Schon einmal durch Kitzbühel gestaut? Auch für Osttiroler:innen ist der massive Sommerverkehr auf der B 161, der Pass-Thurn-Straße, ein vertrautes Phänomen, egal ob als Pkw-Lenker oder Fahrgast im Lienz-Kitzbühel-Bus.
Kurz vor der hochsommerlichen Mega-Verkehrswelle werden nun von Landesseite „verkehrslenkende Maßnahmen“ angekündigt, die auch manchem Nutzer der B100 bei Sillian bekannt vorkommen dürften.
Da Pkw bei längeren Verzögerungen auf die Nebenstraßen in den Gemeinden Jochberg, Aurach und Kitzbühel ausweichen – mit allen negativen Auswirkungen auf das tägliche Leben in diesen Orten – werden nach Gesprächen mit den Bürgermeistern dieser Gemeinden im Pilotbetrieb einige Maßnahmen getestet.

„Aktuell gibt es knapp 40 Fahrverbote in Tirol, um Ausweichverkehr auf das niederrangige Straßennetz bestmöglich zu verhindern. Darüber hinaus haben wir an bestimmten Streckenabschnitten Dosierampeln im Einsatz, welche die Verkehrsflüssigkeit sowie die Versorgung in den Ortschaften sicherstellen“, erklärt der zuständige Verkehrslandesrat René Zumtobel.
Ihm sei wichtig, dass diese Maßnahmen immer auf einer entsprechenden rechtlichen und fachlichen Grundlage beruhen müssen und nicht auf bloßen Zuruf verordnet werden können. „Deshalb schauen wir uns die Situation rund um den Pass Thurn nun mit Unterstützung von Expertinnen und Experten in einer ersten Pilotphase genau an und können dann mit der vorliegenden Evaluierung entscheiden, welche Maßnahmen in welchem Umfang wirksam und gerechtfertigt sind und die Bevölkerung auch entlasten“, so Zumtobel.
2025 wurden an der Verkehrszählstelle in Jochberg durchschnittlich 10.264 Kfz pro Tag registriert – mit zum Teil stark ausgeprägten Spitzen an den Wochenenden mit bis zu 17.000 Kfz pro 24 Stunden. Nebenbei bemerkt: Lienz kann hier locker mithalten, am „Glocknerkreisel“ werden diese Werte manchmal sogar noch übertroffen.
Für den nun startenden Pilotbetrieb an der Pass-Thurn-Straße wurden bereits Verkehrsdaten ausgewertet und Staus in der Vergangenheit analysiert. Das Fazit der Auswertungen: Viele der Staus hängen mit Großveranstaltungen zusammen und insbesondere die Verkehrsknoten in der Stadt Kitzbühel stoßen an Spitzentagen an die Belastungsgrenze. Das Stauaufkommen ist an Spitzentagen insbesondere in der Fahrtrichtung Norden (Deutschland) erheblich und erstreckt sich an einzelnen Tagen über Jochberg hinaus.
Dosierampel, Fahrverbote und Verkehrszählung
Um ein noch genaueres Bild zu bekommen, werden ab Mitte Juli Verkehrszählungen durchgeführt und Fußgängerströme, die durch Straßenquerung auch Einfluss auf den Durchzugsverkehr haben, analysiert.
Zu einem ersten Probebetrieb der angedachten und mit den Gemeinden abgestimmten verkehrsorganisatorischen Maßnahmen wird es dann am 24. und 25. Juli kommen. An diesen Tagen wird aufgrund einer Veranstaltung mit hohem Verkehrsaufkommen gerechnet. Als Vergleich wurde ein Wochenende im August gewählt – hier wird mit einem für den Sommer durchschnittlichen Verkehrsaufkommen gerechnet.
Konkret geht es aktuell um den testweisen Einsatz einer Dosierampel im Bereich Jochberg und Durchfahrtsverbote für den Ausweichverkehr am parallelen niederrangigen Straßennetz.
Nach Datensammlung und Probebetrieb wird die weitere Vorgehensweise in enger Abstimmung mit den Bürgermeistern im Herbst besprochen, wobei Erkenntnisse auch für mögliche Maßnahmen in Fahrtrichtung Süden (Pass Thurn, Salzburg, Osttirol) gewonnen werden.
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