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Man kann verschneite Pisten auf die unterschiedlichste Art befahren. Eine davon ist Cyclocross. Foto: Cycling Austria

Man kann verschneite Pisten auf die unterschiedlichste Art befahren. Eine davon ist Cyclocross. Foto: Cycling Austria

Benjamin Karl will jetzt im Radsport punkten

Der Snowboard-Olympiasieger will 2030 beim – dann womöglich olympischen – „Cyclocross“ Edelmetall holen.

Vorweg für alle „Stadtradler“: Der Radsport gebiert in immer kürzeren Intervallen neue Trendfacetten, eine davon ist „Cyclocross“, im Prinzip Querfeldein-Biken mit Downhill-Passagen und am besten im Gatsch, idealerweise im Schneegatsch, dann gilt es nämlich als Wintersport. Hier eine Kostprobe:

Es ist also irgendwie logisch, dass Olympiasieger Benjamin Karl hier ein neues Betätigungsfeld sieht. Während er am Wochenende noch beim Weltcupfinale in Winterberg startet, kündigte er in einem ORF-Interview an, dass unmittelbar danach seine Radsportkarriere beginnen wird. Sein Fernziel: Olympiastart im Cyclocross bei den Olympischen Spielen 2030 in Frankreich. Die Sportart muss zuvor aber überhaupt erst olympischen Status erhalten.

Gold schmeckt ihm. Deshalb kann Benjamin Karl gar nicht genug davon kriegen. Foto: APA/Expa/Groder

„Ab 23. März konzentriere ich mich auf meine Karriere im Radsport. Und wenn sich der Weg ergibt, werde ich mein Glück im Cyclocross versuchen und probieren, in vier Jahren bei den Olympischen Spielen am Start zu stehen“, sagte Karl. Der Wahlosttiroler hat ganz konkrete Vorstellungen: „Plan A wäre das Profiteam TudorCycling mit Marco Haller, Plan B ein oberösterreichisches Conti-Team.“ Er brauche zunächst viel Infrastruktur und Training für Rennen. „Ob Straße oder Cyclocross ist vorerst egal.“

Rein sportlich gesehen mutet die Idee Karls fast utopisch an. Im Cyclocross, früher Querfeldein, gibt es eine große Dichte. Ob er mit dann 44 Jahren in ein wohl nicht zu großes Starterfeld reinrutscht, ist mehr als fraglich. Gleichzeitig schließt Karl aber die Tür zum Snowboard-Sport auch nicht komplett, denn dass er am vergangenen Sonntag sein „vielleicht“ letztes PGS-Rennen gewonnen hat, lässt auch da eine Hintertür offen. Immerhin gibt es 2027 auch eine Snowboard-Heim-WM im Montafon.

Olympiaprogramm am 24./25. Juni Thema

Ganz unabhängig von Karls Träumen hat aber auch Cyclocross noch einen langen Weg vor sich, ehe im Zeichen der Fünf Ringe, noch dazu im Rahmen der Winterspiele in Frankreich, Rennen gefahren werden können. David Lappartient, der Präsident des Radsport-Weltverbands UCI, ist einer der Betreiber der Idee der olympischen Premiere von Cyclocross in den Olympischen Alpen. Seit 2022 sitzt der Franzose auch im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Für ihn ist Cyclocross, eine Offroadform des Radrennsports, bei der die Teilnehmer Hindernisse überwinden müssen, immer schon ein Wintersport gewesen.

„Wenn die französischen Veranstalter das wollen, das IOC zustimmt, gehört es in die Winterspiele“, meinte Lappartient Anfang Februar in Mailand. Und argumentiert auch damit, dass der Sport mit Mathieu van der Poel (achtfacher Cross-Weltmeister, aber u.a. auch Straßen-Weltmeister) und Pauline Ferrand-Prevot auch über echte Stars verfüge.

