachtliches zeithistorisches Gedächtnis verfügt mittlerweile auch dolomitenstadt.at.
Unser Online-Magazin wurde im September 2010 aus der Taufe gehoben und nur wenige Monate später war der Matreier Schuldenberg erstmals Thema. Die von Bürgermeister Andreas Köll immer wieder wortreich dementierte Schieflage wurde dann zum „Dauerbrenner“.
In einem Dolomitenstadt-Dossier, das aktuell rund 80 Artikel von 2010 bis heute enthält, kann man sämtliche Verfehlungen und Ausreden, Zahlentricks und „Deals“ von Andreas Köll und seiner Gemeinderatsfraktion chronologisch nachlesen. Die Beiträge zeigen ganz klar, dass diese „Pleite mit Anlauf“ einen zentralen Urheber hat. Andreas Köll hat sich selbst immer als Mastermind inszeniert. Sein Name steht deshalb auch als Titel über unserem Dossier.
Im November 2011 – vor fast 15 Jahren!! – schrieb ich in einem Kommentar wörtlich: „Andreas Köll hat sein Budget nicht mehr unter Kontrolle, auch wenn er das Gegenteil behauptet und vielleicht sogar persönlich davon überzeugt ist. Mit immer kühneren Konstruktionen, immer trickreicheren Umschuldungen und Vorgriffen auf künftige Einnahmequellen – die vielfach ungesichert sind – wird die Tatsache verdrängt, dass Matrei am Rand der Pleite ist. Diese Realität wird auch den Rechenkünstler Andreas Köll einholen. Erste Indizien dafür gibt es bereits.“
Ich hätte nicht gedacht, dass es mehr als ein Jahrzehnt dauern wird, bis diese Realität 2023 erstmals auch zu konkreten Maßnahmen führte. Nun holt der Bundesrechnungshof in einem vernichtenden Bericht das Desaster noch einmal vor den Vorhang und in die Schlagzeilen. Und wir sorgen mit dem Dolomitenstadt-Dossier „Der Fall Köll“ dafür, dass auch die Zusammenhänge hinter dem Skandal sichtbar und in Erinnerung bleiben.
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16 Postings
Matrei ist sicher nicht die einzige Gemeinde die solche Bürgermeister hat und hatte die den Wagen frontal in die Mauer fahren. Macht, Lügen, Unehrlichkeit, Korruption usw. sind in den Gemeinden keine Seltenheit. Im Oberland ist auch schon eine Gemeinde in Dolomitenstadt erwähnt worden, die zum Beispiel: Holz verschenkt hat und das ist nur ein Beispiel das öffentlich wurde, andere Baustellen werden vermutlich noch folgen. Fortsetzung folgt...
Die Ära Köll ist ja noch nicht vorbei, über seine Getreuen, die von ihm eingesetzten Gefolgsleute wirkt er ja weitgehend ungehindert weiter. Man nehme nur den Krankenhausneubau um kolportierte 400 Millionen Euro, ein megalomanisches Monsterprojekt von wahrhaft köllschen Dimensionen. Hiden, Kollnig, Keta, Mayr, alle von Köll eingesetzt und ihm zutiefst verpflichtet planen, Zanon schaut zu, die Gemeinden sollen blechen. Weiß die Osttiroler Wählerschaft eigentlich, dass die Gemeinden derzeit ziemlich viel Geld in den Aufbau einer PCR-Diagnostik in Ketas Krankenhauslabor stecken - nur damit man Walder, der ja blöderweise bei der Ausschreibung der PCR-Diagnostik 2022 als Billigst- und, unbeabsichtigt, auch Bestbieter - gegen den ausdrücklichen Willen von Andreas Köll den Zuschlag bekommen musste, endlich keine Proben mehr bekommt? Naja, anbetrachts der Fülle an Schilddrüsenambulanzen oder pathologischen Fachlaboren im Bezirk muss man ja unbedingt Geld in die Infektionsdiagnostik kübeln. Da haben wir in Osttirol ja wirklich die größte Lücke. Bei der Schilddrüsenambulanz dagegen: Funkstille. Wow. Faktum ist: Die Ära Köll läuft in Osttirol in vielen Bereichen weiter, besonders, aber nicht nur im BKH. Persönliche Rache, Machtpolitik und Befindlichkeiten sind wichtiger als das Wohl des Bezirkes, strategische Planung existiert nicht, graue Eminenzen geistern herum, Verantwortung ist unsichtbar. DAS sollte endlich durchleuchtet werden, Matrei ist schon passiert. Einiges andere entsteht gerade, das beklagen wir dann in 10 Jahren. Herr Abgeordneter Sint, liebe Journalisten, schaut euch DAS an! Wie sagte Walder im Interview mit Dolomitenstadt? Seid so mutig wie möglich!
