Wasser wird in Österreich zunehmend als knapp und schützenswert wahrgenommen. 61 Prozent der Bevölkerung rechnen damit, dass es hierzulande innerhalb der kommenden zehn Jahre zu Problemen bei der Wasserverfügbarkeit kommen wird. Das zeigt eine Umfrage von Marketagent unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern. Im Vergleich zur ersten Erhebung 2023 ist das Problembewusstsein deutlich gestiegen: Damals erwarteten 49 Prozent künftige Engpässe, hieß es in einer Aussendung.
Auch die Einschätzung der aktuellen Situation hat sich verschärft. 46 Prozent bewerten die derzeitige Verfügbarkeit von Wasser und Trinkwasser als problematisch - 2023 waren es 24 Prozent. Fast die Hälfte (47 Prozent) sorgt sich mittlerweile um die Trinkwasserversorgung in Österreich, nach 33 Prozent vor drei Jahren.
Trockenheit wird als langfristige Entwicklung wahrgenommen
Die heimische Hagelversicherung hat am Montag bereits von einer „historischen Dürrekatastrophe“ für die Landwirtschaft gesprochen - mit Schäden von bisher rund einer Milliarde Euro. Österreich leidet heuer unter einer extremen und anhaltenden Trockenheit. 57 Prozent schätzen in der Umfrage die Niederschlagsmenge in diesem Jahr im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren als deutlich geringer ein. 61 Prozent sehen die Entwicklung nicht bloß als vorübergehende Wettererscheinung, sondern als nachhaltigen Trend. Auch sinkende Wasserstände werden wahrgenommen: 43 Prozent haben starke Pegelrückgänge bei heimischen Seen und Flüssen registriert, weitere 40 Prozent zumindest leichte.
„Wasserknappheit ist für viele Menschen mittlerweile kein abstraktes Zukunftsszenario mehr. Ausgetrocknete Böden, niedrige Pegelstände und außergewöhnliche Hitze machen die Entwicklung unmittelbar sichtbar“, sagte Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl. Die Sorge um die Wasserversorgung sei seit der ersten Erhebung stark gestiegen.
Waldbrände und Landwirtschaft besonders betroffen
Besonders groß sind die Sorgen über mögliche Folgen für Umwelt und Wirtschaft. 92 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass Wasserknappheit in den kommenden zehn Jahren die Gefahr von Waldbränden erhöht. 90 Prozent erwarten Beeinträchtigungen für die Landwirtschaft. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) hält auch eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch fehlendes Trinkwasser für wahrscheinlich.
„Wasserknappheit ist weit mehr als ein Thema der Trinkwasserversorgung“, betonte Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent. Die Bevölkerung sehe klar, welche Kettenreaktionen damit verbunden sein könnten - von einer steigenden Waldbrandgefahr über Auswirkungen auf die Landwirtschaft bis hin zur Energieversorgung.
Trinkwasser als wertvollste Errungenschaft genannt
Der Stellenwert von Wasser zeigt sich bei der Frage nach den wertvollsten Errungenschaften Österreichs. Der Zugang zu sauberem Trink- und Quellwasser liegt mit 84,3 Prozent Zustimmung deutlich an der Spitze. Dahinter folgen die umfassende Gesundheitsversorgung (71,1 Prozent) und die hohe Luftqualität (70,7 Prozent) sowie niedrige Kriminalität (67,5 Prozent).
Das gestiegene Problembewusstsein zeigt sich auch beim persönlichen Umgang mit Wasser: 86 Prozent geben an, zumindest ein wenig auf ihren Wasserverbrauch zu achten. Gleichzeitig unterschätzen die Befragten ihren Verbrauch deutlich. Sie gehen im Durchschnitt von 85 Litern pro Tag aus, während der tatsächliche Verbrauch laut zuständigem Landwirtschaftsministerium bei rund 130 Litern liegt.
Hohe Zustimmung zu notwendigen Sparmaßnahmen
Für Einschränkungen bei nicht unbedingt notwendigem Wasserverbrauch zeigt die Bevölkerung breite Zustimmung. Ein Autowaschverbot würden 85 Prozent unterstützen, ein Befüllverbot für private Pools 78 Prozent. Damit zeichnet die Studie ein klares Bild: Wasser genießt in Österreich einen außerordentlich hohen Stellenwert, gleichzeitig schwindet das Vertrauen in seine dauerhaft uneingeschränkte Verfügbarkeit.
22 Postings
Hauptsach den Stromproduzenten an allen Wässern hierzulande geben sie das Nass, wird der Strom halt teurer und teurer, und dann muß man halt mehr Wasser machen
Ist das die neue "Wissenschaft", auf die wir bauen sollen, dürfen ...
ich habe heute gelesen, dass diverse Großkonzerne in Deutschland die Grundwasser- und die Tiefengrundwasserreseven nahezu kostenlos anzapfen können, während die heimische Landwirtschaft unter der Wasserknappheit leidet der Normalo aufgefordert wird, Wasser zu sparen und regulär bezahlen muss. Weltweit haben Konzerne wie Nestle, Coca Cola, Danone uvm. Rechte auf Grundwasser, die gnadenlos ausgebeutet werden. Irgendwie hat der Wolf_C schon a bißl recht, was die Zukunft betrifft.
a bißl recht?
@Isnitwahr, das ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen, weil das eine mit dem anderen nix zu tun hat.
