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Ist Schlaiten ein Standort für einen Windpark?

Bürgermeister Ludwig Pedarnig sieht Chancen und nahm an einer Exkursion der Energieagentur Tirol teil.

Nach dem endgültigen Aus für den geplanten Windpark Compedal in Assling hat die Diskussion um Windkraft in Tirol eine neue Dynamik bekommen. In mehreren Regionen laufen aktuell noch Messungen, zusätzliche Standorte werden geprüft und die Bestrebungen einiger Tiroler Gemeinden bleiben aufrecht.

Wie das Ergebnis in Assling zeigt, ist nicht jeder Standort für die Nutzung von Windenergie geeignet. Um von Erfahrungen anderer Regionen zu lernen, wurde von der Energieagentur Tirol eine Windkraft-Exkursion organisiert, im Rahmen derer Vertreter:innen aus 14 Tiroler Gemeinden zwei bestehende Windparks besuchten.

Vertreter:innen aus 14 Tiroler Gemeinden besuchten mit der Energieagentur Tirol zwei bestehende Windparks, um Einblicke in die Praxis zu erhalten. Foto: Energieagentur Tirol/Flöck

Einerseits besah sich die Delegation den Tauernwindpark im steirischen Murtal sowie andererseits den Windpark Munderfing in Oberösterreich. Am Tauernwindpark stehen auf rund 1.900 Metern Seehöhe im Gebirgsmassiv der Niederen Tauern zehn Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 30 Megawatt. Der Betreiber des Tauernwindparks „ImWind“ prüft auch mögliche Standorte in Tirol. Der Windpark Munderfing, der zu 75 Prozent im Besitz der Gemeinde ist, umfasst sechs Anlagen mit rund 19 Megawatt Leistung. 

Pedarnig: Windkraft als wirtschaftliche Stütze

Unter den Exkursionsteilnehmer:innen befand sich auch der Schlaitener Bürgermeister Ludwig Pedarnig, der in der Windkraft Chancen sieht: „Natürlich ist die Windkraft ein Eingriff in die Natur, dafür können wir unsere Abhängigkeit von ausländischen, fossilen und nuklearen Energieimporten insbesondere im Winterhalbjahr reduzieren und die Energiesicherheit erhöhen. Gerade für kleinere Gemeinden mit geringen Kommunalsteuereinnahmen kann sie eine wichtige wirtschaftliche Stütze sein.“ 

Auch Ludwig Pedarnig, Bürgermeister von Schlaiten, nahm an der Exkursion teil. Er geht davon aus, dass Windkraft für kleinere Gemeinden neue finanzielle Spielräume eröffnet. Foto: Energieagentur Tirol/Flöck

Für viele Tiroler Gemeinden stellt sich die Frage, wie sich Windkraft und Tourismus vereinbaren lassen. Laut einer im April durchgeführten repräsentativen Umfrage der Energieagentur Tirol liegt der Zuspruch für Windkraft in Tirol bei 62 Prozent, in Skigebieten bei 65 Prozent. Diese Fragestellung war auch bei der Errichtung des Tauernwindparks, der sich in unmittelbarer Nähe zu einem Skigebiet befindet, ein Thema. Auch in Munderfing ist der Windpark „Teil des touristischen Angebots und ein beliebtes Ausflugsziel“, so beschreibt es zumindest die Energieagentur Tirol in einer Aussendung.

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