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Onlinehandel wächst wegen Amazon, Temu und Co. kräftig

Internethandel erreichte 2025 Allzeithoch. Heimischer Versandhandel stieg nur moderat. Paketabgabe in der Kritik.

Die Österreicher:innen kaufen gerne und viel im Internet ein und haben die Umsätze im Onlinehandel 2025 auf ein neues Allzeithoch getrieben: Der Bruttoumsatz stieg kräftig um 9,5 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro, zeigt eine Erhebung des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) im Auftrag der WKÖ-Bundessparte Handel.

Eingekauft wird am liebsten bei Amazon, Temu und Zalando, ein starkes Wachstum gab es insbesondere bei Pflegeprodukten, Lebensmitteln und Mode.

Amazon vor Temu und Zalando

Der Onlinehandel wachse zwar insgesamt dynamisch, dieses Wachstum gehe aber keinesfalls nur auf österreichische Versand- und Internethändler zurück, räumte Handelsobmann Rainer Trefelik am Montag laut Pressetext ein. Der heimische Versand- und Internethandel wuchs im Vorjahr nur um 2,3 Prozent.

Der chinesische Onlinehändler Temu, der von PDD Holdings betrieben wird, liegt in Österreich nach Amazon auf Platz zwei. Dem Marktplatz werden mangelnde Produktsicherheit, Intransparenz und ethisch bedenkliche Praktiken vorgeworfen. Foto: APA/Themenbild

Erste Adresse, um online zu shoppen, ist hierzulande Amazon mit einem Marktanteil von 29,6 Prozent. An zweiter Stelle rangiert bereits Temu mit 5,6 Prozent. Nummer drei ist in Österreich Zalando (5,5 Prozent). Dahinter folgen Ebay (4,5 Prozent) und Otto (3,0 Prozent).

Mode dominiert

Besonders stark legten die Bereiche Pflegeprodukte (+13,2 Prozent), Lebensmittel (+11,7 Prozent) und Mode (+10,9 Prozent) zu. Vor allem das größte Segment Mode präge die Entwicklung des gesamten Onlinehandels maßgeblich, hieß es. Fast ein Viertel der gesamten Onlinehandelsumsätze entfällt auf den Bereich Mode.

Paketabgabe als Bremse?

Erst kürzlich endete die parlamentarische Begutachtungsphase für die geplante Paketsteuer. Diese sieht vor, dass ab Oktober pro Sendung zwei Euro fällig werden, wenn Unternehmen Pakete an Endverbraucher:innen schicken. Gelten soll die Abgabe für große Online-Händler mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr, Ausnahmen gibt es beispielsweise für Business-to-Business-Onlineshops.

Das Finanzministerium geht von einem Paketsteuer-Aufkommen von 280 Mio. Euro pro Jahr aus, dadurch soll die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab dem 1. Juli zum Teil gegenfinanziert werden.

Breite Kritik an Gesetzesentwurf

Unterschiedliche Institutionen und Privatpersonen äußerten sich dem Vorhaben kritisch gegenüber: So forderten etwa die betroffenen Online-Händler Amazon, Ebay und Zalando einen Stopp des Gesetzesvorhabens.

Vonseiten des ÖVP-geführten Wirtschaftsministeriums verwies man auf offene Fragen, unter anderem wie mit Retouren, Vertragsrückabwicklungen sowie Ersatzlieferungen umzugehen sei. Außerdem befürchte man „einen Imageschaden“ für den Wirtschaftsstandort.

Wirtschaftsvertreter:innen erwarten Kaufkraftverluste durch die Paketsteuer und sehen die Abgabe als potenziellen Inflationstreiber. Der Versandhändler Otto kündigte bereits rechtliche Schritte gegen das geplante Gesetz an und verwies auf ein Gutachten von Dorda Rechtsanwälte, die den Entwurf als „mehrfach verfassungs- und unionsrechtswidrig“ einstufen.

Die FPÖ warnte vor Jobverlusten durch die Abgabe. AK und ÖGB zeigten grundsätzlich Verständnis für das Gesetzesvorhaben. Sie bemängelten aber, dass das ursprüngliche Ziel, nur Pakete von außerhalb der EU (u.a. von AliExpress, Shein, Temu) zu besteuern, nicht realisiert werden konnte. Global 2000 und VCÖ begrüßen aus ökologischen Gründen eine Besteuerung des rasant steigenden Onlinehandel-Paketvolumens.

3 Postings

isnitwahr
vor 5 Tagen

Was war das für ein riesen Aufschrei, als durch die Hormusblockade der Treibstoff massiv verteuert wurde - auf der Straße merkt man nichts davon, dass sich die Leute das Tanken, Fliegen etc. nicht mehr leisten können. Wegen der 2 Euro Paketsteuer werden die Leute nicht weniger bestellen, weder bei Amazon, der seine Beschäftigten massivst ausbeutet, noch bei Temu & Co die hochgiftigen Schrott in die EU versenden. Alle in Osttirol Arbeitenden wollen gut verdienen, aber gekauft wir beim Ami und China... Was mir überhaupt nicht einleuchtet ist, dass man übers Internet Lebensmittel bestellt. Was gibts denn bei uns an Lebensmittel nicht zu kaufen???

 
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Letsfetz
vor 5 Tagen

Wohl höchste Zeit, vorallem wenn man weiß, welcher Billigschrott aus Asien importiert wird, kein Wunder, dass alles so günstig ist. Man denke nur mal an die dortigen Umwelt- und Arbeitsbedingungen, teilw. sind Materialien sogar giftig, wie z.B. Kinderspielzeug.

Aber die Bequemlichkeit der Menschen ist nun mal größer als der Wille, die heimischen Firmen zu unterstützen, ein Klick vom Sofa, schon hab ichs, oft halt erst nach 10 Tagen, da es erst noch in China verpackt werden muss... Wobei ich mich natürlich auch frage, wo das Zeug bei den Billigstdiscontern vor Ort herkommt, gleich billig und oft gleich schlechte Qualität.

Was aber zudem mal eingedämmt gehört, sind diese kostenlosen Retournierungen, bestelle 3 Größen, 2 gehen gratis retour! Denkt eigentlich irgendjemand mal darüber nach, wieviel Mehrbelastung dies für Umwelt und Straßenverkehr bedeutet? Diese Menschen sicher nicht, ich frage mich echt, warum man nicht einfach noch in ein Modegeschäft gehen kann und dort anprobiert, was gefällt.

Diese Paketgebühr gehört sogar noch ausgeweitet, denn nur weil Amazon und Co. sich aufregen, lass ich mir doch nicht vorschreiben, wie man Gesetze zum Schutz der heimischen Wirtschaft gestaltet. Denn gerade die Amerikaner oder Chinesen werden ihren Rachen sowieso nie voll genug bekommen...

 
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    Annalies
    vor 5 Tagen

    Dass man nun aus China importierte Produkte unter die Lupe nimmt und das Einhalten von Qualitätsstandards einfordert, ist notwendig. Aber dass man mit der Paketabgabe ALLE Händler trifft, auch inländische, das sollte man bedenken. Eigentlich ist dies wieder ein verzweifelter Versuch, um an Einnahmen zu kommen. Niemand wird sich durch die Paketabgabe davon abhalten lassen, weiterhin Verkaufsplattformen zu nutzen. Und das Konsumverhalten von Bürgern steuern zu wollen, das wird nicht funktionieren.

     
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