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Lienz: Armin Berger leitet ab Herbst die Stadtkultur

Allem Anschein nach wird das Kulturprogramm etwas kopflastiger. Eine erste Eventliste liegt vor.

Am Beginn der Gemeinderatssitzung in Lienz am 14. Juli nutzte der künftige Leiter der städtischen Kulturabteilung, Armin Berger, die Gelegenheit zu einer persönlichen Vorstellung, die recht kurz und programmatisch ausfiel.

Berger war jahrelang freier Journalist bei der Tiroler Tageszeitung, arbeitete in der Erwachsenenbildung und im Marketing für Schloss Ambras, hat Philosophie studiert und will in Lienz die Kultur „ganz breit aufstellen“, betonte der 55-Jährige im Ratsaal, akustisch begleitet von den ersten Takten eines Dienstagskonzerts auf dem Hauptplatz.

Armin Berger, künftiger Leiter der städtischen Kulturabteilung, stellte sich den Lienzer Gemeinderät:innen vor. Das Walchegger-Bild im Hintergrund ist kein Indiz für einen neuen Schwerpunkt auf bildender Kunst. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Der künftige Stadtkultur-Chef stammt aus Deutschland, lebte bisher in Innsbruck und positionierte sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Lienz eher konservativ: „Ich komme ganz stark aus dem Bereich der klassischen Musik, mache aber nicht nur klassisches Programm, aber auch wieder und vermehrt.“

Daraus und an der von Berger vorgelegten ersten Aufstellung an geplanten Veranstaltungen kann man eines schon ablesen: Der starke Akzent, den Claudia Funder in diesem Amt auf anspruchsvolle vorwiegend heimische Popkultur legte, teilweise abseits des Mainstreams, aber immer am Puls der Szene, dürfte Geschichte sein.

Berger sieht neben Klassik auch Jazz als einen möglichen Schwerpunkt, ein musikalisches Genre in dem vor Jahrzehnten der Kulturverein UmmiGummi Maßstäbe setzte.

Generell unterstreicht der neue Kulturmanager – wohl auch seiner philosophischen Grundausbildung geschuldet – die Rolle der Kultur „nicht nur als reine Unterhaltung“, sondern auch als Sinnstiftung mit gesellschaftlicher Relevanz und als Bildungsinhalt.

Wie diese hehren Ziele in ein publikumsorientiertes städtisches Kulturprogramm einfließen könnten, erfuhren die Gemeinderät:innen nicht und wollten es offenbar auch gar nicht wissen. Denn Fragen an den künftigen Stadtkulturleiter blieben aus.

Unten die Liste der Events, die Armin Berger an die Mandatar:innen im Gemeinderat verteilte. Sie lässt bei näherer Betrachtung doch auch einige Kontinuität zur bisherigen Eventpraxis in Lienz erkennen, etwa mit einem Schwerpunkt auf Kindertheater und einer musikalischen Lesung von Gerti Drassl mit Brot & Sterne, die im kommenden Sommer stattfinden soll. Auch Claudia Funder hatte dieses Format mehrfach im Programm. Fix ist da wohl noch einiges nicht, Berger betonte den vorläufigen Charakter seiner Liste.

Gesellschaftskritisch könnte es allerdings schon zum Start von Bergers Amtszeit im Herbst werden, mit dem szenischen Abend „Komm schon, du willst es doch auch“, einer „rebellischen“ Inszenierung, in der 14 Tiroler Musiker:innen gesellschaftskritische Songs mit der Performance der Schauspielerin Carmen Sanders-Gratl verbinden. Man darf gespannt sein.


Programm Stadtkultur Herbst 2026

  • DO 03.09.2026, 20:00 Uhr, Spitalskirche – Hannes Hadwiger: Präsentationskonzert Orgel
  • DO 24.09.2026, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Schwänen (Kindertheater)
  • SO 27.09.2026, 19:00 Uhr, Stadtsaal – Bühne: Komm schon! Du willst es doch auch!
  • MI 07.10.2026, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Klapperlapapp (Kindertheater)
  • SA 10.10.2026, 19:00 Uhr, Stadtsaal – KO-AX: w o h i n - Release-Konzert (Jazz-Trio)
  • FR 16.10.2026, 19:00 Uhr, Kolpingsaal – Dialektgruppe Findling: Benefizkonzert
  • SA 14.11.2026, 19:30 Uhr, Stadtsaal – Stadtmusik Lienz: Herbstkonzert
  • MO 23.11.2026, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Wenn Schnecken hausen (Kindertheater)
  • FR 27.11.2026, 19:00 Uhr, Spitalskirche – Julian Walder & Elias Praxmarer: (R)-Evolution
  • DI 08.12.2026, 19:00 Uhr, Hl. Familie – Weihnachtsoratorium J.S. Bach (Iuventus Cantat)
  • SA 12.12.2026, 17:00 Uhr, Stadtsaal – Adventskonzert 2026

