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Der neue Zwischentrakt der städtischen Mehrzweck-Sportanlage nimmt bereits Gestalt an. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Der neue Zwischentrakt der städtischen Mehrzweck-Sportanlage nimmt bereits Gestalt an. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Dolomitenhalle Lienz: Viel teurer als geplant

Die Hoffnung auf Einsparungsmöglichkeiten haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil.

Es ist noch nicht lange her, da versuchte der Lienzer Gemeinderat die Quadratur des Kreises. In der Gemeinderatssitzung vom Februar 2026 gab das Stadtparlament grünes Licht für Sanierung, Zu- und Umbau der Dolomitenhalle. Die damalige Kostenschätzung auf Basis eines sogenannten „Masterplans“ lag bei 4,85 Millionen Euro netto. Finanziert werden sollte das Projekt laut ursprünglichem Plan durch Fördermittel von insgesamt 1,295 Millionen Euro (Landes-Bedarfszuweisung, TVB Osttirol, Bundesförderung KIG 2025) und ein Bankdarlehen über 3,555 Millionen Euro.

Realistisch waren diese Zahlen vermutlich nie, denn das ausführende Architekturbüro Valtiner (V&P Design ZT GmbH) bezifferte die kalkulierten Herstellungskosten bereits im Februar mit 5,295 Millionen Euro netto. Dennoch beschloss der Gemeinderat, durch „Einsparungen bei der Ausführung“ möglichst nahe an der 4,85-Millionen-Wunschgrenze zu bleiben. Ein frommer Wunsch, wie sich schon fünf Monate später herausstellt.

Mittlerweile sind nämlich die wesentlichen Gewerke ausgeschrieben, der Bau ist im Entstehen – und wird dramatisch teurer. Der neue Kostenplan des Architekten vom 1. Juli 2026 setzt die Gesamtkosten des Projekts mit 6,505 Millionen Euro netto an. Und so war der Gemeinderat in der Sitzung am 14. Juli aufgerufen, satte Zusatzkosten in Höhe von 1,655 Millionen Euro freizugeben.

Im Beschlussvortrag erklärte die Bürgermeisterin diese exorbitante Kostensteigerung mit unerwarteten Preissteigerungen bei einzelnen Gewerken, Vorleistungen für eine mögliche spätere Eissportanlage, Mehrkosten für die Innenausstattung und eine Reserve von 150.000 Euro für alle Fälle.

Außerdem will man neue Förderquellen anzapfen, was zunächst aber eine Menge Geld kostet. Planungs- und Beratungsaufwendungen unter diesem Titel sind mit rund 440.000 Euro angesetzt.

Das ist ein großer Betrag, der in der Sitzung nicht genau erläutert wurde. Elisabeth Blanik ließ durchblicken, dass 800.000 Euro „KPC-Förderung“ winken könnten. KPC steht für Kommunalkredit Public Consulting, das ist der Abwickler einer Bundesförderung, die unter dem Titel „energieeffiziente Sportstätten“ gewährt werden könnte, hofft man in der Liebburg. Dieses Programm lief allerdings 2025 aus.

Wie die 6,5 Millionen Euro für den Um- und Ausbau der alten Tennishallen nun gestemmt werden sollen, erklärt folgende Tabelle:

Damit steigt der Eigenmittelanteil der Stadt erheblich: Statt das Projekt überwiegend über ein Darlehen und fixe Förderungen zu stemmen, fließen nun zusätzlich rund 1,483 Millionen Euro aus dem Geldbestand der Stadt in die Finanzierung. Das ursprünglich vorgesehene Darlehen von rund 3,5 Millionen Euro bleibt betragsmäßig gleich.

Mögliche weitere Fördermittel – die erwähnten 800.000 Euro (Bund, KPC) und weitere 100.000 Euro Landesförderung – sind zwar in Reichweite, aber eben noch nicht fix zugesagt. Sie scheinen daher im offiziellen Finanzierungsplan nicht auf. Sollte es gelingen, diese Förderungen zu lukrieren, würden diese Gelder vor allem zur Entlastung des Kreditvolumens genutzt, sagte Blanik.

In der Diskussion ging es dann aber weniger um gestiegene Kosten, als um weitere Pläne rund um diese Sportstätte. Die ÖVP-Mandatare wollten wissen, ob ihr Vorschlag einer direkten Stromleitung von der PV-Anlage auf dem Dach des künftigen Zwischentrakts zum naheliegenden Dolomitenbad geprüft wurde. Das werde definitiv kommen, versicherte Stadtbaumeister Klaus Seirer.

Und natürlich kam die Frage nach dem Eislaufplatz, der ja in der obigen Aufstellung noch gar nicht kalkuliert ist. Elisabeth Blanik spielte den Ball weiter: „Da muss die Arbeitsgruppe erst einmal präsentieren.“ Arbeitsgruppe? Offenbar gibt es eine solche, angeführt von Turtles-Zampano und VP-Mandatar Karl Kashofer. Sie tagte erst einmal. Also wird der alte Platz wohl noch ein Weilchen herhalten müssen.

Das Statement des Abends kam von Franz Theurl: „Wir wären mit einem professionellen Hallenbauer und einem Generalvertrag besser gefahren.“ Darauf Elisabeth Blanik: „Glaub ich auch.“ Der Lienzer Gemeinderat nahm den neuen Kostenplan zur Kenntnis und genehmigte einstimmig Zusatzkosten für die Dolomitenhalle von 1.655.000 Euro.

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

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