Der Kommentar trifft einen wunden Punkt – und zwar zu Recht. Denn es geht hier nicht um persönliche Abrechnung, sondern um ein Muster, das viele in Osttirol seit Jahren beobachten: Einfluss verschwindet nicht einfach mit einem Amt. Er wirkt weiter über Strukturen, Netzwerke und Loyalitäten.
Genau deshalb ist es legitim – ja notwendig –, Projekte, Personalentscheidungen und Prioritäten kritisch zu hinterfragen, die noch immer im Umfeld der Ära Köll entstehen oder von ihr geprägt sind. Wer das als „Nachtreten“ abtut, macht es sich zu einfach. Es geht um Verantwortung im Umgang mit öffentlichen Geldern und um die Frage, ob Entscheidungen sachlich oder politisch motiviert sind. Wenn bei einem Krankenhausprojekt in dieser Größenordnung Zweifel auftauchen, wenn Investitionen in bestimmte Bereiche plötzlich forciert werden, während andere seit Jahren auf der Stelle treten, dann ist Kritik kein Skandal – sondern demokratische Pflicht. Gerade dort, wo der Eindruck entsteht, dass alte Machtstrukturen weiterwirken, braucht es Transparenz, klare Begründungen und nachvollziehbare Prioritäten. Niemand behauptet, dass jede Entscheidung falsch ist. Aber ebenso wenig kann man so tun, als wäre alles automatisch richtig, nur weil es „immer schon so“ gelaufen ist oder aus bekannten Kreisen kommt. Politik darf kein geschlossener Zirkel sein, in dem sich Einfluss selbst erhält. Die zentrale Frage bleibt: Dient das alles tatsächlich dem Bezirk – oder einzelnen Interessen, Denkweisen und alten Loyalitäten? Diese Frage zu stellen ist weder radikal noch persönlich, sondern schlicht verantwortungsvoll. Und wer Osttirol ernst nimmt, darf nicht schweigen, wenn sich Strukturen verfestigen, die einer offenen, zukunftsorientierten Entwicklung im Weg stehen könnten. Journalismus und Politik sind hier gleichermaßen gefordert. Nicht als Gegner, sondern als Kontrollinstanzen im Interesse der Bevölkerung. Wer öffentliche Mittel einsetzt und öffentliche Verantwortung trägt, muss öffentliche Fragen aushalten.
Darum: Hinschauen. Nachfragen. Einfordern. Nicht aus Feindschaft – sondern aus Verantwortung gegenüber diesem
Da Sie schon in einem früheren Posting vor der Umsetzung dieses BKH- Großprojektes gewarnt haben, stelle ich erneut die Frage: Warum wehren sich die betroffenen Bürgermeister nicht selbst? Worum geht es in diesem Großprojekt genau? Wer finanziert wieviel davon? Ich nehme an, dass Sie im BKH beschäftigt sind. Wurden alle Betroffenen über das Bauvorhaben und die damit verbundenen Auswirkungen auf den laufenden Betrieb informiert? Herrscht innerhalb der Beschäftigten Konsens darüber, dass das Bauvorhaben zu umfangreich ist? Welche Stellung bezieht die Betriebsrätin? Ein Teil von Kölls Projekt wurde bereits vor Jahren umgesetzt wie der Ausbau der Tiefgarage und die neue Krankenpflegeschule. Vor allem in der Radiologie wurden hochmoderne Geräte angeschafft. Ob ein zytologisch- histologisches Labor erforderlich ist, könnten Bedarfserhebungen des BKH und der umliegenden Fachärzte ausweisen. Dass die hier genommenen Proben derzeit nach Schwarzach, Innsbruck und Telfs gehen, wäre ein unterstützendes Argument. Obwohl ich meine Meinung über das System Köll bereits mehrfach geäußert habe, bringe ich dieses Bauvorhaben nicht mit Köll und seinen Unterstützern in direkten Zusammenhang. Das Haus gehört renoviert, in welchem Umfang sollen Fachleute beurteilen. Und ich hoffe auf eine kommissionelle Überprüfung der Bauphasen durch die zuständige Abteilung der LR.
