Es sollte ein Leuchtturmprojekt werden, das im Herbst 2021 eröffnete Forschungs- und Kommunikationszentrum „FoKus N'Cyan" in St. Jakob im Defereggental, das Digitalisierung und Nachhaltigkeit verbinden sollte. Drei Jahre später, im November 2024, schlitterte der Betreiberverein des Seminarhotels allerdings in die Insolvenz, woraufhin im Dezember 2024 die Schließung des Unternehmens angeordnet wurde.

Diese Ereignisse liegen zwar fast eineinhalb Jahre zurück, zumindest für die Liste Fritz ist die Causa aber noch nicht abgeschlossen. Wie Klubobmann Markus Sint nicht müde wird zu betonen, flossen insgesamt 400.000 Euro Landesförderung in den Betrieb.
200.000 Euro stammten aus dem Budget „Sonderförderprogramm Iseltal“ und wurden für die Sanierung und Erweiterung des Beherbergungsbetriebes mit anschließender Vier-Sterne-Klassifizierung verwendet. Die andere Hälfte wurde aus dem Tiroler Technologieförderprogramm finanziert.
Rückzahlung von je 0,9 Prozent
Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint kritisierte bereits Anfang Februar 2025, dass die Landesförderungen zu leichtfertig vergeben worden seien. Aus seiner Sicht hätte sich das Land intensiver erkundigen sollen, ob eine Förderung vertretbar ist, da die Liegenschaft mit 3,5 Millionen Euro belastet war und der Verein monatliche Fixkosten von mindestens 4.000 Euro hatte.

In einer Landtagsanfrage von Mai dieses Jahres erkundigte sich Sint nun sowohl bei Landeshauptmann Anton Mattle als auch bei ÖVP-Wirtschaftslandesrat Mario Gerber, ob und in welcher Höhe Teile der Fördersummen nach der Insolvenz zurückgezahlt wurden.
In ihrer Beantwortung erläuterten sowohl Mattle als auch Gerber unisono, dass das Land jeweils eine Quote von ca. 0,9 Prozent zurück erhalten habe. Somit wurden jeweils 1.785 Euro für das Sonderförderungsprogramm für die Natura 2000 Region Isel sowie für die Förderung von Leuchtturmprojekten im Bereich Digitalisierung zurückgezahlt.
„Mahnmal für Steuergeldverschwendung“
Für die Liste Fritz ist der Fall „FoKus N'Cyan“ ein weiteres Beispiel dafür, dass die schwarz-rote Landesregierung nicht sorgsam mit Steuergeld der Tiroler:innen umgeht. „Wo die Landesregierung ein Leuchtturmprojekt ausgemacht hat, hat sie am Ende fast das gesamte Fördergeld versenkt. Das ist kein Erfolg für die Standortpolitik, sondern ein Mahnmal für Steuergeldverschwendung. Die Landesregierung hat dieses Projekt geprüft, genehmigt und diese Steuergeldverschwendung politisch zu verantworten“, erläutert Sint, der eine begleitende Kontrolle vermisst.
„Nicht die Förderung von etwas Neuem war falsch, sondern dass es keine ordentliche Prüfung und keine begleitende Kontrolle gegeben hat. Wer Steuergeld in dieser Höhe vergibt, muss einen verantwortungsvollen Umgang damit sicherstellen. Offensichtlich ist das hier nicht passiert“, so Sint abschließend.
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