Manchmal sind die Nebensätze einer Gemeinderatsdebatte aufschlussreicher als die offiziellen Tagesordnungspunkte. In der Budgetsitzung am 24. März zeigte sich zunächst Sepp Blasisker (ÖVP) recht uninformiert über den Stand der Dinge in Sachen Tennishallen und Eislaufplatz. Hier sind die Würfel – wie berichtet – längst gefallen, die Hallen werden noch heuer renoviert und um einen neuen Zwischentrakt erweitert, irgendwann in naher Zukunft soll ein überdachter Eislaufplatz angedockt werden. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die dieses Projekt vorbereitet.
Die Finanzierung eines neuen Eislaufplatzes sollte ursprünglich durch den Verkauf des städtischen Grundstücks erfolgen, auf dem sich der alte Platz befindet. Davon rückt man aber nun offenbar ab. Statt einem Verkauf des Grundstücks an der Pustertaler Straße soll es zu einem Tausch mit der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft GHS kommen.
Die Stadt möchte im Gegenzug deren Grundstück an der Fanny-Wibmer-Pedit-Straße. Auf dem Areal der ehemaligen Molkerei ist derzeit noch eine riesige Baugrube als Überbleibsel der Hochwasserschutz-Baumaßnahmen.


Franz Theurl, der sich unmittelbar nach Blasisker zu Wort meldete, lüftete – beabsichtigt oder nicht – auch gleich den Zweck dieser Grundstücks-Rochade: „Dann hätten wir auch Platz für den Stadtsaal, wenn er gebaut wird.“
Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bestätigte in ihrer Replik auf Blasisker und Theurl diese Pläne und stellte der GHS gleich eine Raumordnungs-Rute ins Fenster, falls diese nicht tauschwillig wäre: „Wir verkaufen keine Gründe mehr, wir tauschen oder vergeben Baurecht. Mit der GHS haben wir das ja schon einmal überprüft. Wir werden uns mit dem Raumplaner überlegen müssen, was auf dem derzeitigen GHS-Areal überhaupt möglich ist. Vielleicht werden sich ja dann auch die Tauschmöglichkeiten verbessern.“

Hinter dieser Andeutung steht die Verkehrsdiskussion, die von einer Anrainer-Initiative im Herbst des Vorjahres losgetreten wurde. Offenbar pokert die Stadtverwaltung darauf, der GHS zu signalisieren, dass sie mit einem großen Wohnprojekt an der Pustertaler Straße weniger Schwierigkeiten zu erwarten hätte, als mit einer wuchtigen Anlage am ehemaligen Molkereistandort.
Die Tage des Wasserwerk-Gebäudes dürften in jedem Fall gezählt sein. Auch das deutete Franz Theurl an. Man könne dieses Grundstück mit dem Abriss des Wasserwerks enorm aufwerten und ausdehnen: „Dann haben wir ein wesentlich größeres Grundstück und das in der besten Verkehrslage. Das sollten wir schon zustandebringen, das wäre ganz wichtig für die künftige Entwicklung der Stadt.“

Die Stadt kann die Rechnung allerdings nicht ohne den Wirt machen, sprich den Grundstückseigentümer GHS. Geschäftsführer Martin Mimm kommt das Thema auf Nachfrage von Dolomitenstadt bekannt vor: „Eine Anfrage zum Grundstückstausch hat es schon vor circa eineinhalb Jahren gegeben. Das hat sich aber verlaufen.“ Seither hat Mimm von der Stadt nichts mehr gehört.
Was er denn von den Äußerungen im Gemeinderat hält, fragen wir nach. „Das klingt so, als ob alle einfach laut gedacht hätten.“ Die GHS sei jedenfalls auch zu neuerlichen Gesprächen bereit.
5 Postings
Tiroler Straße?
Gerhard: das Areal 'Alter Sportplatz' ist nicht an der Tirolerstrasse, sondern an der Pustertalerstrasse..
Danke, hab´s ausgebessert.
Schwarzer: Das Areal "alter Sportplatz" ist meiner Erinnerung der Schwarzergarten.
Warum kann man eine Eishalle oder Kletterhalle nicht einfach auf einen bestehenden Parkplatz zb beim Schwimmbad oder Union Tennisplatz machen und darunter eine Tiefgarage?
Dann wären glei viele oder mehr Parkplätze, keine freinen Flächen zusätzlich verbaut und Gastronomie wäre auch schon vorhanden.
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