Sollen wirklich die Beschäftigten darüber bestimmen, ob das Bauvorhaben zu umfangreich ist? Ernsthaft?
Sollen wirklich die Beschäftigten darüber bestimmen, ob das Bauvorhaben zu umfangreich ist? Ernsthaft?
... die Beschäftigten darüber bestimmen? Das liest sich oben nirgends heraus und ja, die Belegschaft sollte über die Stärken und Schwächen im jeweiligen Bereich befragt werden, denn den Bürgermeistern und a u c h den Architekten ist nicht anzumaßen, dass sie über technisch, wirtschaftliche und auch stinknormale Arbeitsabläufe und und Bedürfnisse beurteilen können. Es geht hier ja in erster Linie um einen Zweckbau und nicht ein modisches Gegenwartsdenkmal fürs Hochglanzmagazin! Ob für das zu erweiternde Vorhaben überhaupt ein Anforderungsprofil vorliegt, mag man bezweifeln. Flickwerk hatte man ja schon genug!
"Herrscht innerhalb der Beschäftigten Konsens darüber, dass das Bauvorhaben zu umfangreich ist? Welche Stellung bezieht die Betriebsrätin?"
Was liest sich da wohl heraus?
Joe.B. Tolliver: zur Info: die Betriebsrätin wohnt allen Sitzungen des Gemeindeverbandsausschusses bei. Mitglieder sind zudem der Obmann, einige Bürgermeister, VL, ÄL und PDL (Kollegiale Führung). Und eine Sekretärin zur Erstellung des Protokolls.
Genau! Beiwohnen (wie noch ein paar andere) ja, (ab-, zu, be-)stimmen nicht!
Sie meinen das Sitzrecht ohne Stimmrecht nutzen. Ok, geht a - wenns geduldet wird ;-) Nennt man so was nicht "Beisitzer"?
Joe.B. Tolliver und Herr Ingruber: Diesmal im Doppelpack: Ein mittelgroßes Krankenhaus braucht eine Top-Down-Organisationsstruktur. Man denke an das Erstellen formeller (Kompetenzzuordnungen) und informeller Regeln (Leitlinien). Wie gestaltet man den Führungsstil innerhalb hierarchischer Strukturen? Warum hierarchisches Vorgehen? Weil es in erster Linie um Themen wie Sicherheit, Verantwortung, Fachkompetenz, Funktionalität, Treffsicherheit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit ( die Reihenfolge wurde zufällig gewählt) geht. Die einzelnen Strukturen (Berufsgruppen) sind voneinander abhängig. Die geplanten Bauvorhaben werden in den GVA-Sitzungen besprochen und Jede(r) kann dort seine Meinung kundtun. Selbstverständlich werden nicht alle Beschäftigten in Entscheidungen miteingebunden. Da jedoch ein Bauvorhaben oder auch bereits kleine Renovierungen Einfluss auf den laufenden Betrieb haben, sollten Mitarbeiter/innen von betroffenen Bereichen informiert und in Detailfragen miteingebunden werden. In vielen KHs wird der Hygienefacharzt hinzugezogen, da z.B. Wasserschäden zu erhöhten Sporenbelastungen führen können. Was waren die Folgen des Köllschen Führungsstils? Er hat vielfach in seiner Ära eine 'Dienst nach Vorschrift'- Kultur' verursacht. Viele einst sehr bemühte und engagierte Menschen litten unter einer angespannten Betriebsatmosphäre, in der, auf allen Ebenen zwischen 'Günstlingen' und 'Geächteten' unterschieden wurde. Informationen erhielt Köll durch seine 'Zuträger'. Die 'corporate identity' drohte verloren zu gehen. Ich hoffe, dass sich diese äußerst belastende Situation durch die Obmannschaft Zanons verbessert hat.
https://www.kh-lienz.at/de/unser-haus/gemeindeverband.html
......und das meiste wird verjaehrt sein im Sinne des STGB oder wird versumpft durch in die laenge ziehen.......
Vielleicht von benko abgeschaut ,oder umgekehrt ??
Da unterschätzen Sie Benko und überschätzen Köll. Maßlos.
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