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Leisacher Gemeinderat begräbt Krematorium

Die Entscheidung fiel ohne Sitzung per Umlaufbeschluss und wurde über Telegram verlautbart. 

Wie berichtet, diskutierte der Gemeinderat der Talbodengemeinde Leisach in der öffentlichen Sitzung am 25. Juni ein Projekt des Südtiroler Bestattungsunternehmers Christof Gasser. Gasser war selbst anwesend und präsentierte Pläne für ein Krematorium auf dem Areal des ehemaligen Gasthofs „Südalpen“. Bei dieser Gelegenheit betonte der Unternehmer auch, dass er sein Vorhaben nur umsetzen werde, wenn es auf breite Zustimmung stoße.

Davon kann sechs Wochen später keine Rede mehr sein. Nach intensiven Diskussionen zunächst in der Sitzung und später im Dolomitenstadt-Forum gab Bürgermeister Bernhard Zanon nun bekannt, dass die Gemeinde das Projekt ablehnt. 

So ungefähr sollte das geplante Krematorium in Leisach aussehen. Visualisierung: CremTec GmbH

Eine weitere Sitzung wurde für diese Entscheidung offenbar nicht benötigt, sie fiel per Umlaufbeschluss. Die Gemeinderät:innen gaben in einer schriftlichen Beschlussabfrage ihre Haltung zum geplanten Vorhaben bekannt. Das Ergebnis wurde nicht über klassische Kanäle sondern per Messengerdienst Telegram den Dorfbewohner:innen mitgeteilt. 

Für alle, die keinen Telegram-Account besitzen und dennoch wissen möchten, was in Leisach vor sich geht, hier Bernhard Zanons Botschaft im Originalwortlaut:

„Bis auf eine Enthaltung haben sich sämtliche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte gegen eine Unterstützung des Projektes ausgesprochen. Die Entscheidung stützt sich insbesondere auf das Bekenntnis zur Aufrechterhaltung der bisherigen Bestattungskultur sowie zum Erhalt der gemeindeeigenen Infrastruktur (Leichenkapelle und Friedhof). Zudem wurden mögliche Auswirkungen auf das bestehende Bestattungswesen und die gemeindlichen Einrichtungen berücksichtigt. Der Projektwerber wurde über das Ergebnis der Beschlussabfrage informiert.“

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

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Ein Südtiroler Unternehmer stellte sehr konkrete Pläne im Gemeinderat vor. Auch ein Grundstück ist vorhanden.

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7 Postings

KarlZiege
vor einem Monat

Unheimlich feige vom Leisacher Bürgermeister und vom Gemeinderat. Das Südalpen steht seit Ewigkeiten leer und liegt mehr als günstig. Man kann das durchaus pietätvoll gestalten, sodass Trauerfeiern etc. möglich wären. Ich verstehe nicht, wieso so ein Vorschlag abgeschlagen wird, dafür ist man umso schneller beim Abholzen des Waldes hinterm Sportplatz, bei der Schließung des Schwimmbades und beim Abreißen des Skiliftes. Der Tod gehört zum Leben, man könnte auch das in die Bildung einbauen und ich denke auch, dass Brandbestattung immer häufiger werden wird in Zukunft. Chance vertan...

 
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npunkt
vor einem Monat

Da muss der Projektwerber froh sein dass er überhaupt eine Rückmeldung von der Gemeinde erhalten hat. Bei Firmen mit Interesse am Gewerbegrund der Gemeinde wird sehr zurückhaltend bis gar nicht geantwortet.

 
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Joe B. Tolliver
vor 2 Monaten

Großartig! Bei zu geringer Auslastung hätte der Betreiber aus Südtirol(!) bestimmt die umliegenden Wohnsiedlungen heimgesucht, um das dringend benötigte Brennmaterial aufzufüllen. Gott sei Dank konnte diese Gefahr abgewendet werden und das bestehende Architekturjuwel bleibt noch eine zeitlang erhalten.

 
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pizzi1014
vor 2 Monaten

"Schr erfreulich, dass sich ein kleines gallisches Dorf für die Aufrechterhaltung der bisherigen Bestattungskultur einsetzt und Auswirkungen auf das bestehende Bestattungswesen verhindern will." Das hört sich für mich ganz nach SNU (Strategisch Notwendiger Unsinn) an. Warum kann man nicht einfach feststellen, dass man das Krematorium nicht in der Gemeinde bzw. an diesem Ort haben will?

 
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ruhigblut
vor 2 Monaten

...schlauer Gemeinderat....sei ma lei froh...Verbrennungsanlagen, egal wie harmlos visualisiert, brauchts nicht in einem Talkessel wie Lienz... :-)

 
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    wolf_C
    vor 2 Monaten

    ... wieso gibt es dann so viele Verbrennungsanlagen hier? 'GottseiDank' ging es hier um einen Kulturkampf, und nit um die Sache an sich? ...

     
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      ruhigblut
      vor 2 Monaten

      ...was meinst du damit? Hausbrand oder KFZ`s, oder gar die Raucher :-) ?...eigentlich eh egal, je weniger Dreck in der Luft umso lieber ist`s mir, so einfach...weder Kulturkampf noch sonstwas, einfach nur der Wunsch nach sauberer Umwelt... Wie es bei der Einäscherung auswärtiger Verstorbener mit der tatsächlichen Wertschöpfung für unseren Bezirk ausschaut, dürfte mittlerweile jedem aufgefallen sein...also nochmals die Frage... Für wen oder was sollte eine Verbrennungsanlage in Leisach einen Mehrwert bringen???...naja, immerhin der Gemeinderat hats geknissen :-)

       
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