Aussicht Stadtkultur 1. Halbjahr 2027

  • DO 07.01.2027, 18:00 Uhr, Stadtsaal – InnStrumenti: Neujahrskonzert
  • FR 22.01.2027, 19:00 Uhr, Spitalskirche – Martin Klein: A Musician’s Life (Singer-Songwriter)
  • DI 19.01.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Die drei kleinen Schweinchen (Kindertheater)
  • DO 25.02.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Geschichte vom verkehrten Tag (Kindertheater)
  • SA 06.03.2027, 19:00 Uhr, Stadtsaal – Bläserphilharmonie Osttirol: Frühjahrskonzert
  • DO 11.03.2027, 19:30 Uhr, Stadtsaal – Felix Mitterer: Kein Platz für Idioten (Theater)
  • MI 17.03.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Applaus für den Fuchs (Kindertheater)
  • DO 01.04.2027, 20:00 Uhr, Stadtsaal – Romeo Kaltenbrunner: Heimweh (Kabarett)
  • DO 08.04.2027, 19:30 Uhr, Stadtsaal – Alexey Zuev (Klavier-Recital)
  • DO 22.04.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Kacka und Frühling (Kindertheater)
  • FR 30.04.2027, 20:00 Uhr, Gymsaal – Ramsch & Rosen (New Austrian Sound)
  • DO 13.05.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Kasperl und der grüne Hund (Kindertheater)
  • FR 21.05.2027, 20:00 Uhr, Spitalskirche – I Musici Gemelli: Duo Concertante (Violinduo)
  • SA 19.06.2027, 20:00 Uhr, Stadtsaal – Gerti Drassl mit Brot & Sterne: Chr. Lavant (Musik-Lesung)
  • DI 01.06.2027, 15:00 Uhr, Kolpingsaal – Ich bin der Stärkste im ganzen Land (Kindertheater)
  • FR 02.07.2027, 20:00 Uhr, Schloss 1 – Nifty’s: 25 Jahre Nifty’s (New Klezmer)
  • DO 08.07.2027, 20:00 Uhr, Schloss 2 – BigAndBand feat. Emil Kaschka: Poetry Jam

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

11 Postings

ibinkoamottinger
vor einem Monat

Da sind schöne Sachen dabei. Aber seit wann gibt es in der Spitalskirche eine Orgel, die eines Präsentationskonzerts würdig wäre?

 
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maron
vor einem Monat

Das ist ja höchst erfreulich, wenn der neue Chef die Stadtkultur "ganz breit aufstellen" möchte! Allein die bildenden Künste bräuchten gewiss und endlich wieder mehr Zuspruch und Unterstützung von Seiten der Stadt Lienz. Armin Berger ist bestimmt bestens vernetzt - man denkt da nur an Schloss Ambras/Innsbruck/Wien, und er möchte sich für sein Programmkonzept GsD nicht nur auf "intellektuelle/kopflastige" Musikrichtungen festlegen - also für jeden der kann, was dabei, was "sinnstiftend" nachwirken sollte. Und dass der Gemeinderat bzw. deren Urlaubsvertretungen keine Rückfragen an die Person mit diesem für eine Stadt doch nicht unrelevanten Resort anbietet, könnte bei allen guten Geistern daran liegen, dass sie ihn nur als "Herrn Doktor" vom Gang kennen, oder doch andere abendliche Gestaltungsschwerpunkte zu pflegen gewohnt sind ...

 
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jojojo
vor einem Monat

Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Berger Armin, einen tollen Start und viel Freude mit Ihrer neuen Position/Funktion. Ich freu mich auf Ihr Engagement und auf ein wundervolles, faszinierendes, Kulturangebot für Alt und Jung (besonderen Dank dafür). Herzlich Willkommen hier bei uns! Vielen lieben Dank und alles Liebe für Ihre Zukunft, Ihnen liebe Frau Funder Claudia!

 
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msalcher
vor einem Monat

Also des passt eh ganz gut zu den Plänen der Stadt, um 2100 die Gehsteige hoch und ab ins Altersheim !

 
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    MVP
    vor einem Monat

    Geschmäcker sind zum Glück nicht so eindimensional wie manch ein Kommentar.

     
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Bahner Bernd
vor einem Monat

Jedenfalls freue ich mich schon auf das Weihnachsoratorium. Ein Orgelkonzert mit Bachwerken in St. Andrä wäre auch wieder einmal angesagt.

 
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claste
vor einem Monat

Auch wenn der neue Stadtkultur-Chef jetzt eher auf Klassik, Jazz und Theater setzt, hoffe ich echt, dass es in Lienz weiterhin Konzerte von heimischen Popkünstler:innen geben wird. Die Szene hat die Stadt in den letzten Jahren richtig belebt. Wenn das wegfällt, bleibt kulturell ja fast nichts mehr übrig...wär echt schade.

 
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    MVP
    vor einem Monat

    Für österreichische Popkünstler und für vieles mehr gibt es mittlerweile die wundervolle Einrichtung MUKL. Einfach mal hingehen... Eintritt immer freiwillige Spende... Ambiente großartig

     
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      claste
      vor einem Monat

      Wohn zwar nicht mehr in Osttirol und bin nur alle paar Monate drin, bin aber chronically online und von denen hab ich tatsächlich noch nichts gehört. Wird sich direkt Nenda im Dezember angeschaut. Danke dir. :)

       
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Claudia Moser
vor einem Monat

Wer Carmen Gratl kennt, weiß, dass sie für freches, provokantes, aber sehr qualitaetsvolles Theater steht. Das kann uns nur gut tun. Herzlich Willkommen im Osttiroler Kulturreigen, Armin Berger und danke an Claudia Funder für die vielen tollen Veranstaltungen der letzten Jahre.

 
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r.ingruber
vor einem Monat

"...und wollten es offenbar auch gar nicht wissen." Wenn das nicht Kontinuität ist!

 
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