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„Für unser Trinkwasser ist es fünf Minuten vor zwölf“

David Kaufmann über seinen Wetterdienst „Tauernwetter“, die aktuelle Trockenheit und den Klimawandel.

Für manche ist Wetter ein willkommenes Smalltalk-Thema, für andere ein undurchschaubares Phänomen oder gar ein Produkt des Zufalls. Für David Kaufmann ist es nichts davon, denn der Mallnitzer hat im September 2025 den unabhängigen Wetterdienst tauernwetter.at für Kärnten und Osttirol ins Leben gerufen.

Falsche Wettervorhersage als Motivation

Wie es dazu kam? Kaufmann machte eine Beobachtung, die wohl die meisten kennen: „Die Wetterprognose aus dem Fernsehen oder Radio hat mit meinem Blick aus dem Fenster nicht zusammengepasst“, erklärt er im Dolomitenstadt-Podcast.

In der Auseinandersetzung mit überregionalen Wettermodellen stellte Kaufmann dann fest, dass die feinen Unterschiede der alpinen Tallagen in Kärnten und Osttirol darin keine Berücksichtigung finden und deren Prognosen für diese Regionen deshalb oft nicht zutreffen.

Eigenes Wettermodell für Kärnten und Osttirol

Mit diesem Befund begann das große Tüfteln: Kurzerhand entwickelte Kaufmann mit „Alpixion“ ein hauseigenes Wettermodell für Kärnten und Osttirol, das aufgrund seiner deutlich höheren Auflösung wesentlich genauer ist.

Darin werden Rohdaten internationaler Wettermodelle, Radardaten sowie die Messwerte von über 150 Wetterstationen berücksichtigt, wodurch die Fehlerquote auf ein halbes Grad reduziert werden konnte. „Wir haben mittlerweile eine Fehlerquote erreicht, die jedes andere Modell entkernt und schon übertroffen hat“, erläutert der Experte stolz.

Extreme Trockenheit

In den letzten Monaten beschäftigte den Meteorologen vor allem ein Thema, nämlich die extreme Trockenheit in Kärnten und Osttirol. Das aktuelle Niederschlagsdefizit habe eine Vielzahl von Auswirkungen: „Für die Waldbrandgefahr ist es eigentlich jetzt schon zwei Minuten nach zwölf und für die Trinkwasserversorgung ist es fünf Minuten vor zwölf“, macht Kaufmann auf zwei zentrale Konsequenzen aufmerksam. Auch der Regen der vergangenen Woche habe die Situation nicht nachhaltig verbessert und ließe sich in Osttirol mit dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein vergleichen.

Inwieweit das gegenwärtige Niederschlagsdefizit mit dem Klimawandel zusammenhängt, wie es sich auf die Temperaturen im Sommer auswirken könnte und wie ein typischer Arbeitstag des Tauernwetter-Gründers aussieht, schildert David Kaufmann im Podcast.


Der Dolomitenstadt Podcast ist ein akustisches Magazin, das die Redaktion von dolomitenstadt.at in Lienz zusammenstellt. Das Themenspektrum ist breit und beschränkt sich nicht nur auf die Region. Wir stellen spannende Projekte vor, widmen uns den Künsten und der Kunst des Lebens, schauen in Kochtöpfe und über den Tellerrand, greifen heiße Eisen an und diskutieren die Themen unserer Zeit mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Zu finden auch auf Spotify und bei Apple Podcasts.

Kristina Sint hat Lehramt studiert und den Masterlehrgang „Journalismus und Medienarbeit“ abgeschlossen. Sie unterrichtet an der MS Egger-Lienz und lebt bei dolomitenstadt.at ihre Faszination fürs Schreiben und spannende Geschichten aus.

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6 Postings

Vlad Tepes
vor 3 Wochen

Super App👍 weiter so!

 
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Michael Z
vor 3 Wochen

2024 war der Neusiedler See doch fast austrocknet, dann kam das Hochwasser und jetzt ist er sicher schon wieder zu niedrig, oder? Geht ja auch nicht nur ums reine Austrocknen. Hab schon öfter gehört, dass einfach die extremen Wetterlagen zunehmen. Könnte mir gut vorstellen: zuerst hat eine Gemeinde im Sommer kein Wasser mehr und ein paar Wochen später steht bei einem Unwetter oder Genuatief alles unter Wasser.

 
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    steuerzahler
    vor 3 Wochen

    Für den Neusiedlersee ist das sogar sehr wichtig. Wenn er austrocknet, wird das Sediment vom Wind verblasen und es isr wieder Platz für Wasser. Das geht seit Jahrtausenden so. Ist völlig normal. Nur die Hauseigentümer am Ufer und die Gewerbebetriebe wollen das nicht. Nicht der Wasserstand ist konstant, sondern das wiederkehrende Austrocknen.

     
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      Michael Z
      vor 3 Wochen

      Ich habe 2024 wie jedes Jahr meinen Sommerurlaub im Wienerwald und in Neusiedl verbracht und im Wienerwald hat die Vegetation so arg ausgesehen, dass die Bäume schon fast alle Blätter verloren hatten und das Gras war wie Stroh. In 25 Jahren hatte ich noch nie so wenig Wasser im Neusiedler See gesehen.

       
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heli52
vor 3 Wochen

Vom Gardasee hieß es vor wenigen Jahren nach einer niederschlagsarmen Periode: "Er trocknet bald aus!" Ein Jahr später ging er über ....

 
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    steuerzahler
    vor 3 Wochen

    Hat man auch vom Neusiedlersee erzählt.

     
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