Eine Entscheidung über das künftige Olympiaprogramm oder auch neue Sportarten wird für die außerordentliche 146. IOC-Session am 24. und 25. Juni dieses Jahres erwartet. Allerdings würde die Aufnahme einer Radsport-Sparte ins Winter-Olympiaprogramm auch eine Art Tabubruch darstellen - und wohl andere Traditionsbewerbe aus dem dichten Programm kicken. Als Wackelkandidat gilt ja zum Beispiel die Nordische Kombination.

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11 Postings

Walchenstein
vor einem Monat

Eine klassische Art von Selbstüberschätzung und Größenwahn - aus sportlicher sicht. Ja, wenns ihm taugt und er die Sponsoren hat - könnte ziemlich peinlich werden ...!

 
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    Annalies
    vor einem Monat

    Scheinbar hat der niederösterreichische Karl die Integration in Osttirol nicht geschafft. Und das, obwohl die Osttiroler so tolerant, weltoffen und kontaktversiert sind. Aufgrund dieser angeführten Kapazitäten entscheiden sie selbstverständlich, ob Karl richtige Entscheidungen trifft oder auch nicht. Was es wohl brauchen würde, um ein 'Insriger' zu werden?

     
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saguen
vor einem Monat

Kirche im Dorf lassen..ein Mathieu van der Poel Lichtjahre entfernt, nicht nur dieser ! Wie bereits empfohlen, Masters Strassenbewerbe in Österreich bewältigen, zum Test Radrennen in Italien in seiner Altersklasse bestreiten, da wird er, trotz seiner Leistungen, den Gegenwind spüren...

 
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Village Pizza
vor einem Monat

Eine interessante Sportart mit gutem Nachwuchs, wo er es nicht leicht haben wird. Aber warum nicht, wenn's ihm Spaß macht und er sich's zutraut.

 
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Anthony Soprano
vor einem Monat

Benjamin Karl im Cyclocross ist eher PR als echte sportliche Perspektive.

Im Gegensatz dazu steht Mathieu van der Poel: tief in der Radsport-Tradition verwurzelt, Disziplinen greifen ineinander.

Snowboarden hat diese Basis nicht – daher wirkt’s wie bei Hermann Maier und der Tour de France-Idee: spannend, aber vor allem Publicity.

 
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MVP
vor 2 Monaten

@redaktion: cyclocross is kein trend sondern tradition! ;)

@karl: ich empfehle mastersrennen auf österreich-level... da wird´s passen um im mittelfeld mitgurken zu können. tudor dürft wohl eher ein feuchter traum sein. bevor karl bei olympia im cx mitfährt springt roglic mit 40 bei olympia nochmals von der großschanze

 
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eidde9900
vor 2 Monaten

Ich finde seine Leistungen super!

 
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kenia
vor 2 Monaten

....ich finde er macht seine Sache gut 👌....und man sollte nicht immer Kritik ausüben ...schade

 
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NurIch
vor 2 Monaten

Es hat vorher schon niemanden Snowboard interessiert, und noch weniger jetzt Cyclocross...beides hat bei Olympia nichts zu suchen.

 
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    saguen
    vor einem Monat

    Cyclocross ( früher Radquerfeldein) hat mehr Daseinsberechtigung bei Olympia als Skibergsteigen: Hohe Kunst des Radfahrens im Gelände und über Jahrzehnte schon im Radsportgeschehen.... zuerst informieren....

     
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      Joe B. Tolliver
      vor einem Monat

      Es geht ja auch überhaupt nicht um Snowboard, Cyclocross und Skibergsteigen; egal welcher Sportart sich der Herr Karl zuwenden möchte, es wird immer Spezialisten geben die dann behaupten dass genau diese Sportart niemanden interessiert, unnötig ist und bei Olympia nichts zu suchen hat. Diese Fragen werden zum Glück nicht im Leserbriefforum eines Provinzblättchens entschieden.

       
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