Wolf_Cs Leidenschaft erschöpft sich anscheindend im Neid der Managergehälter der E-Landesgesellschaft, die er selbst zur Eigenversorgung braucht. Mehr nicht!
@Herr Ingruber, gut erkannt und danke für den Hinweis, das ist so wie "a bißl schwanger".. Also ein neuer Anlauf: wo der Wolf recht hat, hat er recht.
@wolf_c..... 1.) Je mehr Strom produziert wird, desto niedriger der Preis. 2.) Wasserkraftwerke vernichten das Wasser nicht, was reingeht, geht raus.
235 Mio für ein Sinnloswerk im hinteren Iseltal rechnet sich gut weil die Kunden bluten dafür, lustig für die Manager wenn sie auf ihr Konto schauen
@wolf_c... Eine Investition rechnet sich, wenn eine Rendite erwirtschaftet werden kann. Wenn Tiwag oder sonst eine öffentliche Gesellschaft Rendite erwirtschaftet, dann ist das für alle ein Vorteil. Gute Manager arbeiten für ihr Geld, alles andere ist Komunismus. Alle haben einen garantierten Arbeitsplatz und keiner hat was!
Unserem Nachbar interessiert der mögliche Wassermangel wenig, der gießt seinen Garten, als gäbs kein morgen, jeden Tag und ordentlich ausgiebig. Hauptsache seiner grünen Insel gehts gut, pfeifen wir auf die Folgen, die dadurch entstehen werden, wenn viele weiterhin ignorieren, dass sich die Niederschläge enorm reduziert haben. Wasser ist immer noch viel zu günstig, vorallem Gartenwasser, der sparsame Umgang mit Ressourcen geht halt nur über den Preis. Solche Leute treiben die Preise aber zwangsläufig hoch, naja, er ist halt schon alt, ein Grantler und "hinter mir die Sintflut", also was scherts ihn noch?
"Jahrzehnte wurden die Folgen der Erderwärmung kleingeredet, ihre Mahner – Aktivisten wie Klimaforschende – als Panikmacher abgetan. Jetzt ist die Krise längst spürbar. Rehabilitiert werden die Mahner trotzdem nicht, und ihr eigentlicher Appell, die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas zu stoppen, verhallt weiter ungehört. Was bleibt, ist die Suche nach kurzfristiger Linderung. Die Hoffnung, Menschen über die spürbaren Folgen der Klimakrise (Hitze, Dürre, Extremwetter) für Klimaschutz zu gewinnen, zerschlägt sich. Apokalypse erzeugt offenbar keine Wut, sondern Apathie..."
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-krise-warum-gibt-es-trotz-hitze-und-duerre-keinen-aufschrei-fuer-mehr-klimaschutz-a-24dbf5ef-e226-4f53-ba00-9ffc75c81965
Danke, wie immer auf den Punkt gebracht.
Mit anderen Worten. Du, der Mahner, willst gelobt werden. Meinetwegen, mir tuts nix und du hast a Gaude.
@tw-wu.... Man kann annehmen, dass die Existenz des Klimawandels von grossen Teilen der Bevölkerung nicht mehr geleugnet wird. Was passieren soll, ist Kompetenz der Politik. Effiziente Massnahmen mit möglichst geringen Kosten sind gefragt, nicht kostspielige Einzelprojekte zugunsten einer Pflanzen-oder Insektenart. Ust auf Flugbenzin ist effektiver als die Empfehlung für die Bürger, Pfützen bereitzustellen, um die durch die Trockenheit reduzierte heimische Gelse zu retten.
Wem sollte deine Provokation dienlich sein? Und ja, in meinem kleinen Garten "betreue" ich im Frühling eine Lehmpfütze, die Schwalben finde es anscheindend lustig dort zu kneten. Für ihren Nestbau! Schlimm?
@senf... Es ist keine Provokation, eher ein Empfehlung. Das gesamte Ganze sehen, nicht die Details in den Vordergrund stellen. Und ja, sobald die Tigermücke da ist, wird Schuss sein mit den Pfützen.
Naja, die Schwalben und ihre lebensnotwendigen Tümpel sind wohl nicht das Übel, eingeschleppte Tigermücke verdanken wir eher den "modernen" fernreiselustigen Abenteurern, wenn man es ganzheitlich betrachtet.
@senf... Die Tigermücke breitet sich aus, weil die Temperaturen steigen. Nach Europa gekommen ist sie eher in den 100.000en Containern, die den Konsumenten Billigwaren aus, sozial gesehen, Entwicklungsländer bringen. Die Reisenden sind da eher sekundär.
Nicht Apathie, sondern Euphorie: Es werden immer mehr große Autos hergestellt, Straßen gebaut und Böden versiegelt. Und anstatt vor dem Weltuntergang schnell noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen, werden im großen Stil Regenwälder abgeholzt.
Da haben Sie recht, sie werden hergestellt. Und gekauft! Sie haben hohe Sitzposition, genügend Platz für Fahrräder, Ski und sind: Statussymbol. Schauen sie mal in ihr Umfeld, sie werden auch staunen!
@ingruber... unsere Bioäpfel faller heuer schon wieder vom Baum, wurmstichig und saftlos. Ich hoffe, dass wir im Winter wieder saftige chilenische Äpfel kaufen können, Mercosur sei dank.
... ist die Euphorie gar manisch? weil man bei den Aktienkursen und Goldpreisen so viel Gutes erkennt ...
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